Besuch in Bad Essen Kandidat Baier sieht keinen Bedarf für eine neue B 65

Von pm

Im Vorfeld der  Landratswahl lädt die Bürgerinitiative „Stoppt die B65 neu“ alle Kandidaten zu Gesprächen ein. Nach Anna Kebschull war nun der SPD-Politiker Dr. Horst Baier, der als unabhängiger Kandidat antritt, bei der Initiative zu Gast. Termine mit Frank Vornholt und Dr. Michael Lübbersmann werden folgen. Foto: Initiative Stoppt B 65 neuIm Vorfeld der Landratswahl lädt die Bürgerinitiative „Stoppt die B65 neu“ alle Kandidaten zu Gesprächen ein. Nach Anna Kebschull war nun der SPD-Politiker Dr. Horst Baier, der als unabhängiger Kandidat antritt, bei der Initiative zu Gast. Termine mit Frank Vornholt und Dr. Michael Lübbersmann werden folgen. Foto: Initiative Stoppt B 65 neu

Harpenfeld. Landratskandidat Dr. Horst Baier sieht keinen Bedarf für eine Trasse der B 65 in der Gemeinde Bad Essen.

Im Vorfeld der am 26. Mai stattfindenden Landratswahl lädt die Bürgerinitiative „Stoppt die B65 neu“ alle Kandidaten zu einem Gespräch ein. Nach Anna Kebschull war nun der SPD-Politiker Dr. Horst Baier, der als unabhängiger Kandidat antritt, bei der Initiative zu Gast. Termine mit Frank Vornholt und Dr. Michael Lübbersmann werden folgen.

Im Gespräch mit Horst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück, gab es Gelegenheit, im Gelände nördlich von Bad Essen den zukünftig geplanten Trassenverlauf darzustellen. Argumente bezüglich Landschaftsschutz und Erhaltung von Kulturgütern, Trinkwasserschutzgebiet, Artenvielfalt usw. konnten von der Bürgerinitiative vorgetragen werden und fanden Verständnis. Insbesondere wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass aufgrund der schon bestehenden Ost-West-Verbindungen (A 30, bestehende B 65 und L 770) aus Sicht der Bürgerinitiative kein Bedarf besteht, "eine neue Trasse durch so wertvolles Gebiet zu legen." 

Schutzgebiet bewahren

  Ein großes Problem sehe er darin, dass ein großes Landschaftsschutzgebiet auch mit seltenen Vögeln und anderen Arten zerschnitten und im Prinzip zerstört werde, so Baier. Er glaube nicht, dass diese wertvollen Gebiete an anderer Stelle, vor allem nicht in der näheren Umgebung, kompensiert werden könnten. Nach seiner Auffassung verfügt der Landkreis Osnabrück nur über sehr wenig naturnahe Landschaften im Vergleich zu anderen Regionen. Die Zerstörung einer so wertvollen Fläche wäre aus Sicht von Baier daher kontraproduktiv. 

Touristische Bedeutung

Zusätzlich würde eine neue B 65 nach seiner Einschätzung sehr starke Einschränkungen für die weitere Entwicklung von Bad Essen nach sich ziehen. Bad Essen sei seit der Landesgartenschau auf einem guten Wege, sich auch als Tourismusstandort zu entwickeln. Gerade die beiden Schlösser in der Nähe von Bad Essen, die durch eine Trasse B 65 neu gefährdet seien, hätten eine wichtige touristische Bedeutung, die nicht zu unterschätzen sei. Ein weiteres wichtiges Thema sei, dass man sich nach Einschätzung Baiers  grundlegende Gedanken machen sollte zur Entwicklung im Wittlager Land: „ Will man sich als Industriestandort weiterentwickeln mit den entsprechenden Folgen für das Verkehrsaufkommen und den Landschaftsverbrauch? ... Ich würde dafür plädieren, dass man die weitere wirtschaftliche Entwicklung noch einmal kritisch auf den Prüfstand stellt, insbesondere was Großprojekte und Großansiedlungen anbelangt, da jetzt schon Arbeitskräftemangel herrscht und bei Neuansiedlungen von Firmen ein Arbeitskräftewettbewerb mit den alteingesessenen Unternehmen entsteht. Da muss man auch den Zusammenhang sehen zwischen der industriepolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung und wachsenden Verkehren“. 

"Projekte auf Prüfstand"

In diesem Zusammenhang erwähnte Dr. Baier auch, dass neue Projekte wie der geplante Hafen Stirpe neue Verkehrsbelastungen bringen werde und "den Druck auf den Bau der neuen B 65 erhöhen wird." Als Landrat wolle er, Baier, die Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Hafen nochmal kritisch prüfen lassen. Auch die Planungsgrundlagen, die Prognosen zum Verkehrsaufkommen, die Kosten-Nutzen-Analyse und die ganzen Belastungen eines Projekts “ B 65 neu“ gehörten auf den Prüfstand. Nach  Ansicht Baiers sei der bisher grob festgelegte Trassenverlauf aufgrund vielfältiger Konflikte mit Wohnbebauung, Kulturdenkmälern und wertvollen Biotopen "nicht haltbar". Wenn 2025 ein neuer Verkehrswegeplan erarbeitet würde, könne man mit Hilfe der Bundestagsabgeordneten versuchen, dass dieses Projekt herausgenommen werde.  


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