Straßenbehörde NRW angeschrieben Landrat Lübbersmann gegen B65 neu in Bad Essen

Gegen die B65 neu sind (von links) Viktoria und Luise von dem Bussche, Landrat Michael Lübbersmann, Volker Schulte, Elisabeth Mardorf, Philip von dem Bussche. Foto: Jana HenschenGegen die B65 neu sind (von links) Viktoria und Luise von dem Bussche, Landrat Michael Lübbersmann, Volker Schulte, Elisabeth Mardorf, Philip von dem Bussche. Foto: Jana Henschen

Lockhausen. Landrat Michael Lübbersmann traf sich mit der Bürgerinitiative „Stoppt die B65 neu“ und hat sich dabei gegen eine Neutrassierung der B 65 in der Gemeinde Bad Essen ausgesprochen. Dieses habe die Kreisverwaltung auch der Straßenbaubehörde Nordrhein-Westfalens mitgeteilt.

"Die Verwaltung und der Landrat lehnen die Meldelinie und die Komplettverlegung der B65 ab", sagte Landrat  Michael Lübbersmann unserer Redaktion. Die Osnabrücker Kreisbehörde habe Anfang des Jahres an die Straßenbaubehörde NRW geschrieben, "dass bei Planungen bedacht werden soll, dass eine Verschwenkung auf die B65 alt noch auf nordrheinwestfälischer Seite stattfindet", erklärte er weiter. In NRW wird die neue B65 befürwortet. In Bad Essens westfälischer Nachbarstadt Pr. Oldendorf hat sich der Stadtrat einstimmig für eine neue Straßenführung, sprich Umgehungen, ausgesprochen.

Gründe gegen Trasse

Die B65 neu in der Gemeinde Bad Essen lehnt Lübbersmann ab und schließt sich den Argumenten der Bürgerinitiative an. Als Sprecher der Initiative erklärte Philip von dem Bussche-Ippenburg im Gespräch mit dem Landrat: "Unser Anliegen ist, die neue Bundesstraße zu verhindern, weil es schon eine gute B65 gibt." Außerdem müsse die bestehende B65 von Lastwagen, die zu Firmen oder Gewerbegebieten an der derzeitigen B65 wollen, ohnehin weitergenutzt werden. 

Weitere Gründe gegen eine Neutrassierung sind laut der Initiative unter anderem die Zerschneidung der Landschaft und damit eine Entwertung für Lebensräume von Tieren, die Gefährdung des Grund- und Oberflächenwassers und damit des Trinkwassers. Zudem stünde die neue Trasse aus touristischer Sicht im Gegensatz zu Cittaslow, dem Schlössertourismus und den Wander- und Radwegen.

Umgehung für Wehrendorf

Der Landkreis Osnabrück hat in Dialogforen, in der Planungswerkstatt in der Gemeinde Bad Essen und mit der Straßenbauverwaltung die Streckenverlegung analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, "dass der Bedarf für eine Ortsumgehung ausschließlich für den Ortsteil Wehrendorf gesehen wird, während für die Teilstrecke bis zur Landesgrenze an der vorhandenen Trasse festgehalten werden soll und hierfür maximal Ertüchtigungen vorzusehen sind", so steht es in dem Schreiben des Landkreises an die Straßenbaubehörde NRW, das dem Wittlager Kreisblatt vorliegt.

Der Landrat betonte im Gespräch, dass es ihm ein Anliegen sei, für Wehrendorf eine Lösung zu finden. "Ich kann die unmittelbaren Anlieger nachvollziehen", sagte er, "Aber eine Lösung wird eine echte Herausforderung". Auch die Bürgerinitiative erklärte, dass eine Lösung für Wehrendorf gefunden werden müsse. Wie berichtet, wird eine Ortsumgehung schwierig, da der Bohmter Gemeinderat im Februar dieses Jahres "Nein" zu jedweder Neutrassierung der B 65 auf Bohmter Gemeindegebiet sagte.

Das Gespräch mit dem Landrat bezeichnet von dem Bussche als "fruchtbar" und freut sich, dass Landrat Michael Lübbersmann sowie die Landratskandidaten Horst Baier (SPD) und Anna Kebschull (Grüne) gegen eine Neutrassierung sind. Landratskandidat Frank Vornholt, über den wir demnächst berichten werden, spricht sich ebenfalls gegen die B65 neu aus.

Nächster Schnatgang

Die Initiative lädt zum nächsten Schnatgang, der am 11. Mai entlang der Meldelinie Harpenfeld-Lockhausen führt und um 9.45 Uhr bei Schloss Hünnefeld startet, ein. Flyer zum Schnatgang legt die Initiative in Bad Essener Geschäften aus.


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