Arbeiten von Susanne Strefel „Zeitgenössischer Realismus“ im Schafstall Bad Essen

Von Christa Bechtel

KMK-Vorsitzender Lutz Mardorf hieß im Bad Essener Schafstall die Malerin Susanne Strefel willkommen. Links Elisabeth Mardorf, die in die Ausstellung einführte. Foto: Christa BechtelKMK-Vorsitzender Lutz Mardorf hieß im Bad Essener Schafstall die Malerin Susanne Strefel willkommen. Links Elisabeth Mardorf, die in die Ausstellung einführte. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Betreten derzeit Besucher den Bad Essener Schafstall an der Bergstraße, fühlen sie sich sogleich in ein Schlaraffenland versetzt. Denn umgeben von Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Trauben, Kirschen, Erdbeeren oder gar Gummibärchen und Lakritz-Konfekt, aber auch von Blüten in ihrer gesamten Schönheit und schwelgerischen Pracht und Fülle können sie die fast schon fotorealistischen Bilder der Malerin Susanne Strefel aus Bramsche genießen.

Auf Einladung des Kunst- und Museumskreises (KMK) präsentiert die Künstlerin dort unter dem Titel „Zeitgenössischer Realismus“ einen Querschnitt ihrer Arbeiten in Öl. Musikalisch wurde die Vernissage von den Gitarristen Christian und Hartwig Ventker umrahmt. „Sie ist eine sehr gefragte Malerin und bekommt eine Auftragsmalerei nach der anderen“, stellte Vorsitzender Lutz Mardorf in seiner Begrüßung heraus. 

Musikalisch umrahmten die Vernissage die Gitarristen Christian (links) und Hartwig Ventker. Foto: Christa Bechtel


„Kunst und Kreativität haben in Susanne Strefels Leben immer eine Rolle gespielt. Ihr Talent zeigte sich schon in der Kindheit und Jugendzeit“, erklärte . Elisabeth Mardorf, die die Einführung in die Ausstellung übernahm. Nachdem die Bramscherin anfangs den Beruf der Grafik- und Produktdesignerin gewählt habe. „entschied sie sich ab 2008 für die Malerei.“ Den ersten Anstoß gaben der Künstlerin die sogenannten „Daily Paintings“, die sie in einer Größe von 15  mal 15 malte.

Der Osnabrücker Künstler Yevhen Ayzenberg war es dann, der ihr riet, sich vom „Briefmarken-Format“ zu trennen und größere Formate zu wählen – was sie erfolgreich tat. Nebenbei besuchte sie zahlreiche Workshops bei Ayzenberg, der in den letzten Jahren zu ihrem Mentor wurde. 2010 wechselte Susanne Strefel von der Acryl- zur Ölmalerei.

Ungemein plastisch blickt die „Blaue Iris“ dem Betrachter entgegen. Foto: Christa Bechtel


Eine besondere Faszination übten auf die Bramscherin von jeher die Fotorealisten der 1960er und 70er Jahre aus. Davon ließ sie sich inspirieren und begann, realistischer zu malen und die Dinge genauer zu betrachten. Mardorf: „Sie nimmt oft alltägliche Gegenstände - Früchte, Gemüse, Eier, Eierschalen… und erforscht sozusagen mit dem Pinsel deren Wesen. Dabei malt sie nicht 1:1 ab, sondern komponiert jedes Mal von Grund auf ein neues Bild.“ Allerdings kopiere die Künstlerin kein Foto; trotzdem sei die Kamera sozusagen ihr Skizzenblock. Aber: „Sie beabsichtigt nicht die Fotos abzumalen, sondern eine idealisierte Darstellung der Dinge zu malen“, hob die Bad Essenerin hervor, die einiges aus dem Strefel´schen Nähkästchen preisgab.

„Zerschlagene Eier“ von Susanne Strefel. Foto: Christa Bechtel


So entstehe nach etlichen Fotos eine Vorlage. „Das macht dreiviertel der Arbeit an einem neuen Bild aus“, so Mardorf. In der Vorzeichnung idealisiere die Malerin dann die Formen, spiele mit Kontrasten, lasse Bildelemente weg oder füge neue hinzu. Steht der Entwurf, folgt das rein analoge Handwerk, also die klassische Ölmalerei mit aufwändigen Maltechniken wie Primamalerei und Sfumato. Diese beiden Techniken oder auch die Lasur- und Grisailletechnik erläuterte Elisabeth Mardorf ihrer Zuhörerschaft näher. Oft kombiniere sie in einem Bild auch verschiedene Techniken. 

Konzentration und Geduld

Doch: „Egal welche Technik sie verwendet: Wichtig sind immer Konzentration und vor allem Geduld. Dass Susanne Strefel diese hat, können sie in dieser grandiosen Ausstellung sehen“, akzentuierte Elisabeth Mardorf abschließend. 

Bis zum 23. Juni können Interessierte die Ausstellung donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr im Bad Essener Schafstall genießen. Am Samstag, 25. Mai gibt die Künstlerin von 10 bis 16 Uhr im Schafstall einen Workshop „Realistische Ölmalerei“. Anmeldungen sind über workshop@schafstallbadessen.de möglich.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN