Dem Teufelskreis der Sucht entkommen Ehemaligentreffen der Bad Essener Paracelsus-Berghofklinik

Regelmäßiger Alkoholgenuss kann zur "Alkohölle" werden, eindrucksvoll inszeniert vom Theaterspiel Witten. Foto: Paracelsus-BerghofklinikRegelmäßiger Alkoholgenuss kann zur "Alkohölle" werden, eindrucksvoll inszeniert vom Theaterspiel Witten. Foto: Paracelsus-Berghofklinik

Bad Essen. Einmal jährlich treffen sich ehemalige Patienten in der Bad Essener Paracelsus-Berghofklinik, wo sie erfoglreich von ihrer Suchterkrankung therapiert worden waren. Immer steht die Veranstaltung unter einem Leitthema. In diesem Jahr lautete es „Sucht hat immer eine Geschichte – Teufelskreis Sucht“.

Zunächst näherte sich Dr. Peter Subkowski, Chefarzt der Berghofklinik, mit einem Fachvortrag auf verschiedene Arten dem Thema. Anhand von der bildhaften Darstellungen und über Zitate aus dem Klassiker „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ging er auf die körperlichen Entwicklungen eines Teufelskreises ein, ehe er die Möglichkeiten eines Ausstiegs aus dem Teufelskreis aufzeigte. „Wir alle haben mit Teufelskreisen zu tun, zu denen oft auch Suchtspiralen gehören, die nicht einfach nur per einmaliger Willensentscheidung bewusst durchbrochen und beendet werden können. Änderungen und Ausstiege sind oft ein langwieriger und schmerzhafter Prozess, zu dem vor allem auch gehört, dass man sich dem anderen öffnet, anders als der Trinker im kleinen Prinzen, der sich nur in sich selbst und sein Selbstmitleid zurückzieht“, fasste Subkowski zusammen.  

Tägliche Herausforderung

Anschließend gab es im Rahmen einer Talkrunde den emotionalen und persönlichen Blick auf den besagten Teufelskreis der Sucht. In der Runde erlaubten direkt und indirekt Betroffene Einblicke in persönliche Suchtgeschichten. Dabei wurde Eines deutlich: Das „trockene Leben“ ist keine Garantie. "Ich muss täglich dafür arbeiten, dass ich nicht wieder in den Teufelskreis zurückfalle, auch nach 33 Jahren Abstinenz. Ich sage immer ,mein Schalter ist auf ewig kaputt'", schilderte ein ehemaliger Patient sehr eindrücklich die Herausforderung. Sein Rat: Offene und ehrliche Kommunikation mit dem persönlichen Umfeld.

Viele Vorträge standen auf dem Programm des Ehemaligentreffens an der Paracelsus-Berghofklinik. Foto: Paracelsus-Berghofklinik

Ein Highlight war sicherlich die Theatergruppe „Theaterspiel Witten“, die mir ihrem Stück "Alkohölle" schauspielerisch das Leitthema aufgriffen und dabei ein lebendiges und emotionales Stück über Suchtmechanismen, Träume und Familiengeheimisse darboten.

Obligatorisch für das Ehemaligentreffen der Berghofklinik ist die musikalische Begleitung durch die Patienten-Klinikband, dieses Jahr in sehr rockiger Weise. Ebenso gehören die Gesprächskreise für die ehemaligen Patienten zur Tradition des Treffens. Die Gesprächskreise bieten den Ehemaligen Gelegenheit, mit ihrem jeweiligen Gruppentherapeuten wieder ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

Paracelsus-Kliniken

Die Paracelsus-Kliniken zählen mit 34 Einrichtungen an insgesamt 18 Standorten zu den großen Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 4.500 Mitarbeiter jährlich knapp 90.000 stationäre Patienten. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Umsatz von ca. 400 Millionen Euro im Jahr. Der Sitz der Gesellschaft ist Osnabrück.

Die jährlichen Treffen würden als Tage der Freude erlebt, da der Beginn der Behandlung in der Berghofklinik für viele Ehemalige einen ersten Schritt aus dem Teufelskreis markierten, sagt Paracelsus-Pressesprecherin Judith Schwertmann. Die jährlich hohe Besucherresonanz bestätige die Erfolgsgeschichte der Treffen. Ob zum Wiedersehen und persönlichen Austausch mit ehemaligen Mitpatienten oder Therapeuten, zum Diskutieren oder ins Gespräch kommen und Begegnen – der erste Samstag im September sei ein gesetzter Termin, auch für das kommende Jahr.


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