Fuchs aus Wimmer liebt Musik Mit Trompete und Euphonium zur Leiterin des Lintorfer Posaunenchors

Carolin Fuchs aus Wimmer ist nicht nur eine Bläserin im Lintorfer Posaunenchor, sondern die Leiterin und Dirigentin. Foto: Jana HenschenCarolin Fuchs aus Wimmer ist nicht nur eine Bläserin im Lintorfer Posaunenchor, sondern die Leiterin und Dirigentin. Foto: Jana Henschen

Wimmer. Als Kind lernte sie in der Grundschule Blockföte, nach der Konfirmation stieg sie auf die Trompete um und derzeit leitet Carolin Fuchs mit Begeisterung den Lintorfer Posaunenchor. Die Wimmeranerin zeigt auch Erwachsenen das Trompeten

Seit dem 1. Dezember 2018 ist Carolin Fuchs nicht nur eine Bläserin im Posaunenchor, sondern die Leiterin und Dirigentin. "Vorher hat Renate Bösmann 26 Jahre lang erfolgreich den Posaunenchor geführt. Ob ich das auch so lange mache, weiß ich nicht, aber es macht mir Spaß und ich mache es gerne", sagt die 38-Jährige aus Wimmer. Der Wechsel von einer "normalen Bläserin" zu einer, die vorne steht und dirigiert, sei anfangs eine Umstellung gewesen – und nicht nur für sie. "Jede Leiterin hat nun mal eine eigene Art und macht manche Dinge anders. Alle waren nett zu mir und haben den Wechsel hingenommen", sagt sie.

Üben und Auftreten

Sie dirigiert, wenn der Posaunenchor den Gottesdienst in der Johannes-der-Täufer-Kirche musikalisch begleitet und das macht er monatlich und in der Adventszeit oder um Ostern herum, also den Höhepunkten des Kirchenjahres, natürlich häufiger.

Das Schöne sei nicht nur ein Instrument zu können und donnerstags zu proben, sondern auch damit aufzutreten. "Mir ist es wichtig, mit der Musik auch rauszugehen", sagt Carolin Fuchs. Der Chor musiziert ab dem 90 Geburtstag zu den Festen der Kirchenmitglieder, spielt in Altenheimen oder bei Veranstaltungen auf dem Dorfplatz in Wimmer und Lintorf. 

Kreisposaunenfest am 2. Juni

In diesem Jahr steht noch ein großes Fest an. Der Posaunenchor Lintorf feiert sein 125 jähriges Jubiläum mit dem Kreisposaunenfest am 2. Juni. Dann werden Bläser aus allen 15 Posauenchören des Bläserverbands Melle-Wittlage-Bramsche-Georgsmarienhütte zur Lintorfer Sporthalle kommen. Wenn die über 200 Bläser gemeinsam spielen, werden sie so manchem Zuhörer Gänsehaut bereiten.

Das Posaunenfest ist am 2. Juni 2019 in Lintorf. Grafik: Posaunenchor Lintorf

Derzeit investiere Carolin Fuchs viel Zeit in die Organisation, aber der Chor, die Gemeinde, der Sportverein und die Ortschaft zögen alle an einem Strang und unterstützen. "Das ist wirklich toll", so Fuchs, für die der Chor ein schönes Hobby ist.

Musik in der Familie

Die Musik liegt bei Familie Fuchs aus Wimmer im Blut. Die beiden Kinder lauschen den Eltern bei Proben und die Tochter möchte am liebsten schon im Chor mitspielen, aber dafür müsse sie noch ein bisschen älter werden, sagt die Mama. Ihr Ehemann Christian Fuchs ist Landesposaunenwart der Landeskirche Hannover und betreut und bildet Chöre und Chorleiter aus.

2003 hat Fuchs die Posaunenchorleiterausbildung erfolgreich absolviert. Sie lernte die Musiktheorie, das Dirigieren und wann man welche Lieder im Kirchenjahr spielt. Hier und bei einem Seminar der Landeskirche Niedersachsen hat sie gemerkt:


"Posaunenchorbläser sind immer eine lockere Gruppe, mit denen man gerne ins Gespräch kommt."


Die Erfahrung machte sie auch während ihres Diplomstudiums Pädagogik mit Fachrichtung Erwachsenenbildung in Hannover. In ihrer Freizeit spielte sie in der evangelischen Studentengemeinde und "die Trompete war ein Türöffner und gut, um mit Leuten in Kontakt zu kommen."

Lernen und lehren

Ihr Studium hatte zum Ziel, "Erwachsene zum Lernen zu halten" und genau das macht sie beruflich als Personalreferentin bei einer Krankenkasse. Im Posaunenchor ist sie vor zwei Jahren von der Trompete auf das Eu­pho­ni­um umgestiegen. "Die tiefen Instrumente sind in unserem Chor etwas zu dünn besetzt und deshalb habe ich gewechselt und es macht mir großen Spaß", sagt sie. Im Unterschied zur Trompete wird beim Euphonium der Bassschlüssel statt des Violinenschlüssels gelesen, zudem ist das Mundstück etwas größer und "das liegt mir eigentlich besser. Ich hätte schon eher umsteigen sollen", sagt Carolin Fuchs und lacht.

Anfänger gesucht

Als Posaunenchorleiterin ist sie immer auf der Suche nach weiteren Musikern: "Man muss sehen, dass es immer weitergeht und nicht irgendwann eine eingefahrene Gruppe wird". Auch deshalb bringt sie in Lintorf anderen das Blasen bei. Bei Interesse kann man sich bei ihr melden und ab mindestens zwei Personen beginnt ein Kurs – mal nur mit Kindern, mal nur mit Erwachsenen und mal beginnt ein Eltern-Kind-Kurs, in dem Mütter oder Väter mit ihren Kindern gemeinsam üben. Viele spielen heute noch im Chor, der von Jugendlichen bis Senioren alle Generationen bedient.

Je nachdem wie viel auch zuhause geübt werde, könnten die Anfänger meist nach zwei Jahren oder früher im Chor mitspielen. Außerdem gebe es sogenannte Über-Dämpfer für die Posaune oder Trompete, die das Instrument leiser machen und für das Üben zuhause perfekt seien.

Im vergangenen Jahr haben drei Erwachsene ein Instrument erlernt und meist bleiben die laut Fuchs länger als Jugendliche oder Kinder dabei. "Ende 2018 haben wir Hartwig Helms aus dem Posaunenchor verabschiedet. 70 (!) Jahre hat er im Chor gespielt", sagt Fuchs, die sich über dieses Engagement freut.


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