Käufer aus dem Emsland Schloss Hüffe in Pr. Oldendorf hat einen neuen Besitzer

Von Sandra Spieker und Andreas Schnabel

Schloss Hüffe in Pr. Oldendorf- Lashorst hat einen neuen Besitzer. Archivfoto: Moritz FrankenbergSchloss Hüffe in Pr. Oldendorf- Lashorst hat einen neuen Besitzer. Archivfoto: Moritz Frankenberg

Pr. Oldendorf. Schloss Hüffe ist nach vier Jahren verkauft worden.

Im August 2015 wurde das Insolvenzverfahren für Schloss Hüffe, in Bad Essens westfälischer Nachbarstadt Pr. Oldendorf gelegen, eröffnet. Das Erbe war ausgeschlagen worden. Das Schloss wurde – anfangs für 6,5 Millionen Euro – beim bekannten Auktionshaus Sotheby’s angeboten.

Nun ist das Schloss im Stil des spätbarocken Klassizismus verkauft. Die Beurkundung erfolgte am 28. März dieses Jahres, bestätigt Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken aus Minden. Damit hat die Luxusimmobilie  nach vier Jahren einen neuen Schlossherrn. Bei dem Käufer soll es sich um einen Kaufmann aus dem Emsland handeln. Das wollte Höltershinken weder bestätigen noch verneinen. 

Kein Sanierungsstau

Zum Ensemble des mehr als 70 Zimmer zählenden Wasserschloss es mit insgesamt 2000 Quadratmetern zählen auch die Orangerie, das Haus des ehemaligen Barons, das Verwaltungsgebäude mit drei Wohnungen, die Begräbnisinsel sowie die Stallungen. Alle Gebäude sollen in gepflegtem Zustand sein, ein Sanierungsstau bestehe nicht. Allein die Unterhaltung der Gebäude soll 400 000 Euro pro Jahr kosten. Die Ländereien, die zum Teil verpachtet sind, umfassen eine Fläche von rund 140 Hektar. Die Pachtverträge bleiben bestehen, so Höltershinken.

Steiner freut sich

Der Käufer ist bei der Stadtverwaltung Pr. Oldendorf nach Angaben von Bürgermeister Marko Steiner noch nicht vorstellig geworden. Diverse Interessenten vor ihm schon, darunter etwa ein asiatischer und ein amerikanischer Geschäftsmann samt Gefolge. Steiner freut sich, dass nun ein Käufer gefunden wurde.

Der Privatfriedhof von Schloss Hüffe. Die Luxus-Immobilie hat unter anderem 72 Zimmer, Reithalle mit Fußbodenheizung, Orangerie und eine Friedhofsinsel. Archivfoto: Moritz Frankenberg


Doch das gestaltete sich gar nicht so einfach: „Läge das Schloss in der Nähe von Düsseldorf oder Frankfurt, wäre das kein Problem gewesen“, sagt Höltershinken. . Mehr als 100 Interessenten beziehungsweise Kontakte gab es für Schloss Hüffe – darunter wohl viele ernsthafte, aber auch einige andere. Der Insolvenzverwalter berichtet von einem US-Milliardär aus San Francisco, der das Schloss für seine pferdebegeisterte Tochter kaufen wollte und gleich fragte, ob noch mehr umgebende Ländereien dazu zu erwerben seien.


Wirtschaftsgebäude auf dem Gelände vom Schloss Hüffe. Archivfoto: Moritz Frankenberg


 

Oder von einem asiatischen Geschäftsmann, der samt großem Gefolge und Architekt zur Besichtigung kam und dort einen Hubschrauberlandeplatz bauen wollte. Auch ein Scheich interessierte sich für das ostwestfälische Kleinod, ebenso wie ein Bordellbetreiber aus dem Norden Deutschlands. Künstler aus Düsseldorf hatten Pläne, auf Schloss Hüffe eine Skulpturenlandschaft zu erschaffen. Damit sie sich ungestört entfalten könnten, wollten sie einen Zaun oder eine Mauer um das Schloss ziehen... 

Ein neues Kapitel

Auch ein Großwildjäger, der von Afrika nach Deutschland zurückkommen wollte, wurde in Pr. Oldendorf vorstellig, sowie ein Unternehmer, der sich gern mit einer Catering-Firma für Großevents ansiedeln wollte.

Einige hätten sich einfach gar nicht mehr gemeldet. Mit dem jetzigen Käufer habe er von Anfang an „angenehme Verhandlungen“ geführt. Er habe gleich seine Berater mitgebracht und das Schloss mehrfach besichtigt.

Urkundlich erwähnt wurde das Schloss Hüffe im 13. und 14. Jahrhundert. Der ursprüngliche Eigentümer des Rittergutes war die Familie von Schloen, genannt Gehle. Bis ins 18. Jahrhundert gab es mehrere Besitzer. 1773 erwarb Friedrich Christian Arnold von Jungkenn das Gut. Seine Familie besaß es bis 1947. 

1977 kaufte Hartmut Krukemeyer das Schloss, zuvor betrieb das Deutsche Rote Kreuz dort ein Altenheim. Nach Krukemeyers Tod im Jahr 1994 blieb das Anwesen im Besitz seiner Witwe, Katharina Gräfin von Schwerin-Krukemeyer. Nach deren Tod gab es einen Erbstreit. Der Stiefsohn der Gräfin, Manfred Georg Krukemeyer, nahm das Erbe nicht an. Ein Insolvenzverwalter hat schließlich den Verkauf des Schlosses eingeleitet.


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