Besonderer Job für Janina Bergmann Aus Bad Essen zu einem Abenteuer ins ferne Shanghai

Von Jonna Beyering

Janina Bergmann unterstützt sechs Monate lang den Aufbau einer neurologischen Rehaklinik in Shanghai. Foto: Jonna BeyeringJanina Bergmann unterstützt sechs Monate lang den Aufbau einer neurologischen Rehaklinik in Shanghai. Foto: Jonna Beyering

Bad Essen. Vor zwei Wochen startete Janina Bergmann in ein besonderes Abenteuer: Ein halbes Jahr lang wird sie in Shanghai den Aufbau einer neurologischen Rehaklinik unterstützen. Janina Bergmann ist Physiotherapeutin im Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen in Bad Essen.

"Es ist alles noch ein wenig unwirklich, aber unglaublich spannend“, berichtet Janina Bergmann. Vor  14 Tagen ist die 31-Jährige in Shanghai gelandet. Dort wird sie ein halbes Jahr lang ihre therapeutische Expertise beim Aufbau einer neurologischen Rehaklinik einbringen.

Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Einsatz? Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim etabliert international die neurologische Reha nach westlichen Standards. Die Dr. Becker Klinikgruppe, zu der auch das Neurozentrum Bad Essen, gilt als Qualitätsführer im Bereich der neurologischen Rehabilitation. Boehringer arbeitet daher bereits seit einigen Jahren erfolgreich mit der Klinikgruppe zusammen.

„Ich war sofort Feuer und Flamme“

2017 trat das Pharmaunternehmen dann mit der Frage an die  Klinikgruppe heran, ob ihre Therapeuten beratend beim Aufbau der chinesischen Klinik vor Ort mitwirken wollen: „Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich von der Möglichkeit gehört habe“, lächelt Bergmann. „Das war eine einzigartige Chance für mich. In unserem Beruf ist es nämlich gar nicht so leicht Auslandserfahrung zu sammeln, da unsere Abschlüsse nicht überall anerkannt werden.“

Shanghai

Shanghai gehört zu den größten Städten der Welt. Zu Shanghai gehören außer der Innenstadt mit etwa 15 Millionen Einwohnern zahlreiche umliegende, bis 50 Kilometer entfernte Stadtbezirke mit weiteren etwa 8 Millionen Einwohnern. Die Metropole liegt im Osten Chinas im Mündungsgebiet des Jangtsekiang.


Bergmann ist die vierte Therapeutin, die von der Klinikgruppe entsandt wurde, um neurologisches Reha-Know-How nach Shanghai zu bringen. „Ich werde jetzt vier Wochen lang von einem Kollegen aus der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht eingearbeitet“, erklärt Bergmann. „Auch das macht das Ankommen hier erst einmal leichter“. Für eine Wohnung in der Nähe in der Klinik sei gesorgt und die Vertragsergänzungen seien gut geregelt gewesen – für die Zeit in Shanghai bekommt sie einen Auslandszuschlag.


Angekommen in China ist Janina Bergmann. Foto: Bergmann


In China angekommen, hat Janina Bergmann bislang vor allem eines bemerkt: Sie muss kreativ werden, um sich verständigen zu können. Alles im therapeutischen Team wird vom Englischen ins Chinesische und dann wiederum zurück ins Englische übersetzt. „Aber im Großen und Ganzen sind wir darauf alle eingestellt und es klappt sehr gut.“ Auch die chinesischen Patientennamen sind durchaus schwierig für deutsche Zungen. „Die Patienten bekommen daher Aliasnamen von uns.  "Wir behandeln hier also beispielsweise ,the old lady' und ,the dizzy lady', schmunzelt Bergmann.

Kooperation noch bis Ende 2020

Bergmann wird bis voraussichtlich Ende September in Shanghai bleiben. Bis dahin hat sie sich mit den chinesischen Kollegen einiges vorgenommen: „Gerade läuft hier ein Gruppentraining in der Medizinischen Trainingstherapie an. Und wir möchten weitere Gruppen, wie zum Beispiel ein Terrain-Training integrieren. Dabei erlernen die Patienten das Gehen auf unebenem Boden. Und wir arbeiten an einem Eigenübungsprogramm, mit dem die Patienten eigenständig auch in den Abendstunden aktiv werden können – wenn sie das möchten.“ 

Im Spätsommer wird sie ihre Aufgaben dann an den nächsten deutschen Kollegen oder die nächste Kollegin übertragen.


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