Problemorientierter Unterricht Bad Essener Schüler programmieren jetzt Lego-Roboter

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Bad Essen. Das neue Arbeitsmaterial im Technik-Unterricht der Bad Essener Oberschule begeistert und fordert die zehn Kursteilnehmer. Vier Sponsoren ist es zu verdanken, dass die Schüler jetzt eigene Lego-Roboter bauen und diese per Laptop programmieren können.

Vorsichtig fährt der Gabelstapler, den die Schüler aus Lego gebaut haben, nach vorne und nimmt geschickt den kleinen Container auf, der vor ihm liegt. Dann transportiert er ihn zur anderen Seite des Tisches, an dem die Schüler arbeiten. Mit jeder Unterrichtsstunde lernt der Roboter mit den zwei große Rädern etwas dazu – dank seiner Programmierer. „Die Lego-Sets bieten den Schülern die Möglichkeit, problemorientiert zu arbeiten“, erklärt Daniel von Kirchner, Koordinator für Berufs- und Studienorientierung an der Oberschule.

Nah am Beruf

Eine Aufgabe lautet beispielsweise: Der Roboter muss mit seinen Sensoren einer aufgemalten Linie folgen. Die Schüler können im Unterricht dann verschiedene Lösungsansätze ausprobieren. „Das ist sehr nah am späteren Berufsalltag der Jugendlichen, die im Bereich Technik arbeiten wollen“, sagt von Kirchner. Wer lernen will mit Computer gesteuerten Maschinen umzugehen, kann sich im Technik-Unterricht die Grundlagen erarbeiten.

Die speziell für den Schulunterricht konzipierten Lego-Sets aus der Modell-Reihe „Mindstorms“ zu finanzieren, war allerdings nicht so einfach. Ein Set kostet 500 Euro. Hinzu kommen die Laptops, die vonnöten sind, um die Geräte zu programmieren. „Drei Bausätze hatten wir Anfang des Jahres von der Sparkasse gesponsert bekommen“, sagt von Kirchner. Um effektiv mit dem Kurs arbeiten zu können, waren aber acht Sets notwendig.

Sponsoren notwendig

Einen Unterstützter fand die Schule in Guido Lüke vom Schulelternrat. In Zusammenarbeit mit den Lehrern trat er an mögliche Sponsoren heran – mit Erfolg. 2500 Euro kamen zusammen, sodass die Oberschule fünf weitere Lego-Mindstorms anschaffen konnte. Neben Lüke selbst finanzierte die Bürgerstiftung Bad Essen, die Firma Agro International und die Familie Rüsse das Projekt.

„Für uns ist das die Möglichkeit, den Unterricht zukunftsorientiert aufzustellen und die Digitalisierung zu berücksichtigen“, sagt Schulleiter Kurt Rieke. Das kommt auch bei den Schülern an: „Mir gefällt besonders, dass wir die Geräte erst zusammenbauen müssen und dann verschiedene Lösungsansätze für eine Aufgabe austesten können, bis wir ein Ergebnis haben“, sagt Alex Schleiger. Zwei Schulstunden pro Woche verbringen die Zehntklässler, die sich für den Bereich Technik entschieden haben, derzeit mit den Lego-Sets. „Für die Geräte gibt es sogar internationale Wettbewerbe, bei dem sich Programmierer messen“, sagt von Kirchner. „Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.“


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