Gemeinschaftsarbeit am Weiher Neue Brücke für Hermanns Teich in Bad Essen-Eielstädt

Gemeinsam für die Gemeinschaft. An Hermanns Teich wurde zielgerichtet gearbeitet. Foto: Eckhard GrönemeyerGemeinsam für die Gemeinschaft. An Hermanns Teich wurde zielgerichtet gearbeitet. Foto: Eckhard Grönemeyer

Eielstädt. In Eigenleistung entstand jetzt am Bergweiher oberhalb der Eielstädter Schlucht in der Gemeinde Bad Essen eine Holzbrücke mit etwa fünf Meter Spannweite.

Der Weiher mit seiner Schutzhütte, die von dem früheren Ortsbürgermeister Hermann Dieker gestiftet wurde, ist ein beliebtes Ausflugsziel, weil es so verkehrsgünstig an der sogenannten „NATO-Straße“ liegt.  

Das Naturgewässer, das vom Eielstädter Mühlenbach gespeist wird, ist kein Fisch- oder Angelteich; trotzdem gibt es wohl einige  Fische, die mit den Lebensbedingungen in diesem, teilweise von großkronigen Bäumen beschatteten Gewässer gut zurechtkommen.

Aus Eiche gefertigt

Der seit Jahrzehnten vorhandene Weiher und der Ufersaum wurden von Volker Junghans und Thomas Imbrock über Jahre hinweg in regelmäßigen Abständen gepflegt. Ursprünglich gab es eine Brücke, um südlich des Weihers den tief eingeschnittenen Mühlenbach-Oberlauf überqueren zu können. So gab es fast einen Rundweg um das weitläufige Gelände des Bergweihers. Die Brücke wurde dann vor einigen Jahren morsch und entsprechend entfernt.

Junghans und Imbrock schwebte als Ziel vor, am ehemaligen Standort eine neue Brücke aufzubauen. Sie fanden Partner im örtlichen Verschönerungsverein Eielstädt und beim Ortsrat, denn eine so massive Brücke erfordert schon einen beachtlichen Kosten- und Arbeitsaufwand. Auch hier gab es günstige Konstellationen. So musste die Gemeinde Bad Essen an anderer Stelle einen Eichenbaum entfernen. Der Stamm wurde für das Brückenbauprojekt zur Verfügung gestellt.

Idylle pur im Wiehengebirge. Foto: Eckhard Grönemeyer

 

Architekt Ernst Koch fertigte ehrenamtlich eine Skizze und vor allem Berechnungen zur Tragfähigkeit an, denn die Brücke ist öffentlich zugänglich und muss deshalb auch dauerhaft verkehrssicher sein. Gedacht ist die Brücke für Fußgänger, auch in der Gruppe, aber auch Radfahrer – nicht aber für Reiter mit ihren Reitpferden, die im Wald unterwegs sind. Die Pferde können auf der Brücke scheuen und es könnte zu Unfällen kommen. 

Nicht für Reiter

Der massive Stamm wurde im mobilen Sägewerk von Wilfried Wübbeler in Linne zugeschnitten. Nach den Vorarbeiten für die Betonfundamente wurde nun am vergangenen Wochenende das Holz angefahren und mit tatkräftiger Unterstützung der Dorfgemeinschaft die Brücke aufgebaut. Nachdem die schweren Eichenkanthölzer, die die Brücke tragen, verlegt waren, wurde das Geländer aufgebaut und die stabilen Bohlenbretter verlegt und mit Edelstahlschrauben fest verankert.  

Alle Beteiligten erwarten, dass das widerstandsfähige Eichenholz etliche Jahrzehnte formstabil bleibt. Ortsbürgermeister Ernst Mönter und sein Eielstädter Team waren sichtlich erleichtert, als das Brückenbauwerk nach vielen Stunden harter Arbeit fest verankert war und auch den eigenen Qualitätsanforderungen entsprach. Ein Gemeinschaftsprojekt. Wanderer und Naturfreunde dürften es zukünftig zu schätzen wissen, dass sie den Bachlauf mit seinem tiefen Einschnitt bequem und sicher überqueren können. Ein Wermutstropfen blieb, einer der Initiatoren rutschte aus und zog sich eine Verletzung zu.

Sie waren dabei und machten die neue Holzbrücke am Bergweiher in Eielstädt möglich. Foto: Eckhard Grönemeyer

Demnächst soll noch Naturschotter auf beiden Seiten angefüllt werden, so dass Fußgänger sicher die Brücke erreichen. Ein Hinweisschild wird noch angebracht, dass der Benutzer der Brücke sehr umsichtig sein muss, denn bei der Beschattung unter Bäumen setzt sich bald Grünspan auf die Hölzer und die Brückenpassage könnte bei Feuchtigkeit rutschig werden. Im Erholungswald sollte der Wanderer sich ohnehin mit größtmöglicher Sorgfalt bewegen, denn trockene Äste könnten brechen oder es gibt andere Gefahrstellen. Der Bergweiher in Eielstädt stand vielfach in der Diskussion, manchmal kritisch, andere lobten die Anlage als natürlichen Biotop. Der Mühlenbach-Oberlauf schwemmt bei Starkregen oft Sedimente in den einige hundert Quadratmeter großen Biotop, so dass der Schlamm bei Bedarf ausgebaggert werden musste. 

Erinnerung an zwei Hermänner 

Der sogenannte aufgemauerte Mönch regelt den Wasserstand im Weiher und den Abfluss über den Mühlenbach. Alle diese Anlagen müssen unterhalten werden, sind folglich kostenintensiv und es gibt es Vorschriften zur Verkehrssicherungspflicht. Deshalb ist es richtig, dass solche Anlagen in das öffentliche Eigentum übernommen werden.

Der Bergweiher liegt wie die gesamte Umgebung im Landschaftsschutzgebiet, so dass private Freizeitanlagen mit Einfriedungen nicht zulässig sind. Der Weiher heißt im Volksmund „Hermanns-Teich“ und erinnert so an den einstigen Bezirksförster Hermann Otto, dessen Dienstwohnung sich in Hüsede befand und der viel für den Erholungsraum im Wiehengebirge geleistet hat, und der mit dem einstigen Eielstädter Bürgermeister Hermann Dierker gut befreundet war. Oft nutzen Gruppen die Anlagen am Eielstädter Weiher und manche „vergessen“ dabei den Müll, den sie mitbracht


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