Beispiel für Klimaschutz Argelith sieht den Hafen Bohmte "sehr positiv"

Argelith-Geschäftsführer Markus Reineke (links) sagte in einem Gespräch mit Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer und HWL-Geschäftsführer Siegfried Averhage, es sei auch für das Traditionsunternehmen aus Wehrendorf sinnvoll und zuklunftsorientiert, Güter auf die Wasserstraße zu verlagern. Foto: Andreas SchnabelArgelith-Geschäftsführer Markus Reineke (links) sagte in einem Gespräch mit Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer und HWL-Geschäftsführer Siegfried Averhage, es sei auch für das Traditionsunternehmen aus Wehrendorf sinnvoll und zuklunftsorientiert, Güter auf die Wasserstraße zu verlagern. Foto: Andreas Schnabel

Wehrendorf. Für die Firma Argelith wäre der geplante Hafen in Bohmte ein Gewinn. Warum, das erklärte Geschäftsführer Markus Reineke bei einem Ortstermin.

„Ich sehe den geplanten Hafen in Bohmte sehr positiv. Aus unternehmerischer Sicht können wir sowohl bei der Anlieferung von Rohstoffen, die per Schiff erfolgt und die wir für unsere Qualitätsprodukte benötigen, als auch beim Versenden unserer Fliesen mit Containern die Wasserstraße nutzen. Denn der Transport auf der Straße wird immer problematischer.“

Dies erklärte Argelith-Geschäftsführer Markus Reineke bei einem Ortstermin mit Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer und dem Geschäftsführer der Hafen Wittlager Land GmbH (HWL), Siegfried Averhage. Reineke, Natemeyer und Averhage stimmten überein, „dass es erhebliche Potenziale im gesamten Osnabrücker Land dafür gibt, Güter auf dem Wasser zu transportieren. Transport und die erforderliche Infrastruktur, das seien entscheidende Faktoren für unternehmerischen Erfolg.

Exportanteil bei 55 Prozent 

Feinsteinzeugfliesen und Vollklinkerplatten von Argelith sind erste Wahl, wenn es um die Ausstattung von Industrie- und Produktionsanlagen in aller Welt geht. Der Exportanteil liegt bei rund 55 Prozent. 150 Mitarbeiter sorgen für die innovative Produktion langlebiger Industriekeramik und Feinsteinzeugfliesen. Die für Argelith interessanten Häfen sind Bremen, Hamburg und Rotterdam. Siegfried Averhage und Timo Natemeyer unterstrichen, dass sowohl der Bestandshafen als auch der neue Containerhafen für das Traditionsunternehmen aus Wehrendorf wie massgeschneidert sei.  

Paradebeispiel für Klimaschutz

Grundsätzlich sei es aus umwelt- und klimapolitischer Sicht höchst sinnvoll, Lkw von der Straße und Güter auf das Wasser zu bringen. Averhage: “Ein Paradebeispiel für Klimaschutz!„“ Für den Bestandhafen in Bohmte-Leckermühle rechnet die Geschäftsführung der Hafen Wittlager Land mit einem Umschlagbeginn Ende 2020 und für den neuen Containerhafen im Jahr 2023.

Bei Gesprächen im Port of Twente und in Almelo wurde Vertretern der Hafen Wittlager Land unlängst von der Combi Terminal Twente BV (CTT) mitgeteilt, dass im zweilagigen Transport insgesamt rund 300.000 TEU pro Jahr von Hengelo nach Rotterdam gelangen. In unmittelbarer Nähe in Almelo wurde eine zweite Umschlaganlage der CTT errichtet, die in ihrer Größe mit dem geplanten Containerhafen in Bohmte vergleichbar ist.

Bessere Anbindung

Aufgrund entsprechender Abfragen bei Betrieben in der Region wird, so Averhage, mit einem Umschlagvolumen von 50.000 und mehr TEU pro Jahr gerechnet. TEU ist eine Maßeinheit für die Größe der Container. Die Abkürzung TEU steht dabei für „Twenty Foot Equivalent Unit“ – zwanzig Fuß. Der Hafen in Bohmte könne das Osnabrücker Land noch besser mit Wirtschaftszentren verbinden, wurde in Wehrendorf betont. 

Die Modernisierung des Schüttguthafens ist neben dem Aufbau eines Containerhafens eines der zentralen Anliegen der HWL. Hauptgesellschafter ist der Landkreis. Neben dem Kreis sind die Gemeinde Bohmte sowie die Gemeinden Bad Essen und Ostercappeln an der Hafengesellschaft beteiligt.


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