Autorin Beate Dölling zu Gast Bad Essener Literatur- und Musiktage mit Schullesungen

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Schülerlesungen gehören zu den Literatur- und Musiktagen Bad Essen. Bei der Vorbereitung aktiv waren (stehend von links): Ute Heisinger (Wiehen-Buchhandlung), Juliane Quent (GBE), Kurt Rieke, Beatrice le Coutre-Bick, Nicole Brockamp (Oberschule), Annette Ludzay, Janina Kaase (Grundschule Lintorf), Philo von der Heyde (Grundschule Bad Essen), vorn von links: Thomas Grove (GBE), Liesa (alias Stephanie Scholze) und Carola Aubke (Grundschule Wehrendorf). Foto: Karin KemperSchülerlesungen gehören zu den Literatur- und Musiktagen Bad Essen. Bei der Vorbereitung aktiv waren (stehend von links): Ute Heisinger (Wiehen-Buchhandlung), Juliane Quent (GBE), Kurt Rieke, Beatrice le Coutre-Bick, Nicole Brockamp (Oberschule), Annette Ludzay, Janina Kaase (Grundschule Lintorf), Philo von der Heyde (Grundschule Bad Essen), vorn von links: Thomas Grove (GBE), Liesa (alias Stephanie Scholze) und Carola Aubke (Grundschule Wehrendorf). Foto: Karin Kemper

Bad Essen. „So kann es weitergehen“, sagte Liesa (alias Stephanie Scholze), die bei den Bad Essener Literatur- und Musiktagen den Part der Schullesungen übernommen hat. Sie freute sich bei der Abschlussbesprechung in der Wiehen-Buchhandlung: „Fast erwartungsgemäß sind wieder alle Schulen im Boot.“ Stichwort: Literatur trifft Schule.

Liesa, deren Name übrigens für „Lesen ist ein starker Anfang“ steht, stellte fest, dass sich gleichermaßen alte Hasen und Neulinge versammelt hatten. Das Interesse an Schullesungen ist in sämtlichen Schulformen von den drei Grundschulen in Bad Essen, Lintorf und Wehrendorf über die Oberschule Bad Essen bis zum Gymnasium Bad Essen groß.

Herzensangelegenheit

Zu Gast ist dieses Mal die Autorin Beate Dölling, die seit vielen Jahren gleichermaßen im Kinder- und Jugendbuchbereich unterwegs ist. Zudem schreibt sie für Erwachsene. Liesa: „Toleranz, Benachteiligung und Geschlechterollen liegen ihr besonders am Herzen.“ Die Grundschüler erfahren in dem Buch „Wild auf Fußball“ eine Menge über Jungen- und Mädcheneigenschaften – und was sich daraus entwickeln kann. Verbunden ist mit der Lesung die Frage: „Stehe ich zu meinen Stärken und bin stolz darauf oder halte ich mich lieber zurück?“ Angestoßen werden soll mit der Lesung bei den Grundschülern die Aktion „Das bin ich“, bei der die Jungen und Mädchen sich trauen sollen, sich selbst darzustellen. Die Collagen sollen zum Abschluss in den Fenstern der Bad Essener Tourist-Info ausgestellt werden.

Enorme Ausstrahlung

An Oberschule und Gymnasium steht der Titel „Du bist sowas von raus!“ im Mittelpunkt. Verbunden damit ist die Überlegung: „Ich bin gespannt, was die Schüler dazu sagen.“ Liesa unterstreicht, dass Autorin Beate Dölling in Osnabrück geboren ist, und ausstrahlt, „dass sie weiß, wovon sie schreibt“.

Beatrice le Coutre-Bick vom Literaturbüro Niedersachsen sagte: „Die Schullesung ist immer wieder ein Highlight im Jahresprogramm. Wo kommen sonst so viele Institutionen – von Liesa über die Schulen und die Tourist-Info – in einer Buchhandlung zusammen?“ Für die Schulen seien Lesungen immer ein Stück Mehrarbeit, aber die Schüler profitierten. Das Heranführen an das Buch (und das Lesen) sei entscheidend.

Lesen interessant machen

Ein Problem wurde in der Runde angesprochen. Wenn Schüler einen Text nicht auf Anhieb verständen, werde abgebrochen. Wenn aber der Funke überspringe, wie das bei Lesungen geschehe, seien sie bereit, in die Thematik einzusteigen. Vorlesewettbewerbe gehören auch in der Oberschule zum Schulalltag. Bei den Autorenlesungen, so Nicole Brockamp, erführen die Kinder und Jugendlichen: „Leute, die die Bücher schreiben, gibt es wirklich. Und sie wissen, was gutes Vorlesen ausmacht.“ Sie ergänzte: „Es ist wichtig, jede Gelegenheit beim Schopf zu packen, um das Lesen für die Schüler interessanter zu machen.“

Carola Aubke von der Grundschule Wehrendorf berichtete: „Die Lesungen kommen immer supergut an und sie steigern die Motivation, selbst zu lesen.“„Ich stelle fest, dann man Kinder begeistern kann. Wichtig ist, zusätzliche Impulse zu geben – wie die Schullesungen“, meinte Philo von der Heyde, der erstmals die Grundschule Bad Essen vertrat.

Gefährliche Tendenz

„Wir können kritische Aspekte nicht wegreden“, hieß es seitens des Gymnasiums Bad Essen. Juliane Quent: „Wir haben nie überlegt, die Literaturtage abzuschaffen. Bislang haben wir das immer gut hinbekommen.“ Buchhändlerin Ute Heisinger verwies auf eine Mitteilung des Börsenvereins, dass auch Erwachsene immer weniger lesen.“ Das spürten Verlagen und Buchhandel gleichermaßen. Wenn es Standard werde, Bücher noch dem Motto „Hauptsache billig“ zu verkaufen, sei das eine gefährliche Tendenz.

Annette Ludzay von der Tourist-Info betonte, dass für sie zum Lesen das Anfassen des Buches und das Umblättern der Seiten dazugehöre. Sie fragte: „Wenn Erwachsenen ein Buch nichts wert ist, wie sollen Kinder lernen, Bücher zu schätzen?“


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