Serie „So klingt das Wittlager Land“ „Kilkenny Band“ aus dem Altkreis lebt den irischen Folk

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Lieben die irische Folk-Musik: Dennis Fehlauer (von links), Julie Ann Cimino-Boyle (hier noch mit Baby-Bauch), Jascha Kemper und Stephan Niebler. Foto: Hans-Heinrich BreuerLieben die irische Folk-Musik: Dennis Fehlauer (von links), Julie Ann Cimino-Boyle (hier noch mit Baby-Bauch), Jascha Kemper und Stephan Niebler. Foto: Hans-Heinrich Breuer

Altkreis Wittlage. Folk, Rock, Metal, Schlager und vieles mehr: Der Altkreis Wittlage hat eine große Bandbreite an musikalischen Projekten zu bieten – und wir stellen sie in unserer Serie „So klingt das Wittlager Land“ vor. Im vierten Teil berichtet die „Kilkenny Band“, warum die Folk-Musik immer aufs Neue in der Lage ist, die Zuhörer mitzureißen.

Die Kilkenny Band spielt traditionellen irischen Folk – und drückt den bereits unzählige Male von anderen Künstlern gespielten Stücken gerne den eigenen Stempel auf. „Viele Folk-Bands haben die selben traditionellen Lieder im Programm“, erklärt Jascha Kemper, der das Quartett im Jahr 2007 ins Leben rief. „Der Vorteil ist, dass das Publikum die Lieder sofort kennt und mitsingen kann“, sagt er. „Trotzdem interpretiert jede Band die Songs etwas anders. Das macht es wieder interessant.“

Stadtfeste und Kneipen

Derbe und albern geht es in den Texten zuweilen zur Sache. Stadtfeste und Kneipen sind für die Kilkenny Band die besten Orte, um Lieder wie „Irish Rover“ oder „Shipping up to Boston“ vor tanzendem und mitgrölendem Publikum, zu spielen. In diese „Saufmusik“, wie Jascha sie augenzwinkernd nennt, mischen sich aber hin und wieder auch kritische Töne. So werden unter dem humorigen Deckmantel auch gesellschaftliche Themen angesprochen oder über zahlreiche Strophen die irische Geschichte aufgearbeitet.

In diesem Zusammenhang muss der von Irland begeisterte Jascha allerdings zugeben: „Ich bin noch nie dort gewesen. Das ist ein großer Wunsch von mir aber ich habe Flugangst.“ Deshalb sei der Bohmter derzeit auf der Suche nach Begleitern, die sich mit ihm per Schiff auf die Reise machen.

Liebe zum Folk entdeckt

Seine Leidenschaft für die ursprünglichen Klänge Irlands entdeckte er schon früh. Jascha war zwei Jahre alt, als seine Eltern ihn zum ersten Mal mit auf ein Folk-Konzert der Osnabrücker „The Blarney“ mitnahmen. „Von da an lief es andersherum: Ich habe meine Eltern zu Konzerten mitgenommen“, erinnert er sich. Bei jedem Auftritt habe er in der ersten Reihe gestanden und mit einem Federballschläger bewaffnet den Gitarristen imitiert. Der Unterricht auf der echten Gitarre und der Mandoline folgte schnell.

Bei einem Besuch des Venner Folk Frühlings entstand dann die Idee mit einigen Musiken aus dem Wittlager Land, selbst eine Folk-Gruppe zu gründen: Die Kilkenny Band. Seitdem sind viele Bandmitglieder gekommen und gegangen. Jascha ist in der heutigen Besetzung als einziges Gründungsmitglied übrig geblieben. Derzeit besteht die Band außerdem aus Dennis Fehlauer, Julie Ann Cimino-Boyle und Stephan Niebler. „Über die Jahre hatten wir viele Wechsel, zum Teil aus beruflichen Gründen, weil es musikalisch nicht gepasst hat oder die Zeit fehlte“, sagt Jascha. Ehemalige Mitglieder seien aber immer noch eng mit der Band verbunden. „Wir sind eine große Bandfamilie. Wenn einer ausfällt, haben wir immer jemanden, der einspringt.“

Professionelles Hobby

Inzwischen ist die Musik für die Band ein professionelles Hobby. Sängerin Julie Ann ist Mutter zweier kleiner Kinder und ist nebenher als Hochzeitssängerin unterwegs, die anderen Bandmitglieder stecken noch mitten im Studium in Osnabrück. „Falls es sich ergibt, Musik einmal hauptberuflich zu machen, werde ich diese Chance sicherlich wahrnehmen“, sagt Jascha. Es sei aber kein eisernes Ziel, das er verfolgt, zumal es schwierig sei, sich als Musiker finanziell abzusichern.

Für Dezember steht nun die Kirchentour der Kilkenny Band an. „Wir haben viele ruhige Lieder zum Zuhören, die aber einfach nicht zu einem Kneipen-Konzert passen“, erklärt Jascha. Dadurch sei die Idee entstanden, in der Adventszeit Konzerte in Kirchen zu veranstalten. Mit ihrem neuesten Album „Eisenblarney“ und Interpretationen von Johnny Cash oder Reinhard Mey im Gepäck stehen sieben Termine auf dem Tourplan. Unter anderem spielt das Folk-Quartett am Freitag, 7. Dezember, in der Bohmter St. Thomas Kirche. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt es für 18 Euro an der Abendkasse, ermäßigte Karten kosten 15 Euro, Jugendliche bis 16 Jahre zahlen 8 Euro.


So klingt das Wittlager Land

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „So klingt das Wittlager Land“. Darin stellen wir in loser Folge Bands, musikalische Projekte und Solokünstler aus dem Altkreis vor. Wir reden mit ihnen über ihre Ziele und Träume als Musiker, was das faszinierende aber auch das schwierige am Musikmachen ist, und wie viel Zeit und Energie sie dafür aufbringen. Haben Sie selbst Vorschläge, welche Musiker einen eigenen Artikel bekommen sollte? Dann benachrichtigen Sie uns per E-Mail an b.rabeneck@noz.de.

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