Den Standort stärken Was kommt nach dem Speicherabriss in Bad Essen?

Von Andreas Schnabel

Der Bagger bei der Aufräumarbeit auf dem Areal in Bad Essen. Im Anschluss wird die Baugrube verfüllt. Foto: Martin NobbeDer Bagger bei der Aufräumarbeit auf dem Areal in Bad Essen. Im Anschluss wird die Baugrube verfüllt. Foto: Martin Nobbe

Bad Essen. Der Getreidespeicher an der Marina in Bad Essen ist Vergangenheit. Nun stehen die Restarbeiten an – und die Frage: Wie wird die Fläche gestaltet? Was soll dort entstehen? Wohnungen, Gastronomie, Büros, ein Angebot für die Bürger oder eventuell ein Hotel? Was ist realistisch und realisierbar?

Die zahlreichen Schaulustigen, die seit dem Beginn der Abbrucharbeiten am Speicher Mitte März die Schulallee säumten, sind längst nicht mehr da. Nun wird noch Abbruchmaterial sortiert und zerkleinert. Der Keller und die Fundamente des Hauses müssen entfernt werden.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion plädiert Bürgermeister Timo Natemeyer für eine Stärkung des Standortes Bad Essen und eine sachliche Abwägung, wie die Attraktivität weiter gesteigert werden könne: „In ein paar Wochen wird die Baugrube verfüllt sein und wir haben ein eingeebnetes Grundstück“.

Gespräche geführt

In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte der Bürgermeister berichtet, dass Gespräche geführt würden, um auszuloten, welche Nutzung am Standort möglich und wirtschaftlich sei. Auch Vorgaben bezogen auf Städtebau und Architektur gelte es noch festzulegen. „Das Thema ist natürlich immer noch aufgeladen durch die vergangenen Auseinandersetzungen um den Speicher“, betont Natemeyer. Im Rat habe die Kontroverse vor einem Jahr eigentlich nur darin bestanden, „ob man den Speicher sogleich abbricht und anschließend neu plant – oder ob man zunächst noch mal alle Optionen prüfen sollte und erst dann abbricht, wenn ein gutes Neubaukonzept gefunden ist“.

Der Bad Essener Rathauschef blickt zurück: „So weit war man da gar nicht auseinander.“ Eine Rolle spielten seinerzeit in der Diskussion, so Natemeyer, auslaufende Fördermittel, mit denen der Abriss (Kosten heute: Rund 240.000 Euro) zu zwei Dritteln bezuschusst werden konnte.

Das Bürgerbegehren

Im Zuge des Bürgerbegehrens sei es dann nicht mehr um einen Zeitplan gegangen, sondern um die zugespitzte Frage „Erhalt oder Abriss?“. Natemeyer: „Die Meinungen sind schon hart aufeinander geprallt. Es ist wichtig, dass wir jetzt nach vorne blicken. Im Interesse Bad Essens und der gesamten Gemeinde. Darin sind sich nach meinem Eindruck alle Kräfte im Rat einig.“

Der Wunsch gehe in der Kommunalpolitik dahin, mit einem Neubau wieder eine markante Architektur zu schaffen, die einen gewissen Wiedererkennungswert habe. „Ehe wir in einen Investoren- und Architektenwettbewerb gehen, wollen wir vorab Einschätzungen zu möglichen Nutzungen an der Hafenstraße bekommen“, erläutert Natemeyer. „Schön wäre natürlich eine Nutzung, die eine öffentliche Belebung des Platzes an der Marina mit der Promenade unterstützt und berücksichtigt.“

Das Bad Essener Hafenquartier biete Investoren interessante Möglichkeiten, die es aufzuzeigen gelte, betont der Bürgermeister


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