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Abriss dauert mehrere Wochen "Stählernes Biest" beginnt am Montag mit Speicher-Abbruch in Bad Essen

In Wartestellung. Das Abbruchgerät ist in Position gebracht, am Montag geht es dem Speicher an den Beton. Foto: Martin NobbeIn Wartestellung. Das Abbruchgerät ist in Position gebracht, am Montag geht es dem Speicher an den Beton. Foto: Martin Nobbe 

Bad Essen. Der Riesenbagger hat Ende der vergangenen Woche bereits erste Vorarbeiten erledigt. Am Montag startet der eigentliche Abbruch des Speichers an der Marina Bad Essen.

Das erklärte Bauleiter Ralf Kruse am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Nachdem das Großgerät der Firma Moß für den Speicherabbruch in Bad Essen mittlerweile eingerichtet wurde und kleinere Anbauten an dem 35 Meter hohen Gebäude bereits entfernt worden sind, wird der eigentliche Abbruch am Montag starten. Dann geht es dem ehemaligen Getreidespeicher endgültig an den Beton.

Anbauten rund um den Speicher sind am Freitag bereits entfernt worden. Montag beginnt der eigentliche Abbruch des 35 Meter hohen Gebäudes. Foto: Martin Nobbe

Mit dem Spezialgerät wird das Hochhaus dann Stück für Stück von oben nach unten  heruntergebrochen. Seit Donnerstag finden sich auf der Schulallee und am Kanal immer wieder Schaulustige ein, die das Geschehen beobachten. Ein Bürger meinte zum Riesenkran: "Das ist ein ganz schönes stählernes Biest"!"

 Für die Abbrucharbeiten, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden, wird die Schulallee nicht gesperrt, ansonsten ist für Verkehrsteilnehmer beim griechischen Restaurant Endstation. Sicherheit geht vor. 

Video: So sieht der Bad Essener Hafenspeicher von innen aus

Den zu erwartenden Staubentwicklungen werde während der Abbruchphase  mit Wasser-Befeuchtung entgegengewirkt, so Andreas Pante, im Bad Essener Rathaus Fachdienstleiter Bauen, Planen und Umwelt. Der Spezialbagger "ZX 870" kann je nach Aufbau bis zu 50 Meter hohe Bauwerke bearbeiten, sei es beim Abbruch von  Autobahnbrücken, im Bereich des Industrierückbaus, dem Abbruch von hohen Spezialbauten oder  beim Zechenabbruch.

In wenigen Tagen Geschichte: Der ehemalige Getreidespeicher am Mittellandkanal. Foto: Karl-Heinz Kunz


Rückblick: Der Speicher an der Marina galt seit Beginn des Sanierungsverfahrens als erhaltenswerte Landmarke. Dann folgte ein Ratsbeschluss für den Abriss und letztlich ein Bürgerentscheid. Das Ergebnis des ersten Bürgerentscheides in der Geschichte der Gemeinde Bad Essen Mitte November vergangenen Jahres war dann ein eindeutiges Plädoyer für den Abriss. Von 12 438 stimmberechtigten  Bürgern stimmten 5710 ab. 3263 votierten mit Nein, wollten also den Abriss. 2411 stimmten mit Ja für den Erhalt des einzigen Hochhauses im Wittlager Land.

Mit dem Verschwinden des 10 Stockwerke hohen, im Jahr 1938 von Ludwig Hardach erbauten Gebäudes wird ein Stück jüngerer Wittlager Geschichte verschwinden. Nach dem Abbruch, der 237 000 Euro kostet, soll die Ex-Speicher-Fläche an der Marina neu überplant werden.


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