Angelika Gieske und das Ehrenamt Mit Freude ein Jahr Lions-Präsidentin in Bad Essen

Von Christa Bechtel

Angelika Gieske ist derzeit die Präsidentin des Lions Clubs Bad Essen Lea Wiehengebirge und schreibt gerade ihr Erstlingswerk „Gesetzliche Betreuung – Fluch oder Segen?“. Foto: Christa BechtelAngelika Gieske ist derzeit die Präsidentin des Lions Clubs Bad Essen Lea Wiehengebirge und schreibt gerade ihr Erstlingswerk „Gesetzliche Betreuung – Fluch oder Segen?“. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Gerne ist Angelika Gieske ehrenamtlich tätig, weil sie dann Menschen helfen kann. Aber sie freut sich auch darüber, „dass ich etwas machen kann, aktiv in der Gruppe bin und dass man gemeinsam im Ehrenamt etwas erwirtschaften kann.“ Seit fast einem Jahr ist sie Präsidentin des Lions Clubs Bad Essen Lea Wiehengebirge. Ihre Amtszeit endet zum 30. Juni 2019.

Seit 2000 gehört sie zu den Lions-Frauen und damit zu den Gründungsmitgliedern. Seinerzeit hatten Brigitte Schuster und Mechthild Besenthal die Idee, einen Lions Club für Frauen in Bad Essen zu gründen, erläutert die gebürtige Oldenburgerin. Sie sei von ihrer Freundin Anne Kampsen angesprochen worden, „ob ich auch dabei sein möchte.“ So kamen 24 Frauen zusammen, die den Lions Club aus der Taufe hoben.

Lions Club – welcher Gedanke, welche Idee steckt dahinter? „Das heißt ‚we serve‘, wir dienen. Wir sind zurzeit eine Gruppe von 33 Frauen“, sagt sie. Dazu zähle auch, Persönlichkeiten aus verschiedenen Berufsgruppen seines Einzugsbereichs freundschaftlich und im Geist gegenseitigen Verständnisses und wechselseitiger Achtung zusammenzuschließen. Beispielsweise aber auch aktiv für die bürgerlich, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der Gesellschaft einzutreten, einsatzfreudige Menschen zu bewegen, der Gemeinschaft zu dienen, ohne daraus persönlich materiellen Nutzen zu ziehen, oder bei materieller und geistiger Not tätig zu helfen.

Toleranz die Grundlage

 Der Club, so Gieske, betrachte Toleranz als wichtige Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. Und: „Wir erwirtschaften durch unsere Aktivitäten Geldspenden, die wir weiter geben. Denn wir haben uns auf unsere Fahnen geschrieben, für die Kinder- und Jugendarbeit zu spenden. Dabei werden immer neue Projekte auserwählt. In diesem Jahr spenden wir für das Frauenhaus Osnabrück, die Telefonseelsorge sowie für das Schullandheim Barkhausen“, erklärt die gelernte Sozialversicherungsfachangestellte, Fachrichtung Krankenversicherung.

Mit welchen Gefühlen, Erwartungen und Zielen ist Angelika Gieske vor etwa einem Jahr in das Amt der Lions-Präsidentin gestartet? „Gefühle mit Bauchschmerzen, dass ich alles richtig mache“, sagt sie lachend und ergänzt: „Ich hatte ein Programm, das mir keine Schwierigkeiten bereitet hat; das hatte ich schon etwa ein Jahr vorher erarbeitet. Meine Leidenschaft ist Musik. Aber auch aus meinem beruflichen Umfeld. Also habe ich Vorträge angeboten, damit meine Lions-Freundinnen etwas über Suchterkrankungen, über das tägliche Leben oder meine Berufsbetreuungen erfahren.“ 

Sogar eine Sekretärin

Was sind die Aufgaben einer Lions-Präsidentin? „Wir organisieren die Activitys für ein Jahr. Wir haben den Vorstand für den Verein und ich habe mit Juliane Wegner sogar eine Sekretärin“, antwortet die 65-Jährige, die gerade eine zweitägige Clubfahrt nach Lüneburg angeboten hat. Als Highlights ihres Präsidentinnenjahres sieht sie drei Konzerte. Während eines Benefizkonzerts mit drei Bands sei sogar die Schauspielerin Elisabeth Degen in Bad Essen gewesen. Ihre Vorgängerin Esther Kesseböhmer habe gar ein Konzert in der Elbphilharmonie in Hamburg organisiert, listet die amtierende Präsidentin auf.

Gibt es Bedarf, neue Lions-Mitglieder aufzunehmen? Gieske: „Oh ja, das wäre sehr schön. Wir suchen jüngere Menschen, da wir im Durchschnitt ein Alter von über 60 Jahren haben – und wir brauchen auch Nachwuchs.“ Nach Juni wird Birgit Meyer zu Venne neue Präsidentin der Bad Essener Lions Frauen.

Neben ihrem Ehrenamt führt Angelika Gieske auch rechtliche Betreuungen für das Amtsgericht Osnabrück durch. „Ich betreue Menschen, die ihre Rechtsgeschäfte nicht mehr organisieren können. Das heißt Heimplatz, Sozialhilfeanträge stellen, Heimkostenfinanzierung, Immobilienverkäufe wenn es notwendig ist, Befreiungsanträge, Rentenanträge stellen – alle sozialhilferechtlichen Angelegenheiten“, verdeutlicht sie nur einige ihrer Tätigkeiten. Nebenbei schreibt sie gerade ihr erstes Buch mit dem Titel „Gesetzliche Betreuung – Fluch oder Segen?“

Erstlingswerk veröffentlichen

Eigentlich dominiere der Segen, meint die Autorin. Aber: „Ich finde nie etwas Positives in der Öffentlichkeit, sondern es werden immer negative Sachen von Betreuern geschrieben. Auch in Fernsehdiskussionen heißt es oft, dass Betreuer alles erben“, bedauert sie. Um da Klarheit reinzubringen, schreibe sie das Buch. Dazu zähle auch: „Was Familienangehörige bewegt, welche Gier hinter dem Geld ist und dass es manchmal sogar Prozesse vor dem Tod gibt.“ Im Herbst möchte sie ihr Erstlingswerk veröffentlichen. Für die Zukunft wünscht sich Angelika Gieske, dass sie noch lange ihrer Arbeit nachgehen kann, aber auch ein schnelles Sterben ohne Leiden. 


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