Benefiz-Jazzkonzert auf der Diele Tolle Rhythmen und emotionale Momente in Bad Essen

Christa Bechtel

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Bad Essen. Mitgehende Rhythmen, aber auch emotionale Momente. Das Jazzkonzert des Lions Clubs Bad Essen Lea Wiehengebirge auf Bührmanns Diele hatte viele Facetten. Zudem war es ein Benefizkonzert für Kinder, die mit ihren Müttern Zuflucht vor häuslicher Gewalt im Frauenhaus Osnabrück gefunden haben sowie für die Telefonseelsorge.

Präsidentin Angelika Gieske dankte der „Happy Jazz Society“ Band, der „La Palma Jazz Band“ sowie dem Enchanté Quartett, „die uns mit schönen Tönen verzaubern werden.“ Besonders freute sie sich, die Schauspielerinnen Elisabeth Degen und Neele Pettig willkommen zu heißen. „Bevor Elisabeth Degen die Moderation übernehmen wird, haben wir noch eine Überraschung für sie“, sagte die Präsidentin. Schon erklang ein „Happy Birthday“ nebst kleinem Kuchen mit Wunderkerzen, da die Tochter des bekannten Schauspielers Michael Degen an diesem Tag Geburtstag hatte. Locker, überwiegend im Stehen oder an Stehtischen gaben sich die fast 200 Musikliebhaber dann den Klängen hin.

Zeit des New Orleans Jazz

Das Programm eröffnete die „Happy Jazz Society“ Band, der Dieter Litsche, Posaune, Eckhard Ditting, Trompete, Eddy Horn, Klarinette, Gründer Christian Hennig, Tuba/Helikon, und Lutz Schäfer, Banjo, angehören. Mit dem Klassiker „Dixieland One-Step“ entführten sie das Publikum sogleich in die Zeit des New Orleans Jazz. Oder mit „When my Dreamboat comes“ von Fats Domino zu einem Lied, das ein starkes Beispiel für den Einfluss des Blues auf den frühen Jazz ist. Dabei agierte das Ensemble mit größter Präzision, dennoch locker swingend mit viel Growl-Effekten, das weiter mit Jazzigem wie „Ain´t she sweet“, „Fidschi Inseln“ oder „Oh when the Saint“ begeisterte.

„Summertime“ von George Gershwin

Mit ekstatischen Stücken aus Jazz, Swing und Boogie Woogie beeindruckte dann die „La Palma Jazz Band“. Rüdiger Quast, Tenorsaxofon, Dirk Güllemann, Klavier, Rolf Thiele, Schlagzeug, und Eddy Eden, Kontrabass bilden die Front Line. Ob „C Jam Blues“, ein Jazzstandard, der 1942 von Duke Ellington veröffentlicht wurde, „Take the A-tran“, ebenfalls ein Jazzstandard, der vom Duke Ellington Orchestra ab 1941 als Erkennungsmelodie verwendet wurde, oder die wunderschöne Ballade „Summertime“ von George Gershwin, „I can’t give you anything“…: Immer wieder traten die Musiker auch solistisch hervor und ernteten für ihre große Spielfreude spontanen Zwischenapplaus.

Emotionale Momente

Sodann kehrte auf Bührmanns Diele Stille ein. Denn für die besagten emotionalen Momente sorgten Elisabeth Degen und ihre Schauspielkollegin Neele Pettig, die abwechselnd eine Passage aus Michael Degens Buch „Nicht alle waren Mörder“ lasen. Mutig gehen der kleine Michael und seine Mutter, selbst Juden, durch die Mitte derjenigen, die gerade von den Nationalsozialisten abtransportiert werden – und überleben. Passend zu dieser Stimmung sang Neele anschließend innig „Avinu Malkeinu“, ein jüdisches Gebet.

Einfallsreiche Improvisationen

Den Schlusspunkt dieses besonderen Jazzkonzertes bildete „Enchanté“. Sie agieren als Quartett und entwickeln nicht nur hohe Perfektion beim Spielen ihrer Arrangements, sondern glänzen auch solistisch in ihren einfallsreichen Improvisationen. Aufgemischt wird das Männertrio – Malte Schwenker, Klavier, Malte Radoy, Schlagzeug/Percussion, Lutz Schäfer, Gitarre – durch die Sängerin Dunja Schäfer, die mit ihrer facettenreichen Stimme die Songs perfekt in Szene setzt. Wie „S‘ Wonderful“ von George Gershwin, „Whatever it takes“ von Michael Bublé oder „A Kiss Goodnight“ von Ella Fitzgerald. Premiere hatte an diesem Abend „Bengelchen Bossa Nova“ von Martin Böttcher. Gemeinsam mit Neele sang Dunja zum Abschluss „Toxic“ von der Pop-Sängerin Britney Spears.

Kurzweiliger Genuss

Mit „Cabaret“, der deutschen Version von Liza Minelli verabschiedeten sich (fast) alle Musiker, die das Konzert durch die Vielseitigkeit und den nahtlosen Wandel zwischen den Genres zu einem kurzweiligen Genuss werden ließen: Bad Essen im Jazzrausch...


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