Plattdeutsches Theaterstück Im Brockhausen wird aus der Babyklappe eine Omaklappe

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Patient Herr Schmidt beschwert sich: „De lütte Junge hät en Buddel und ik nich.“ Foto: Karin KemperPatient Herr Schmidt beschwert sich: „De lütte Junge hät en Buddel und ik nich.“ Foto: Karin Kemper

Brockhausen. . „Ohne das Engagement der Theatergruppe, könnte das Winterfest heute so nicht stattfinden“, sagte Anna Schlukat, Vorsitzende des Landvolksvolks, zum Auftakt der Veranstaltung im Gasthaus Tönsmeyer. In Szene ging der plattdeutsche Einakter „De Omaklapp“ (Autorin Viola Schößler).

Bevor es „Vorhang auf“ hieß, musste die Vorsitzende den Kampf mit dem Mikro gewinnen. Dann erinnerte sie an das zurückliegende spektakuläre Jahr, dessen Anforderungen von den Auflagen der Düngeverordnung bis zu Hitze und Dürre reichten. Sie machte zudem deutlich, dass Landwirte das Sprechen verlernt hätten. Die Kommunikation mit den Kunden gewinne immer mehr an Bedeutung, Schlukat: „Wir haben nämlich eine Botschaft: Wir ernähren euch.“

Ein ernstes Stück?

Die Ankündigung des Wiederhelpers Jens Fahrmeyer: „Wi hept keen lustiges Stücke inübt, wie maket düt Johr wat Ernstes“, nahmen die Zuschauer im Saal nicht so ganz ernst. Sie behielten recht. Was passiert? Im Arztzimmer unterhalten sich Pfleger Uwe (Christoph Schmidt) und Pflegerin Lina (Ulrike Berensmeyer). An einer Tür im Hintergrund klebt das Schild „Babyklappe“.

Mit vereinten Kräften wird Walter (links) im Einakter „De Omaklapp“ überlistet. Foto: Karin Kemper


Premiere bei der Babyklappe

Plötzlicher erfolgt der Alarm. Für die beiden ist es das erste Mal. Sie spurten los. Dann sind die ungewöhnlichsten Geräusche von hinter der Bühne zu hören. Die Frage: „Wie kommen Sie in die Babyklappe?“ lässt ahnen, dass Uwe und Lina kein Baby gefunden hatten. Oma Frieda (Annette Carls) weiß nicht, wie sie in die Klappe hineingekommen ist – mitsamt grüner Maske. Sie weiß nicht, wie sie heißt und wo sie wohnt. Also bleibt sie erst einmal im Krankenhaus St. Raphael und wird versorgt.

Was nun? Oma Frieda ist aus der Babyklappe befreit und weiß nicht, wer sie ist. Pfleger Uwe und Pflegerin Lina helfen. Foto: Karin Kemper


Hilfe für Oma Frieda

Wenn Patient Hubertus Schneider (Wilfried Zarth) in Erscheinung tritt, will er regelmäßig „een Lütten“. Mit dem Hinweis: „Sie sin hier, um den Alkohol ut den Körper tou bekommen“, mag er sich überhaupt nicht anfreunden. Und dann schlüpft er in die Rolle eines Arztes, um Oma Frieda und ihrer Enkelin Tina (Corinna Stolte), die zwischenzeitlich wirklich ihr Baby in die Babyklappe gelegt hatte, zu helfen. Tina kennt natürlich ihre Oma, die Blutuntersuchung zeigt später, dass Frieda ein Schlafmittel bekommen hatte. Die Erkenntnis: „Da het mi jemand utset“, führt schnell zu einem Verdächtigen – Walter (Klaus Diekmann), dem Mann von Tinas Mutter, der Oma schon längst loswerden wollte. Er hatte schon einmal versucht, sie als Gespenst verkleidet, aus dem Haus zu bekommen.

Ihren Spaß hatten die Zuschauer des plattdeutschen Einakters „De Omaklapp“, der den Auftakt des Winterfestes des Landvolks Bad Essen bildete. Foto: Karin Kemper


Schwarze Pocken

Ein Racheplan wird geschmiedet, bei dem Herr Schneider in die Rolle des Arztes schlüpft. Die schwarzen Pocken, die Angst vor der Krankheit und eine Verzichtsunterschrift führen zum Happy-End – für alle außer Walter.

Eine weitere Aufführung „De Omaklapp“ gibt es am Sonntag, 3. Februar 2019, 15 Uhr im Gemeindezentrum St. Thomas in Bohmte. Dabei ist für Kaffee und Kuchen gesorgt.


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