Ile-Regionalmanager im Wittlager Land Dieser Mann hilft dabei, Gelder von der EU und vom Bund zu bekommen

Ile-Regionalmanager Karsten Perkuhn in seinem Büro im Bad Essener Rathaus. Der 29-Jährige ist in Lockhausen aufgewachsen. Foto: Rainer WestendorfIle-Regionalmanager Karsten Perkuhn in seinem Büro im Bad Essener Rathaus. Der 29-Jährige ist in Lockhausen aufgewachsen. Foto: Rainer Westendorf

Bad Essen. Ile, das steht für „Integrierte ländliche Entwicklung“. Karsten Perkuhn ist der Ile-Regionalmanager für das Wittlager Land. Um Gelder von EU und Bund zu bekommen, hilft er als Ansprechpartner den Bürgern, Vereinen und Kommunen im Wittlager Land.

Er hat die Aufgabe im Sommer 2018 von Anna Becker übernommen, die in den Mutterschutz und anschließend in die Elternzeit gegangen. Karsten Perkuhn entdeckt seine Heimat durch seinen Job immer wieder neu. Er ist in Lockhausen aufgewachsen und hat sein Abitur am Gymnasium Bad Essen gemacht. "Ich bin mit der Region eng verbunden", sagt der 29-Jährige. Der Beruf hat ihn nach dem Studium zurückgeführt in den Altkreis. 

Nach dem Abitur hat er in Bremen studiert. Und zwar Humangeografie sowie anschließend Stadt- und Regionalentwicklung. Humangeografie, was ist das? "Wo und wann siedeln sich Firmen und Menschen an?", das sei eine Frage. Der Studiengang verbindet also auch wirtschaftliche und soziale Themen. "Meine Bachelorarbeit habe ich über die Landesgartenschau Bad Essen geschrieben", berichtet Perkuhn. 

Austausch mit Kollegen

Nach dem Studienabschluss hat ihn die Lingener pro-t-in GmbH angestellt. Das Büro aus dem Emsland begleitet und betreut den Ile-Prozess in den drei Wittlager Gemeinden. "Einen Tag in der Woche bin ich in Lingen", sagt der Regionalmanager. Das pro-t-in noch für zwei weitere Ile-Regionen im Osnabrücker Land zuständig ist, sei der Austausch in Lingen sehr hilfreich. "Wie haben das die Kollegen gemacht?", könne man jederzeit fragen. Wo gebe es noch Fördertöpfe für die Umsetzung von Projekten und was sei bei Anträgen zu beachten. Auch darüber wird gesprochen.

Dienstags bis freitags ist Perkuhn dann in Bad Essen. Sein Büro befindet sich im Raum 2.11 im Rathaus. "Es ist wichtig, in der Region vor Ort zu sein und Gesicht zu zeigen", betont Perkuhn. Der erste Kontakt kommt in der Regel telefonisch zustande. Der Regionalmanager will Ansprechpartner seien – und nicht nur am Schreibtisch sitzen. Deshalb fährt er raus, spricht mit potenziellen Antragstellern und schaut sich die Gegebenheiten an.

Das Entwicklungskonzept

Das Wittlager Land ist als Ile-Region anerkannt. Grundlage dafür war die Erstellung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (Ilek). Es ist der rote Faden zur Entwicklung einer Region, der vor einigen Jahren gemeinsam von Bürgern, der Wirtschaft und der Politik in zahlreichen Arbeitskreisen erarbeitet worden ist. Das Konzept wurde erstmals 2007 aufgestellt und 2014 fortgeschrieben.

Fünf Themenfelder werden darin beschreiben: Wohnen, Soziales, Klima und Natur, (Land-)Wirtschaft und Verkehr sowie Tourismus. "Ziel des Ile-Prozesses ist es, das Wittlager Land als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum zu sichern und weiter zu entwickeln", so Perkuhn. Als Regionalmanager  ist es Perkuhns Aufgabe, Projekte anzustoßen und umzusetzen. Beispiele aus den vergangenen Jahren sind unter anderem das kommunale Wirtschaftsforum und die Fairtrade-Initiative im Altkreis.

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Beratung und Hilfe beim Stellen von Förderanträgen, damit Vorhaben, die in das Ilek passen, auch verwirklicht werden können. Derzeit läuft die Förderperiode 2014 bis 2020. Woher kommt das Geld für die Projekte in den drei Kommunen? In der Regel sind es Zile-Mittel. Zile, das sind Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung. Dieser Topf wird mit Geldern von Europäischer Union und Bund finanziert. Zuständig für die Anträge wiederum ist das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL).

Stichtag 15. September

Anträge beim ArL kann jeder stellen – als Regionalmanager weiß Perkuhn jedoch, worauf es ankommt und wie das Vorhaben beschrieben werden sollte. Je höher die Antragsqualität, desto größer die Wahrscheinlichkeit, eine Zusage zu erhalten. Stichtag für Förderanträge ist jeweils der 15. September. Karsten Perkuhn bittet allerdings darum, sich rechtzeitig zu melden, damit die Anträge gut vorbereitet werden können. Also nicht bis zum 10. September warten...

Ob ein Vorhaben bezuschusst wird, hängt auch davon ab, wie gut die Töpfe jeweils gefüllt sind. Gut sieht es derzeit im Bereich Tourismus aus. Hier wurden nahezu alle Anträge des Jahres 2018 bewilligt. So kann etwa mithilfe der Fördermittel die Skater-Anlage in Bad Essen saniert werden. Auch das Kleinbahnmuseum Pr. Oldendorf erhält Geld für die Restaurierung einer Lok.

Karsten Perkuhn ist telefonisch unter der Ostercappelner Nummer 05473 9202-40 sowie per E-Mail an ilek@wittlager-land.eu erreichbar.


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