„Pariser Flair“ im Schafstall Glanzlichter aus Oper, Operette, Musical in Bad Essen

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Traditionell fand am zweiten Feiertag das Weihnachtskonzert im Bad Essenern Schafstall statt, das ausverkauft war. In diesem Jahr mit dem Duo „Pariser Flair“ – Mezzosopranistin Marie Giroux und Pianistin Jenny Schäuffelen – sowie Tenor Joseph Schnurr. Mitgebracht hatte das Trio Glanzlichter aus Oper, Operette, Musical, aber auch einige Sketche, die die Lachmuskeln so richtig in Wallung brachten.

„Tradition hat eine sehr starke Kraft“, meinte Hartwig Ventker vom veranstaltenden Kunst- und Museumskreis, der in seiner Begrüßung auf das Jahr 1986 blickte. In dem Jahr habe Bad Essens Altbürgermeister Günter Harmeyer das Weihnachtskonzert ins Leben gerufen. Und dann „jagte“ ein Ohrwurm den nächsten, soll heißen, es wurden überwiegend bekannte Kompositionen präsentiert. Gleich zum Auftakt des Programms betonte Marie Giroux „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss.

Eine launige Moderation

„Sie sind unsere ausgewählten Gäste für diesen Abend. Und nach der Schachtel Pralinen von Weihnachten gibt es bei uns eine Schachtel mit musikalischen Leckerbissen. Der Vorteil bei uns ist, dass dieser Genuss nicht in Hüftgold umgewandelt wird, sondern in reinen Genuss ohne Reue“, sagte Marie Giroux, die für die nächsten zweieinhalb Stunden für eine launige Moderation sorgte.

„Là ci darem la mano“ ist ein Duett für Don Giovanni und Zerlina in Mozarts 1787 erschienenen Oper Don Giovanni, das Joseph Schnurr mit seinem wunderbar timbrierten Tenor und die charismatische Sängerin Marie Giroux, die auch über das nötige Farbspektrum verfügt, sangen. Kongruent, mit großer Intensität und gepaart mit leidenschaftlicher Hingabe zur Musik übernahm Jenny Schäuffelen die Begleitung am Flügel.

Verdis Oper Rigoletto

Den ersten frenetischen Applaus erntete Schnurr, der mit seinem schönen und sauber geführten Tenor „La donna è mobile“ aus Verdis Oper Rigoletto interpretierte. Sodann erfolgte der erste von vier Sketchen, die allesamt zum Thema hatten, warum Frauen am Kern einer Sache immer vorbei diskutieren. Schäuffelen lakonisch: „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ Virtuos mit Mozarts „Rondo alla Turca“ und später mit dem Minutenwalzer von Chopin begeisterte die Pianistin auch solistisch.

Wie Marie Giroux den angenehmen Samt ihres Mezzosoprans zu immer wieder neuen Varianten entfaltet und mühelos durch die Oktaven vom kräftigen Forte zum vibrierenden Pianissimo gleitet, bewies sie beispielsweise mit „Una voce poco fa“ aus dem „Barbier von Sevilla“ von Rossini oder - mit erotischem Blick – während der Arie oder besser dem Walzerlied „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus der „Musikalischen Komödie“ Guiditta von Franz Léhar. Zum besonderen Ohrenschmaus wurde die bekannte „Barcarole“, die Giroux und Schnurr innig zu Gehör brachten. Nachdem Jenny Schäuffelen die Kleiderordnung für Silvester vorgestellt hatte, ging´s im Walzertakt mit Champagner und Verdis „Libiamo ne’lieti calici“ aus der Oper La Traviata in die Pause.

„Phantom der Oper“

Fulminant eröffneten Tenor und Mezzosopranistin den zweiten Teil mit „Funicular Funicular“, ein populärer Hit, der in den 1950ern von Mario Lanza gesungen wurde. Ebenfalls Glanzlichter sind „Maria“ und „Tonight“ aus dem Broadway-Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein. „Nella Fantasia“ ist ein auf italienisch gesungenes Lied zum Thema „Gabriel’s Oboe“ aus dem Film „The Mission“ (1986) mit Musik des Komponisten Ennio Morricone, das Marie Giroux mit viel Empathie vortrug. Ebenfalls ein wunderschönes Stück ist „All I Ask Of You“ aus dem Musical „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber, das Giroux und Schnurr sangen und die damit ein Kraftfeld der ganz großen Gefühle entfalteten. Für Gänsehaut-Feeling sorgte Schnurr mit „Bring Him Home“ aus dem Musical „Les Misérables“, der anschließend erneut Beifallsstürme erntete.

Noch drei Zugaben

Nach „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ aus dem Musical „My Fair Lady“ war es „Time to Say goodbye“. Doch nicht enden wollender Applaus eines mehr als begeisterten Publikums sorgte noch für drei Zugaben.


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