Neue Ausstellung im Schafstall Zauber des Fremden von New York nach Bad Essen

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Von New York nach Bad Essen! Jedenfalls ein Teil der neuen Ausstellung „At These Moments“ des Kunst- und Museumskreises (KMK) Bad Essen. Sehr hochkarätig, sodass ein begeisterter Besucher zur Vernissage spontan meinte: „Seit langem die beste Ausstellung hier im Schafstall Bad Essen.“

Ausstellende Künstler sind Gan-Erdene Tsend aus Münster mit Malereien und Grafiken sowie Ochirbold Ayurzana aus Ulaanbaatar mit Skulpturen, der zur Vernissage bereits wieder in der Mongolei weilte. Einfühlsam und passend zu den Werken umrahmte das Duo „Alien Voices“ – Kolja Simon und Felix Mönnich – die Eröffnung mit Oberton- und Kehlkopfgesängen.

„Das ist schon etwas Besonderes, was wir hier haben“, meinte auch KMK-Vorsitzender Lutz Mardorf. Nachdem er die beiden Künstler näher vorgestellt hatte, stellte er heraus: „Gan-Erdene Tsend lässt in seinen Ölmalereien auf bewegende Weise zwischenmenschliche Begegnungen und die damit verbundene Gefühlswelt erkennen, zeigt uns auch Landschaften, die eine meditative Kraft entfalten.“ Seine Bilder würden dabei den Zauber des Fremden offenbaren, wenn beispielsweise Pferde und Menschen in der mongolischen Landschaft zu sehen seien. Auf den ersten Blick würden seine Bilder realistisch wirken. Aber: „Sie geben doch ein faszinierendes Spiel mit dem Unrealistischen wieder“, so Mardorf. Besonders in seinen Spiegelbildern mache er die Bedeutung der Fantasie und des Unbewussten zum Thema. So würden Menschen durch die Luft schweben oder in einer norddeutschen Küstenlandschaft mit Reflexionen von Licht auf nassen Sand schwebe ein Angler auf einer Wolke über allem.

Internationales Flair

Im Mittelpunkt von Ochirbold Ayurzanas Arbeiten stehen Skulpturen, die das Pferd als wohl wichtigsten kulturellen Topos der Mongolei zeigen. Dabei verwende er immer wieder mit neuen Formen auch neue Materialien, erläuterte der KMK-Vorsitzende. So seien seine Skulpturen in unterschiedlichen Größen aus Bronze, Kupfer, Eisen oder Edelstahl entweder in Guss- oder Schweißtechnik angefertigt.

„Für Bad Essen ist es immer etwas Besonderes, internationales Publikum empfangen zu können“, betonte Bürgermeister Timo Natemeyer in seinem Grußwort, der besonders die gute Arbeit des KMK lobte. „Man merkt es beim Hereinkommen, dass das heute ein besonderer Tag mit einer besonderen Ausstellung ist, die wir hier erleben dürfen“, sagte Natemeyer, der gute Wünsche und Grüße des Rates und der Verwaltung Bad Essen überbrachte.

Beachtung bei den UN

„Diese Ausstellung wurde in dieser Form im September im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York gezeigt. Sie fand dort großes Interesse und Beachtung“, akzentuierte Oyuntuya Oyunjargal, Kulturgesandte der Mongolei/Cultural Envoy of Mongolia, Berlin, die in die Ausstellung einführte. Weiter hob sie hervor, dass man Tsends Naturverbundenheit und sein Traditionsbewusstsein in seinen Bildern deutlich spüre. Oyunjargal: „Ständige Begleiter seiner Vier-Generationen-Großfamilie waren Pferde, Kamele, Schafe, Rinder und Ziegen. Vier Mal im Jahr zog die Familie mit allen Tieren durch die Wüste. Auf diese Weise hat der Maler, der viele Jahre mit seinen Großeltern in typischen Filzjurten lebte, die unendliche Weite der Mongolei mit ihren Luft- und Lichtstimmungen, mit ihren Gerüchen und Temperaturen erlebt. Gefühle von Vertrautheit, Geborgenheit und auch Erlebnisse der Erhabenheit der Natur verbindet er mit ihr.“ Daher werde man auf vielen Bildern von breiten endlosen Wegen und ihrem Tiefensog angezogen. Wie zum Beispiel seine großformatige Landschaft mit dem Titel „Mutter und Kind“. Zwei Wege, der schmalere läuft parallel zum breiteren, er schmiegt sich ihm an, bis sich beide verbinden und ineinander auflösen. „Leben erzeugt neues Leben, es setzt sich fort, trägt sich weiter“, unterstrich die Kulturgesandte, die nun auf Ochirbold Ayurzana einging.

Kein Überfluss der Erde

„Einer der vielversprechendsten Künstler der Mongolei, der 2015 den NordArt-Publikumspreis mit seiner fünf Meter großen Stahlskulptur ‚Der Mensch ist kein Überfluss der Erde‘ gewann.“ In der Ausstellung würden die Besucher drei Bronze Skulpturen „Schützen“ finden. „Die die dynamische Bewegung der mongolischen Pferde abbildet.“ Erst im letzten Jahr sei seine Skulptur mit dem Titel „Consciousness“ im Garten des UNO-Hauptquartiers in New York feierlich aufgestellt worden. „Die wichtigsten Sammler der Mongolei besitzen seine Werke“, sagte Oyuntuya Oyunjargal abschließend.

Ergänzt wird die Ausstellung, die ab sofort bis zum 30. Dezember donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen ist, durch ein Konzert der Weltmusikgruppe Sedaa am Freitag, 30. November, 20 Uhr, im Schafstall Bad Essen. Zuvor lädt Gan-Erdene Tsend ab 18 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung ein.


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