Programm zum 150. Geburtstag DRK-Kreisverband Wittlage bereitet Jubiläum 2020 vor

Im September 2018 wurde das neue DRK-Sozialzentrum in Wittlage eingeweiht. Ein Tag der offenen Tür gehörte zum Programm. Archivfoto: Cornelia MüllerIm September 2018 wurde das neue DRK-Sozialzentrum in Wittlage eingeweiht. Ein Tag der offenen Tür gehörte zum Programm. Archivfoto: Cornelia Müller

Wittlage. Der Kreisverband Wittlage des DRK bereitet sich auf das 150-jährige Jubiläum im kommenden Jahr vor. „Dieses für eine freiwillige Hilfsorganisation bedeutende Ereignis soll angemessen gewürdigt werden durch vielfältige Veranstaltungen“, so der DRK-Präsident Rainer Ellermann.

Mit einer Festschrift soll an die historische Entwicklung des Kreisverbandes und der fünf Ortsvereine erinnert , aber auch die vielfältigen Leistungsangebote des hiesigen Roten Kreuzes vorgestellt werden. Weitere Veranstaltungen wie eine Fahrzeug- und Geräteausstellung und Vorführungen von Einsatz- und Übungshandlungen sind ebenso wahrscheinlich wie eine Festveranstaltung. Der Kreisvorstand des DRK hofft auf eine breite Unterstützung seitens der aktiven Helfer.

Der DRK-Kreisverband begeht im kommenden Jahr sein 150-jähriges Jubiläum Foto: Eckhard Grönemeyer


Aus Anlass des 120-jährigen Bestehens wurde im Jahr 1990 eine kleine Festschrift mit historischen Daten herausgegeben, die um die Fortentwicklung in den vergangenen drei Jahrzehnten zu ergänzen ist. Als Gründungstag wird der 24. Juli 1870 angenommen. Der Verein damals hatte das vorrangige Ziel, den vielen Kriegsopfern jener Zeit medizinische Hilfe und Mittel für den Lebensunterhalt zu gewähren. Es wurden damals regelmäßig in allen Dörfern des Altkreises Sammlungen durchgeführt.

Straße in Eielstädt

Eine besondere Rolle spielte dabei Gräfin Else von Bussche-Ippenburg, deren Name mit der ehemaligen Leuchtenburg und dem Pflegehaus in Eielstädt verbunden war, später waren diese Häuser kommunale Altenheime. An Gräfin Else erinnert noch heute die nach ihr benannt Straße in der Ortschaft Eielstädt. Die Frauen spielten in den Notzeiten des Krieges und in den Jahren danach eine große Rolle im Rahmen der humanitären Hilfe. Dies hat sich bis heute im DRK fortgesetzt; bei den Aktiven spielen die Frauen in den verschiedenen Aufgabenbereichen nach wie vor eine bedeutende Rolle, die gesellschaftliche Anerkennung verdient.

Im „Gefangenenhaus“ als Anbau an den Turm der Burg Wittlage war die wohl erste Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes, unmittbar angebunden damals an die Kreisverwaltung Wittlage – hinter diesen Fenstern befanden sich die zwei Büroräume des DRK einst Foto: Eckhard Grönemeyer


Das Motto für das 150-jährige Jubiläum könnte sein: „Das DRK hat viele Gesichter“. Viele Menschen haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten in den Dienst der Organisation und ihrer humanitären Aufgaben gestellt, Männer, Frauen – im DRK immer gleichberechtigt, Berufstätige und Rentner, jüngere und ältere Menschen. „Viele Hände werden gebraucht, um alle Aufgaben im Bereich der sozialen Dienstleistungen und der Mitwirkung im Katastrophenschutz erfüllen zu können“, so Rainer Ellermann, der darauf hofft, im Jubiläumsjahr neue Mitglieder für die Mitarbeit gewinnen zu können.

Ein Beispiel einer lebenslangen Mitarbeit ist Frau Irmgard Fehrmann aus Hüsede, die vor einigen Monaten ihr 80-jähriges Lebensjahr bei guter Gesundheit vollendete und die über 50 Jahre im DRK-Ortsverein Bad Essen in verschiedenen Funktionen mitwirkte. Die helfenden Hände von Irmgard Fehrmann sind noch heute willkommen, etwa bei den DRK-Nachmittagsrunden in Lintorf, wo sie Christa Warning tatkräftig unterstützt. Die verdiente DRK-Helferin hat einen Ordner mit vielen Zeitungsartikeln, die im „Wittlager Kreisblatt“ erschienen sind, in denen über das Rote Kreuz berichtet wird. 

Vor 40 Jahren bestand Irmgard Fehrmann (sitzend, 2. von links) die Ausbildung als Schwesternhelferin im DRK. Repro: Eckhard Grönemeyer


Vor etwa 40 Jahren absolvierte Irmgard Fehrmann mit vielen anderen Frauen aus der Region einen „Schwestern-Helferinnen-Lehrgang“ über sechs Monate und anschließender Praktika im Krankenhaus Ostercappeln. Das damals Erlernte sei für sie sehr nützlich in ihrem weiteren Leben gewesen und sie habe rückblickend auf die vergangenen fünf Jahrzehnte nie in ihrem Leben bereut, im hiesigen Roten Kreuz mit vielen Gleichgesinnten sinnvolle Arbeit leisten zu dürfen. Es mögen wohl viele tausend Stunden sein, die über die Jahrzehnte an Helferstunden zusammenkommen sein mögen. Der Dienst war ehrenamtlich und unentgeltlich, aber auch erfüllend.

Verdiente DRK-Helferin

Die verdiente DRK-Helferin, die viele Jahre auch für die Organisation der Blutspende-Termine im Ortsverein Bad Essen verantwortlich war, erhielt von mehreren Kreisvorsitzenden in Folge jeweils eine Auszeichnungsspange verliehen als Anerkennung für ehrenamtlichen Einsatz. So ist Irmgard Fehrmann heute Vorbild für ehrenamtliches Engagement für die nachwachsende Generation und ihr ist zu wünschen, dass sie noch viele Jahre im Roten Kreuz mitwirken kann. 

In den anderen Ortsvereinen gibt es ebenfalls Frauen und Männer, die Anerkennung der Gesellschaft für ihre Lebensleistung im Dienst des Roten Kreuzes verdienen. Ihre Erfahrungsberichte sollen in die geplante Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum einfließen.


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