Jahresüberschuss von 1,7 Millionen Euro Lübbecker Mühlenkreiskliniken ziehen Bilanz für 2017

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Vorstandsvorsitzender Olaf Bornemeier und Stellvertreterin Kristin Drechsler gehen für das laufende Jahr ebenfalls von einer positiven Bilanz aus. Foto: MühlenkreisklinikenVorstandsvorsitzender Olaf Bornemeier und Stellvertreterin Kristin Drechsler gehen für das laufende Jahr ebenfalls von einer positiven Bilanz aus. Foto: Mühlenkreiskliniken

Lübbecke, Die Mühlenkreiskliniken haben das Geschäftsjahr 2017 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 1,7 Millionen Euro abgeschlossen. Das gab der Vorstandsvorsitzende Olaf Bornemeier während der Jahrespressekonferenz bekannt. Auch die Ausbildung neuer medizinischer Fachkräfte verlaufe zufriedenstellend.

Besondere Anstrengungen sind im Jahr 2017 in der Aus- und Fortbildung von Pflegekräften unternommen worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Kliniken. „Gesundheitskonzerne wie wir leben von den medizinischen und pflegerischen Fähigkeiten unserer Mitarbeiter. Das beste und teuerste medizinische Gerät taugt nichts, wenn es falsch und unsachgemäß eingesetzt wird“, sagte Bornemeier.

120 Azubis jährlich

In der Akademie für Gesundheitsberufe wurde 2017 ein zusätzlicher Kurs im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege eingerichtet. Mittlerweile starten pro Jahr 120 junge Menschen eine Ausbildung als zukünftige Pflegefachkraft. Zwei Kurse werden zudem als Dualer Studiengang in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld angeboten, sodass die Absolventen in vier Jahren einen staatlich anerkannten Berufsabschluss sowie einen akademischen Grad erreichen können.

Positiv verlaufe auch die im Jahr 2016 gestartete Medizinerausbildung am Medizin Campus OWL. Die ersten angehenden 60 Mediziner legen in diesen Tagen ihr Staatsexamen ab und werden dann ins praktische Jahr wechseln. Mehr als die Hälfte der Nachwuchsmediziner habe sich für ein praktisches Jahr an einer der am Medizin Campus OWL beteiligten Kliniken entschieden. Dazu gehören Minden, Herford, Bad Oeynhausen und Lübbecke. „Wir werden alles tun, um den Nachwuchs-Ärzten auch bei ihren nächsten beruflichen Schritten behilflich zu sein“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Kristin Drechsler.

Steigende Personalkosten

Die Zahl der stationären Patienten in den Kliniken ist laut Pressemitteilung 2017 leicht auf 73623 gesunken (Vorjahr 73870). Der Umsatz stieg dagegen von 358 Millionen Euro (2016) auf 368 Millionen Euro im Jahr 2017. Dem gegenüber stehen Mehraufwendungen von 4,3 Millionen Euro für Material. Insgesamt sind es 93 Millionen Euro. Hinzu kommen 11,8 Millionen Euro für Personal. Die Gesamtkosten belaufen sich hier auf 225 Millionen Euro. Die erhöhten Personalkosten seien neben tariflichen Steigerungen auch auf einen Stellenaufbau zurückzuführen.

Im Jahr 2017 waren im Durchschnitt 4633 Mitarbeiter bei den Mühlenkreiskliniken beschäftigt. 2016 waren es noch 149 Angestellte weniger. 100 Vollzeitstellen wurden neu geschaffen. Die Hälfte davon entfallen auf die Pflege und den medizinisch-technischen Dienst.

Insgesamt ergibt sich ein Gewinn vor Steuern und Abschreibung für die Klinik in Höhe von 15,4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis beläuft sich auf 1,7 Millionen Euro.

Keine Untergrenze

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Personaluntergrenzen lehnte Vorstandsvorsitzende Bornemeier ab. „Ich glaube, dass unsere Pflegedienstleiter vor Ort besser beurteilen können, wie viele Pflegekräfte zur Versorgung benötigt werden als ein Beamter im fernen Berlin“, sagte Bornemeier. „Im Ziel sind sich Politik, Krankenhäuser, Krankenkassen und Gesellschaft einig: Wir brauchen mehr Pflegekräfte.“ Eine Untergrenze sei aber der falsche Weg und könne das Problem eher noch verschärfen. Dabei lobte Bornemeier jedoch die Ankündigung der Politik, künftig mehr Geld für Pflegekräfte zur Verfügung stellen zu wollen.

Ihre Investitionen haben die Mühlenkreiskliniken 2017 mit 8,8 Millionen Euro fortgeführt. Davon wurden 1,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln bestritten. Größte Investition war die Neugestaltung der Intensivstation am Standort Lübbecke für 2,2 Millionen Euro. Weitere Investitionen waren ein kardiologisches Radiologiegerät am Johannes Wesling Klinikum (JWK), ein Mammographiegerät am JWK, die Laborausstattung fürs Klinikum Schaumburg sowie eine neue OP-Säule am Krankenhaus Bad Oeynhausen. Ein Zukunftsthema wird unter anderem der hohe Investitionsbedarf in die bauliche Infrastruktur an den Standorten in Lübbecke und Bad Oeynhausen werden. Der Schuldenstand des Konzerns stieg von 164 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 164,6 Millionen Euro im Jahr 2017.

Zukünftige Gefahren

Für 2018 erwartet der Vorstand ein positives Ergebnis. Allerdings sieht der Vorstandsvorsitzende auch Gefahren: „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, aber auch die Marktbedingungen, ändern sich fast monatlich“, fasste Bornemeier die Entwicklung zusammen. Als Beispiel nannte der Vorstandsvorsitzende die geplanten Personaluntergrenzen, zunehmende Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln und anderen Medizinprodukten sowie den Fachkräftemangel.

Als problematisch stuft die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Drechsler auch die stetig steigenden Beanstandungen der Krankenkassen bei der Abrechnung ein. Mittlerweile betrage die Forderung der Mühlenkreiskliniken gegenüber den Krankenkassen mehr als 32 Millionen Euro. Fast jede fünfte Rechnung sei 2017 von den Krankenkassen in Zweifel gezogen und vorerst nicht bezahlt worden.


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