Verrückte Idee wird Wirklichkeit DRK Zentrum in Wittlage offiziell eröffnet

Von Cornelia Müller

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cor Bad Essen/Wittlage. Das neue DRK-Sozialzentrum in Wittlage ist am Wochenende offiziell eröffnet worden. Nicht nur für die Arbeit der Rotkreuzler bietet das Haus ideale Bedingungen.

„Sie haben es geschafft. Sie haben ein klasse Sozialzentrum“. Mechthild Ross-Luttmann, die Vizepräsidentin des DRK-Landesverbands, brachte es auf den Punkt. Das neue DRK-Sozialzentrum an der Lindenstraße 193 ist pünktlich fertig geworden und öffnete am Samstag erstmals seine Türen.

„Vor etwa fünf Jahren wurde überlegt, ob die beiden DRK-Ortsvereine Bad Essen und Lintorf-Rabber fusionieren sollten. Schon damals wurde auch überlegt, für den neu gegründeten DRK-Ortsverein ein neues Zuhause zu finden. Und möglichst mitten in Bad Essen. Eine verrückte Idee, da wir nur circa 30.000 Euro auf dem Konto hatten“, erinnerte Dr. Josef Hoffschröer an die Anfänge. Doch der DRK-Ortsvereinsvorsitzende hielt es mit Albert Einstein – „eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen scheint“ – und fand in Günter Harmeyer einen engagierten Unterstützer der verrückten Idee.

„Nur gemeinsam“

Inzwischen ist nicht nur das Kunststück gelungen, in den ehemaligen Gebäuden des Unterhaltungsverbands Obere Hunte den passenden Standort zu finden, sondern aus den 30.000 Euro Startkapital Gesamtkosten von mehr als 1,25 Millionen Euro zu stemmen. So etwas gehe „nur gemeinsam“, betonte Rainer Ellermann, Präsident des DRK-Kreisverbands Wittlage: Mithilfe der Politik und einer vorbildlichen interkommunalen Zusammenarbeit, mit finanzieller Unterstützung unter anderem von Amt für regionale Landesentwicklung, der Sparkassenstiftung und privater Spender und mit großem ehrenamtlichen Engagement in allen Bereichen – zum Beispiel bei der Bauleitung, die Günter Harmeyer übernommen hatte.

Vielseitige Nutzungsmöglichkeiten

Nicht nur viele Unterstützer, auch vielseitige Nutzungsmöglichkeiten zeichnen das neue Haus aus. „Das DRK-Sozialzentrum Bad Essen ist eben nicht nur eine Heimstatt für unseren Ortsverein Bad Essen, für den Kreisverband Wittlage, für die Bereitschaften, den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Kleiderkammer, Rotkreuz-Laden, Blutspende, Begegnungs- und Veranstaltungsräume für die Senioren-, Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit, für die Ausbildung in Erster Hilfe und so weiter, sondern ein Begegnungsraum für die Ortschaft, für die Menschen in der Region des Wittlager Landes. Ein Dorftreff eben.“

So steht das Zentrum nun auch dem Verschönerungsverein Wittlage als Ersatz für seine alten Räume im Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung. „Vielen ist der Abschied von unseren alten Räumlichkeiten schwergefallen“, gab Karin Witte, die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, zu, „aber ich denke, dass sich auch hier bald alle wieder zu Hause fühlen. Das Zentrum ist sehr hell, die Küche ist groß und gut eingerichtet – vor allem aber ist das Haus, anders als unsere alten Räume, auch für Rollstuhlfahrer geeignet.“

Bürgermeister Timo Natemeyer war ebenfalls voll des Lobes: „Das Sozialzentrum bietet hervorragende Rahmenbedingungen und macht damit auch das DRK als eine Organisation attraktiver, für die es sich lohnt, sich zu engagieren.“

Wert bürgerschaftlichen Engagements

Ehrengast der Eröffnungsfeier war Dr. Rudolf Seiters, ehemaliger Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. In seiner Rede hob er den Wert bürgerschaftlichen Engagements hervor, wie es die mehr als 400.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des DRK zeigten: „Der Wert dieser Arbeit lässt sich in Geld überhaupt nicht ausdrücken, er ist unbezahlbar und wird noch wichtiger in der Zukunft.“ In diesem Zusammenhang ging er auch auf die gegenwärtige Diskussion über ein verpflichtendes Dienstjahr ein: „Die Debatte über den Pflichtdienst ist eine Chance, darüber zu sprechen, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Und darüber, welche Rolle das Ehrenamt spielt und wie wir es stärken können.“

Auch Pastorin Monika Stallmann bedankte sich in ihrer kurzen Ansprache ausdrücklich bei den freiwilligen Helfern im DRK. „Gaffen kann jeder, helfen muss man wollen“, sagte sie. Das neue Zentrum zeige, dass man vieles schaffen könne – und nicht immer müsse man dafür gleich ein Profi sein. „Die Arche Noah wurde von einem Laien gebaut. Die Titanic von Profis“, sagte sie und erntete für dieses Statement viel zustimmendes Gelächter.

Zur Besichtigung freigegeben

Nach der Übergabe des symbolischen Schlüssels durch den Architekten Martin Nordhoff an Rainer Ellermann war das gesamte Gebäude zur Besichtigung freigegeben – von den bereits im ersten Abschnitt fertiggestellten Büros, den Räumen für Jugendfeuerwehr und Kleiderkammer bis zum neuen Kleidersortierraum, den Stellplätzen für die Fahrzeuge und dem Herzstück des zweiten Bauabschnittes: dem großen Begegnungsraum mit seiner Küche. Die hatte ihre Feuerprobe bereits bestanden. Das Küchenteam um Hermann Pannenborg und Margot Appelt servierte Erbsensuppe „wie bei Oma“ (Hoffschröer) und schwärmte geradezu von den neuen Arbeitsbedingungen: „Super. Da macht das Kochen Spaß.“ Eine Möglichkeit mehr, sich ehrenamtlich zu engagieren.


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