Teil-Öffentlichkeit bleibt Positive Resonanz auf neue Nutzung der Burg Wittlage

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Wittlage. Einstimmig hat der Bad Essener Gemeinderat in der jüngsten Sitzung den Verzicht auf die Ausübung des Vorkaufsrechtes angesichts des Verkaufs der Burg an den Verein Kinderhaus Wittlager Land erklärt.

Denn der Weg für eine neue Nutzung der historischen Burg ist frei und das Tor zur Burg Wittlage wird bald wieder geöffnet sein, denn die Burg hat bekanntlich mit dem Verein Kinderhaus Wittlager Land einen neuen Besitzer gefunden. Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO) hatte das Burgareal mit der historischen Immobilie an das Kinderhaus veräußert. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Tagungs-und Gästehaus

1995 war die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück Pächter der Burg Wittlage geworden, mit Weiterführung als Tagungs- und Gästehaus sowie der Einrichtung von Plätzen für die Kurzzeitpflege und Wohngruppen. 2001 kam es dann zum Kauf der Burg Wittlage durch die HHO. In Wittlage gab es über viele Jahre Wohngruppen und eine Tagespflege für behinderte Menschen sowie das Tagungs- und Gästehaus. 2014 hatte die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück den Betrieb auf der Burg eingestellt.

Als Gründe für die Verkaufsabsicht nannte die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück seinerzeit, dass große Objekte nicht mehr zeitgemäß seien, was letztendlich dazu führe, „dass wir die Burg nicht wirtschaftlich betreiben können“.

Beim Verkauf der Burg durch den Landkreis an die Heilpädagogische Hilfe war ein Vorkaufsrecht im ersten Rang für den Kreis und im zweiten Rang für die Gemeinde Bad Essen eingetragen worden.

Die Gemeinde hat nun verzichtet, der Kreistag wird sich am 17. Dezember mit dem Thema befassen. Auf Nachfrage von Ratsmitglied Dr. Joachim Lücht (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte Erster Gemeinderat Carsten Meyer, dass das Vorkaufsrecht bestehen bleibe und bei einem eventuellen erneuten Verkauf zum Tragen komme.

Wasserrecht bei der Mühle

Frank Bornhorst (SPD), der auch Wittlager Ortsbürgermeister ist, zeigte sich erfreut, dass „eine Nachfolge gefunden wurde und das Burggelände für die Öffentlichkeit wieder zugänglich sein soll, wobei bedacht werden müsse, dass noch Details zu klären seien, wie zum Beispiel die Regelung, dass das Wasserrecht für den Burggraben bei der Mühle liegt.“

CDU-Fraktionssprecher Michael Kleine-Heitmeyer sieht die Nachnutzung ebenfalls „sehr positiv, denn Wittlage hat am Stillstand ein Stückweit gelitten.“ Die neue Nutzung sei gemeinnützig, die Teil-Öffentlichkeit bleibe erhalten und der neue Träger sei als verlässlicher Partner bekannt.

Die Burg Wittlage wurde 1309 durch den Osnabrücker Bischof Engelbert II. als Grenzfestung gegen Diepholz und Minden erbaut und hat als steinerner Zeuge die Jahrhunderte überdauert. Der Landkreis Wittlage, dem die Burg den Namen gab, ist 1885 auf der Grundlage der preußischen Kreisordnung für die Provinz Hannover gebildet worden. In ihm waren die früheren Ämter Hunteburg (heutige Gemeinden Bohmte und Ostercappeln) und Wittlage (heutige Gemeinde Bad Essen) vereint. Beide Ämter bestanden seit dem 14. Jahrhundert und wurden ab 1859 als Amt Wittlage gemeinsam verwaltet. Amtssitz des Kreises Wittlage war die Burg Wittlage – bis zur kommunalen Gebietsreform 1972, als das Wittlager Land Teil des neuen Landkreises Osnabrück wurde.


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