Initiative will Unterstützung bei der Suche leisten Mostafa aus Bad Essen braucht einen Stammzellenspender

PM

Mostafa hatte sich vieles neu aufgebaut - dann kam die Diagnose Leukämie. Um ihm zu helfen, hat sich in Bad Essen ein Bündnis zusammengeschlossen. Foto: privatMostafa hatte sich vieles neu aufgebaut - dann kam die Diagnose Leukämie. Um ihm zu helfen, hat sich in Bad Essen ein Bündnis zusammengeschlossen. Foto: privat

Bad Essen. Nach einem Erfolg versprechenden Neustart sowie einer vielversprechenden Perspektive durch eine interessante Ausbildung steht ein junger Mann nun vor dem Nichts, ausgelöst durch eine schwere Erkrankung: Leukämie. Aber es ist noch nicht zu spät: Ein Bündnis aus Hilfswilligen aus Bad Essen und der Umgebung ruft jetzt zur Spende und zur Unterstützung auf.

Der 28-jährige Mostafa braucht eine Stammzellenspende. Doch was das angeht, erreichen die Herausforderungen neue Dimensionen: Die Eignung seiner Geschwister, die in Syrien leben, als Stammzellspender zu überprüfen ist schwierig und mit vielen politischen Hürden verbunden. Wenn sich in seiner Familie ein potenzieller Spender findet, müssten schnellstens Visaanträge gestellt werden, bevor an eine Reise zu denken ist. 

Bei voller Fahrt ausgebremst

Genau hier will das Hilfsbündnis ansetzen. Was den Helfern aus der Region besonders zu schaffen macht: dass Mostafa gerade so gut angekommen und beruflich durchgestartet war. Die Krankheit hat ihn in voller Fahrt brutal ausgebremst.

Wie die Projektinitiatorin Birgit ten Thoren in einer Mitteilung schildert, war es für Mostafa seinerzeit ein sehr schwerer Schritt; die Entscheidung, endgültig aus Syrien fortzugehen, in die Fremde, hinaus in eine neue Welt. Und: die Familie im Jahr 2015 in Hama zurückzulassen. Das war wohl eine der schwersten Entscheidungen seines Lebens. Mit 27 Jahren entkam er dem Krieg in Syrien und flüchtete davor, in die Armee des Diktators Baschar al-Assad eingezogen zu werden.

Schwere Entscheidung: Die Familie zurücklassen

Mostafa, der älteste Sohn als eines von fünf Geschwistern, hat in Syrien Jura studiert, immer nebenbei diverse Nebenjobs angenommen, um seiner Familie nicht zur Last zu fallen. Der Neustart in Deutschland gelang: zunächst unsicher und vorsichtig, darauf gespannt, was ihn erwarten würde in einem Land, dessen Sprache er nicht verstand und wo so vieles vollkommen anders ist als in der Heimat.

Im Herbst 2015 gelangte er zusammen mit 30 anderen Flüchtlingen nach Bad Essen, wo er zunächst bis auf Weiteres eine Bleibe gefunden hatte. Erste Kontakte in Bad Essen und Einladungen folgten, später besuchte Mostafa Sprachkurse in Osnabrück.

Fleißig, freundlich, hilfsbereit

„Wir haben ihn als stets freundlichen, immer aufmerksamen und interessierten junge Mann kennengelernt“, schreibt die Projektinitiatorin Birgit ten Thoren weiter in ihrem Text: „Wir konnten seine Kochkünste in Juttas Kochbar genießen, denn er kochte oft gemeinsam mit Jutta Lange und Peter Knödgen – eine Bereicherung für alle Seiten.“ Aber auch im privaten Kreis galt Mostafa schnell als ein meisterhafter Koch, der durch seine nette Art und die liebevoll bereiteten Gerichte seine Gäste begeisterte. Im Herbst 2018 schließlich begann er eine Ausbildung zum Maler im Ausbildungsbetrieb unter Heiko Hiese. Hier weiß man den fleißigen Mitarbeiter sehr zu schätzen, Mostafa gilt unter seinen Kollegen als freundlich, fleißig und sehr hilfsbereit.

Doch in den vergangenen Monaten stimmte etwas nicht mit ihm, Mostafa verlor an Gewicht und fühlte sich schwach. Die Diagnose war niederschmetternd: Leukämie. Seither lebt er nach mehreren Krankenhausaufenthalten, u.a. auch im Universitätsklinikum Münster, unter ärztlicher Aufsicht. Die einzige Hoffnung besteht nun darin, möglichst bald einen geeigneten Stammzellspender zu finden. Das könnte Mostafas Leben retten.

Herzenswunsch: Die Mutter besuchen können

Ein großer Wunsch von Mostafa ist es, in dieser schwierigen Phase seines Lebens seine Mutter nach vier Jahren wiederzusehen. Ein Besuch ist denkbar, doch neben den organisatorischen und politischen Schwierigkeiten zunächst auch mit hohen Kosten verbunden.

Ein Freundeskreis um Mostafa sowie rund um Freiwillige aus dem Verein „OK! Bad Essen“ hat sich nun zusammengetan, um ihm zu helfen, bei behördlichen Angelegenheiten, bei Regelungen mit der Krankenkasse und vielem mehr. „Wir möchten Mostafa ermöglichen, gesund zu werden“, heißt es in dem Aufruf: „Doch was eine Mutter kann, die emotionale Hilfestellung geben, können wir nicht leisten.“

Die Bankverbindung für Spenden lautet: OK! Bad Essen e.V., bei der Sparkasse Osnabrück, IBAN: DE21 2655 0105 1551 6653 57, BIC: NOLADE22XXX


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