Diakon Friedhelm Heitmeyer Glaube, Heimat und „Circus Krönchen“

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Glaube, Heimat und „Circus Krönchen“: Diakon Friedhelm Heitmeyer aus Bad Essen-Wimmer. Foto: Anke MarholdtGlaube, Heimat und „Circus Krönchen“: Diakon Friedhelm Heitmeyer aus Bad Essen-Wimmer. Foto: Anke Marholdt

Wimmer. „Der Kontakt mit Menschen war mir immer schon wichtig. Und natürlich meine Familie, meine Heimat.“ Für Diakon Friedhelm Heitmeyer aus Wimmer, der jetzt sein 25-jähriges Dienstjubiläum in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen feiern konnte, sind auch seine Wurzeln wichtig. Denn: Ohne christliche Wurzeln kein Halt.

Nach einer kaufmännischen Ausbildung in der Industrie, und einer landwirtschaftlichen Lehre, hat der Jubilar zunächst als staatlich geprüfter Landwirt den elterlichen Hof geführt.

Dabei hat er auch erste Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung gesammelt, die als Feriengäste auf den Hof gekommen sind. 1993 hat er seinen diakonischen Dienst in der damaligen Wittekindshofer Zweigeinrichtung in Espelkamp-Benkhausen angetreten.

Prägend war für ihn das geistliche Leben mit den großen Morgenandachten mit Posaunenchor und dem „Circus Krönchen“, ein inklusives Projekt des Bürgervereins Gestringen, in dem mehrere Wittekindshofer Bewohner mitgewirkt haben. „Circus Krönchen hat mich in eine fremde, faszinierende und verzaubernde Welt entführt, zu der ich fortan dazugehören durfte“, erinnert sich der Jubilar an seine prägenden ersten Dienstjahre in Benkhausen.

Mit Beginn der Diakonenausbildung wechselte Friedhelm Heitmeyer in den Wittekindshofer Wohnbereich Vorwerk und später auf das Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen. Die theologisch-diakonische Ausbildung hat er mit der Krankenpflegeausbildung kombiniert.

Nach Abschluss der Doppelqualifikation wurde Friedhelm Heitmeyer im Herbst 2000 als Mitglied der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof als Diakon eingesegnet.

Pflegebedarf

Gut ein Jahr später hat er für mehr als elf Jahre die Leitung der Wohngruppe 2 im Haus Andreas übernommen, in der Frauen und Männer mit sehr unterschiedlichem Unterstützungsbedarf aufgrund von körperlichen Beeinträchtigungen, aber auch aufgrund von herausforderndem Verhalten leben.

Der Wimmeraner erinnert sich sehr gerne an diese intensive, aber auch sehr schöne Zeit, in der eine Arbeits- und Lebensgemeinschaft nicht zuletzt durch ganz unterschiedliche Urlaubs- und Freizeitaktivitäten entstanden sei,

Für kurze Zeit war Diakon Heitmeyer für ein damals neues Wohnhaus in Bünde verantwortlich und arbeitet jetzt im Nachtdienst im Wohnhaus Bethanien, in dem vor allem Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung und hohem Pflegebedarf auch in den Nachtstunden leben.

Der Wittekindshof wurde 1887 gegründet, um für Menschen mit geistiger Behinderung erste evangelische Angebote in Westfalen zu entwickeln. Die Einrichtung hat sich seither weiter entwickelt. Doch noch immer bilden die christlichen Grundwerte das zentrale Fundament der Arbeit. So wie bei Friedhelm Heitmeyer.

Privat engagiert er sich für den elterlichen Hof Janwlecke am Schafdamm in Wimmer, den er zusammen mit anderen in einen christlichen Mehrgenerationenhof umwandelt. Zu seiner Familie gehören Frau Susanne und die drei Kinder Kolja, Marie- Lou und Joel. Steffen und Philipp, die erwachsenen Söhne aus erster Ehe, gehen bereits eigene Wege. Auf dem Hof leben auch die 94-jährige Mutter und Schwester Marianne sowie weitere Personen, insgesamt 20.

Susanne ist Sozialpädagogin, außerdem arbeitet sie in einem Alten- und Pflegeheim in Bad Essen. Die Familie engagiert sich evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Lintorf und in einem Hauskreis der missionarisch ausgerichteten Gemeinde.

Der Hof in Wimmer soll für die Menschen, die dort leben, ein Ort der Begegnung und des Miteinanders sein, Beziehungen zu leben und zu pflegen. „Unterstützung im alltäglichen Leben hat eine große Bedeutung, Teilhabe am Leben des Anderen“, nennt Friedhelm Heitmeyer das. Er plädiert für und lebt eine Rückbesinnung auf grundlegende Werte.

Rückbesinnung

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beschäftigung auf dem Hof, je nach Gaben und Möglichkeiten. Es gibt einen großen Gemüsegarten, Schafe, Hunde, Katzen und manches mehr. Als Mittelpunkt des Hofes sieht Heitmeyer eine kleine Hofkapelle, in derjenige, der will. Gebet, Stille und Rückzug findet.

Für die Energieversorgung und zum Heizen gibt es eine Solaranlage und einen Holzvergaser für Stückholz.

Daneben hat der kleine Bauernhof noch einen Pelletkessel, der voll automatisch läuft. Außerdem existieren zwei Photovoltaikanlagen, der Strom wird zur Zeit noch eingespeist, könnte in Zukunft aber auch für die Eigenversorgung genutzt werden.


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