Singen ist Nahrung für die Seele Die Musikfachfrau für das ganze Wittlager Land

Von Christa Bechtel

Christina Nagel-Fischer widmet sich seit ihrer frühesten Kindheit der Musik. Foto: Christa BechtelChristina Nagel-Fischer widmet sich seit ihrer frühesten Kindheit der Musik. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Musik ist für Christina Nagel-Fischer wie eine Nahrung für die Seele, bietet ihr aber auch eine Form von Entspannung, wenn sie sie selbst gestaltet. Vierjährig nahm sie bereits an der Musikalischen Früherziehung teil und mit fünf Jahren lernte sie Klavier und Blockflöte spielen, später auch Querflöte und Geige. Im Wittlager Land ist sie als Fachfrau in Sachen „Musik“ bestens bekannt.

Musikalisch wurde Christina Nagel-Fischer bereits im Elternhaus geprägt, da ihre Mutter Bratsche spielte. „Wir haben alle Musik gemacht. Ich habe noch vier Geschwister und zwei haben auch Musik studiert“, erzählt die gebürtige Osnabrückerin, die im Stadtteil Eversburg aufwuchs. Daher war für sie bereits als Jugendliche klar, dass sie sich beruflich der Musik widmen würde. Ihr Musikstudium absolvierte sie in Detmold.

„Ich begann dann an der Kreismusikschule; aber unterrichtet habe ich immer schon privat“, erklärt die Musikpädagogin, die 2006 mit dem Orgelspiel und der Chorleitung begann. „Ich habe dann die C-Prüfung abgelegt. Gesungen habe ich auch immer schon und hatte zwischendurch Gesangsunterricht.“ Des Weiteren ließ sie sich von 2009 bis 2018 für das „Heilsame Singen“ ausbilden, indem sie am Psychoresonanztraining teilnahm und dabei das Meridiansingen besuchte sowie Qigong lernte.

An der Orgel

Heute spielt Christina Nagel-Fischer manchmal während der Gottesdienste in Rabber, Barkhausen, Ostercappeln oder in Melle Orgel. Zudem bietet sie bei sich zu Hause das „Heilsame Singen“ an. Diesen Begriff schufen Mitte der 1980er Jahre Dr. Karl Adamek, Carina Eckes und Heike Kersting. „Es geht darum sich zu öffnen, Spannung abzubauen oder dass der Atem frei fließt. Viele Leute haben Angst, sodass das Zwerchfell fest ist. Durch das ständige Singen eines immer gleichen Textes kann man sich entspannen und der Atem fließt mehr, das Zwerchfell entspannt sich. Es geht einem einfach besser“, betont die 53-Jährige, die dieses Singen für eine kleine Gruppe anbietet. 

Neue können jederzeit hinzukommen und sich unter Telefon 05472 7807 bei Christina Nagel-Fischer melden. Karl Adamek habe für diese Idee sogar das Bundesverdienstkreuz sowie den Deutschen Nationalpreis bekommen. „Weil er das Singen ehrenamtlich in Kindergärten eingeführt hat und ganz viel dazu geforscht hat“, stellt die Mutter von fünf Kindern dar, die meint: „Wenn man nicht singt, fehlt einem ein Flügel.“

An der Kreismusikschule

Außerdem ist die Bad Essenerin auf Honorarbasis an der Kreismusikschule Osnabrück tätig. Dort unterrichtet sie Querflöte, Klavier und Blockflöte für Kinder und Jugendliche. Seit etwa fünf Jahren leitet Christina Nagel-Fischer ebenfalls den Männerchor Rabber, der im kommenden Jahr im Juni sein 100-jähriges Jubiläum begeht. Kürzlich trat der Chor beim Maibaumaufstellen in Bad Essen auf, des Öfteren aber auch zu Geburtstagen oder beim Historischen Markt sowie dem Weihnachtsmarkt in Bad Essen.

An der Waldorfschule Melle sitzt sie im Rahmen des Unterrichtsfachs „Eurhythmie“ am Klavier. Was muss man sich darunter vorstellen? „Unter der Anleitung einer Lehrerin erzeugen die Kinder rhythmische Figuren. Dazu spiele ich so, wie sie sich bewegen. Ändern sich die Figuren, ändere ich auch mein Klavierspiel. Ich passe mich immer an. Manchmal machen wir es auch andersherum, wenn die Kinder hören lernen sollen. Dann spiele ich irgendwelche Tiere und sie bewegen sich dazu. Das ist schon ein weites Feld und jeder Eurhythmielehrer handhabt das anders, weil er andere Schwerpunkte hat“, sagt die Musikpädagogin. Eurhythmie ist übrigens die von Rudolf Steiner gegründete Ausdruckskunst auf Grund der Vereinigung von Bewegung mit Sprache oder Gesang, wobei den Bewegungen bestimmte Bedeutungen zugeordnet werden. Ziel sei, so Nagel-Fischer, Mensch sein, bei sich ankommen, sich wahrnehmen lernen.

Gebürtige Osnabrückerin 

Eigentlich widmet die gebürtige Osnabrückerin ihr gesamtes Leben der Musik. Falls sie Freizeit hat, wie gestaltet sie die am liebsten? „Wenn ich es schaffe, koche ich gerne für meine drei Kinder, die noch zu Hause leben. Gehe aber auch mit unseren Hunden spazieren und singe dabei. Denn durch das Rhythmische stabilisiert man sich. Ansonsten genieße ich die Natur, lese gerne, mache in meiner Freizeit aber auch Musik, indem ich Querflöte oder Orgel übe“, zählt Christina Nagel-Fischer auf, die sich für die Zukunft wünscht: „Dass ich das „Heilsame Singen“, wie ich es gelernt habe und wo ich weiß, dass es den Menschen gut tut, im Sinne von Karl Adamek weiter verbreite. Denn seine Texte berühren sehr. Sie öffnen die Seele und die Menschen können sich besser untereinander verbinden, da entsteht Nähe.


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