zuletzt aktualisiert vor

„Wie schön es hier doch ist“ Sechs Gästeführer stellen den Kurort Bad Essen auf vielfältige Weise vor

Von Christa Bechtel

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Essen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die sechs Gästeführer: Ute Elbrecht-Hockemeyer (v.l., sitzend), Marion Middendorf, Rixte Haro; dahinter v.l. Manfred Schulpius, Werner Henrichs und Martina Wolter. Foto: Christa BechtelDie sechs Gästeführer: Ute Elbrecht-Hockemeyer (v.l., sitzend), Marion Middendorf, Rixte Haro; dahinter v.l. Manfred Schulpius, Werner Henrichs und Martina Wolter. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. „Ich bin die Seniorin hier unter den Gästeführern“, sagt Rixte Haro spontan, die mit Ute Elbrecht-Hockemeyer, Werner Henrichs, Marion Middendorf, Manfred Schulpius und Martina Wolter eines gemeinsam hat: Als Gästeführer stellen sie für den Kur- und Verkehrsverein Bad Essen Besuchern aus nah und fern ihren schmucken Kurort auf vielfältige Weise vor.

Angefangen hat Rixte Haro vor vielen Jahren, „als ich begann, im ‚Labyrinth der Sinne‘ Führungen anzubieten“, erklärt die Ruheständlerin. Als die Gästeführerin einmal ausfiel, sagte man zu ihr: Ach, du kannst das auch wohl. Zu der Zeit waren ihre Kinder aus dem Haus, die Eltern nicht mehr zu pflegen, „und immer hat man auch keine Lust für Haus & Garten. Und da triffst du ein paar interessante Leute“, sagte sich damals die gebürtige Bad Essenerin, die an ihrer Aufgabe besonders reizvoll findet: „Den Leuten zu erzählen, wie schön es hier doch in Bad Essen ist, aber auch interessante Antworten oder Fragen zu bekommen.“

„Ich habe über Jahrzehnte Land und Leute kennengelernt und fühle mich hier sehr wohl“, betont Werner Henrichs, der sein ganzes Leben in Bad Essen verbrachte. Als Rentner suchte der frühere Therapeut in einer örtlichen Klinik eine sinnvolle Tätigkeit. Außerdem habe er sich gedacht: „Man kann im Leben nicht nur nehmen, sondern muss auch etwas geben.“ Dies sei ein Beweggrund bis heute, etwas zurückzugeben von dem, was er bekommen habe. „Das bringt auch Freude, weil von den Gästen was zurückkommt“, weiß Henrichs, der es außerdem schätzt, „innerhalb eines sehr kollegialen Teams zu arbeiten, wobei ich die Mitarbeiter der Tourist Information mit einschließe.“

„Ich bin durch puren Zufall dazu gekommen“, verrät Martina Wolter, seit drei Jahren Gästeführerin. „Wir haben in Harpenfeld/Lockhausen eine Marmeladenbude, wo wir die Marmeladen für einen guten Zweck verkaufen. Ein paar Jahre hatten wir Gläser über, die wir am Stand der Tourist Info auf der Ippenburg verkaufen durften“, erzählt Wolter. Als sie eines Tages dort für drei Stunden den Dienst übernommen hatte, „hat das so viel Spaß gemacht, mit den Leuten über Bad Essen zu sprechen, Fragen zu beantworten.“ Das bekam die Geschäftsführerin des Kur- und Verkehrsvereins, Annette Ludzay mit und meinte: „Wir suchen immer Nachwuchs an Gästeführern, hast du nicht Lust?“ Heute ist der gelernten Friseurmeisterin der Kontakt mit den vielen verschiedenen Leuten sehr wichtig.

„Ich bin der Einzige in dieser Runde, der Neu-Bad Essener ist“, gesteht Manfred Schulpius, der vor elf Jahren aus dem Raum Braunschweig zuzog. Nachdem er sein Haus repariert und umgebaut hatte, „wurde der Tag immer länger“. Ein Schwiegersohn sei schon in der Mühle tätig gewesen, „und so rutschte ich in den Kreis der vier Müller, erklärte den Gästen die Mühle“, berichtet Schulpius. 2004 trat die Tourist Info an ihn heran, warb ihn als Gästeführer. Er sagte zu, denn „ich wollte auch wissen, wo ich hier wohne. Und die Leute hörten mir zu, klatschten am Schluss sogar“, sagt er strahlend und bekennt, dass jede Führung für ihn auch eine Bereicherung sei.

„Ich bin letztes Jahr im Rahmen der Gartenschau mit den Gästeführungen gestartet“, erläutert Ute Elbrecht-Hockemeyer, die früher im Bereich Personalentwicklung/Vertrieb tätig war. Dadurch habe sie beruflich immer schon mit sehr vielen Menschen zu tun gehabt. In den vergangenen Jahren habe sich ihre Liebe zu den Gärten auf Schloss Ippenburg entwickelt. „Wenn ich dort war, war das wie ein Tag Urlaub. Insofern hatte ich letztes Jahr ganz viel Urlaub, weil ich oft in den Gärten war, sie erklären durfte und viel dazugelernt habe“, bemerkt sie lächelnd. Zudem fand sie es sehr spannend, die Ortsgeschichte Bad Essens zu lernen. „Weil ich mich für Geschichte immer schon interessiert habe, den geschichtlichen Hintergrund wichtig finde und die Gäste für unseren Ort begeistern möchte.“

„Ich habe mich auch gemeldet, weil ich dachte, dass mir das Spaß machen würde“, äußert sich Marion Middendorf, die ebenfalls zur Landesgartenschau als Gästeführerin begann. Erfahrungen sammelte sie bereits im Verschönerungsverein Hüsede. Immer noch findet die gebürtige Lintorferin es reizvoll, „über die Gegend so viel zu lernen, wo ich immer schon gelebt habe. Ich habe bestimmt alle Bücher gelesen, die es über Bad Essen gibt.“

Bei den Führungen weiß sie es zu schätzen, „dass man stets etwas erfährt, was man noch nicht wusste. Es sind einfach tolle Kontakte“, unterstreicht die Betreuungskraft für Demenzkranke. Bis auf Ute Elbrecht-Hockemeyer und Marion Middendorf haben alle das „Gästeführer-Diplom“ der LEB. Seit 2011 gibt es auch einen Stammtisch; hier treffen sich die sechs jeden ersten Dienstag im Monat in der Gaststätte „Hannibal“, wo beispielsweise neue Quellen oder Informationen an die Runde weitergegeben werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN