Führungsveranwortung tragen Familie Sälter ist fest im Wittlager DRK verwurzelt

Der Bad Essener DRK-Bereitschaftsleiter Udo Schink (links) zusammen mit seiner neuen Stellvertreterin Melanie Sälter und Kreisbereitschaftsleiter Kai Kuckert. Foto: Eckhard GrönemeyerDer Bad Essener DRK-Bereitschaftsleiter Udo Schink (links) zusammen mit seiner neuen Stellvertreterin Melanie Sälter und Kreisbereitschaftsleiter Kai Kuckert. Foto: Eckhard Grönemeyer

Wittlage. Im DRK-Zentrum in Wittlager überreichte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Kai Kuckert jetzt an Melanie Sälter die Ernennungsurkunde und das Funktionsabzeichen für das Ehrenamt der stellvertretenden Bereitschaftsleiterin der aktiven Einsatzkräfte innerhalb des DRK-Ortsvereins Bad Essen.

Udo Schink, der bereits seit über zehn Jahren örtlicher Bereitschaftsleiter ist, brachte seine Freunde darüber zum Ausdruck, dass mit Melanie Sälter eine engagierte und langjährige Fachkraft Führungsverantwortung für die Bad Essener Sanitätsbereitschaft übernehme. Ehemann Ulrich Sälter ist ehrenamtlicher DRK-Kreisgeschäftsführer. Somit ist die Familie fest im örtlichen Roten Kreuz verwurzelt.

Von Melle nach Bohmte

Kai Kuckert, der seit sechs Jahren für den Bereich des Altkreises Wittlage und im Dienst des DRK-Kreisverbandes die Funktion des Kreisbereitschaftsleiters wahrnimmt, skizzierte kurz den Werdegang von Melanie Sälter. In ihrer Geburtsort Melle habe sie schon im Jugendrotkreuz mitgewirkt, sei dann als Erwachsene nach Bohmte gezogen und habe nach einer umfangreichen Ausbildung für den DRK-Sanitätsdienst die dortige Schnelleinsatzgruppe (SEG) übernommen. Diese Funktionseinheiten gibt es heute nicht mehr. Heute gibt es stattdessen die Funktionsbezeichnung MAN V oder T; dies bedeutet, Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten, also ein Notfall mit einer großen Anzahl von Betroffen oder Hilfebedürftigen. 

Gegenseitig ergänzen

Die DRK-Ortsvereine im Altkreis bilden Bereitschaften, die so konzipiert sind, dass sie sich gegenseitig personell und mit Einsatzequipment ergänzen. Bei den ehrenamtlichen Kräften ist es so, dass etliche Helferinnen und Helfer berufsbedingt viele Stunden täglich nicht erreichbar sind. Aber innerhalb der Bereitschaften auf Altkreisebene ist es möglich, das notwendige Personal aus mehreren Ortsvereinen bei akut auftretenden Unglücksfällen oder Notlagen bereitzustellen. Mit der Spezialfunktion „T“ ist gemeint, dass bei einem Massenanfall von Verletzten zusätzlich zum hauptamtlichen Regel-Rettungsdienst weitere fünf qualifizierte Krankentransportwagen zur Verfügung stehen.

Sehr verschiedene Einsätze

Kai Kuckert hob hervor, dass im DRK Frauen und Männer gleichberechtigt seit jeher akzeptiert und qualifiziert ihren ehrenamtlichen Dienst versehen. Melanie Sälter, die vor Ort bei etlichen Schadenslagen Einsatzerfahrung sammeln konnte, war 2013 mehrere Wochen beim Elbehochwasser im Einsatz und während der Flüchtlingskrise war sie zunächst freiwillig, später dann für etliche Monate festangestellt als stellvertretende Sanitätsdienstleiterin in der Flüchtlingsunterkunft in Schwanewede. Der Umgang und die Betreuung mit teilweise traumatisierten Kriegsflüchtlingen sei für sie eine große Herausforderung gewesen, aber sie habe auch die große Dankbarkeit von Menschen in Not erfahren, denen sie bei medizinischen oder sozialen Problemen habe helfen können.

Weitere Helfer willkommen

Die DRK-Bereitschaft im Ortsverein Bad Essen hält ihren Dienstabend jeweils donnerstags in der Zeit von 19 bis 21 Uhr in der Unterkunft in Wittlage, Burgstraße 193, ab. Freiwillige Helfer ab dem 16. Lebensjahr sind stets willkommen. Näheres auch in der Homepage www.drk-wittlage.de. Die Sanitätsdienstausbildung mit verschiedenen Ausbildungsstufen dauert etwa zwei Jahre. Die dabei erlangten Kenntnisse sind auch für den Familienalltag oder im Berufsleben hilfreich.


Während die Bevölkerung in der Regel froh und dankbar sei, wenn der Rettungsdienst schnell und kompetent Hilfe leiste, lebensrettende Maßnahme einleite oder Schmerzen minimiere, so komme es auch im ländlichen Bereich in Ausnahmefällen vor, dass Patienten die Rettungskräfte vor Ort angriffen, so der Kreisbereitschaftsleiter. Zumeist seien dabei Drogen, oftmals in Kombination mit Alkohol, im Spiel. Ein solches Verhalten dürfe nicht toleriert werden; dies sei eine Herausforderung für die Zukunft, betonte Kuckert.


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