Festredner Günter Harmeyer Mit Höherer Privatschule Essen beginnt 150-jährige Geschichte

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Festredner Günter Harmeyer nahm die Zuhörer mit auf einen Streifzug durch die Geschichte der 150 Jahre alten Bad Essener Schule.Foto: Karin KemperFestredner Günter Harmeyer nahm die Zuhörer mit auf einen Streifzug durch die Geschichte der 150 Jahre alten Bad Essener Schule.Foto: Karin Kemper

Bad Essen. Wer einen Festvortrag hält, bereitet sich gut vor. Das gilt auch für Günter Harmeyer, den früheren Bad Essener Bürgermeister, der die 150-jährige Geschichte der heutigen Oberschule Bad Essen würdigte.

Deutlich machte er einleitend, dass es einen enormen Bestand an Dokumenten und Hinweisen rund um die Geschichte der Schule gebe – sei es in alten Akten im Rathaus, in handschriftlich verfassten Urkunden oder im Staatsarchiv Osnabrück. Harmeyer regte an: „Vielleicht findet sich jemand, der alles aufarbeitet. Es lohnt sich.“

Schulgründung in Hüsede

Die Schulstruktur sei Anfang des 20. Jahrhunderts ganz anders als heute gewesen. In elf der heutigen 17 Ortschaften der Gemeinde Bad Essen habe es damals Schulen gegeben. Am ältesten ist demnach die Schule der Ortschaft Hüsede, die 1667 von den Familien von Ledebuhr und von dem Bussche-Ippenburg gegründet wurde. Aus dem Jahr 1957 stammt eine Aufstellung, welche landwirtschaftlichen Flächen (5,17 Hektar) und Gebäude der Schule zugeordnet waren. Im Schulgebäude Hüsede befanden sich drei Mietwohnungen, davon zwei Wohnungen für Lehrerfamilien. In Lockhausen, so Harmeyer, sei noch anfang des 20. Jahrhunderts überlegt worden, eine Außenstelle der Lockhausener Schule in Wittlage einzurichten. Darauf wurde jedoch verzichtet, weil man die Auffassung war, dass „es in Wittlage zwar einige Beamte und höhere Angestellte gebe, aber die Einwohnerzahl der Ortschaft Wittlage zu gering sei.“

Engagierte Bürger

In Essen (seit 1902 Bad Essen) wird 1936 eine Haupt- und Kirchspielschule erwähnt. Seit 1861 bestand eine Privatschule im Högerschen Haus, die vom Theologiestudenten und späteren Pastor Rittmeyer geleitet wurde. Harmeyer: „Diese Privatschule Rittmeyer, ist die unmittelbare Vorgänger-Einrichtung der 1868 gegründeten Höheren Privatschule. Mit dem Tod des Pastors Rittmeyer haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger dafür eingesetzt, dass die Arbeit der Rittmeyer’schen Privatschule nicht endet und 1868 mit der Gründung der Höheren Privatschule fortgesetzt wird.“

Ebenfalls zur Bad Essener Schulgeschichte gehören die „Rote Schule“ (ein Klinkerbau, heute Frisörgeschäft Nurgül) und die „Weiße Schule“ (heute Modegeschäft Stilhafen).

Veränderungen

Die Urkunde zur Gründung der „Höheren Privatschule“, so hieß es im Vortrag, ist auf den 2. August 1868 datiert. Ziel war, den Schülern den Übergang in höhere Schulanstalten (Gymnasien und Realschulen) zu ermöglichen. Der höheren Privatschule folgte 1894 die Rektorschule, 1924 die Kreismittelschule in Trägerschaft der Gemeinde Bad Essen, 1946 die Mittelschule Landkreis Wittlage. 1981 übernahm die Gemeinde Bad Essen die Trägerschaft der Realschule.

Im Jahr 2003, so Harmeyer, habe der Rat mit großer Mehrheit nach umfassenden Diskussionen eine neue Schulstruktur beschlossen. Das sei ein kommunalpolitischer Kraftakt gewesen, der zum August 2004 umgesetzt wurde. Die Auflösung der Orientierungsstufe gehörte ebenso dazu wie die Gründung der Haupt- und Realschule (seit 2012 Oberschule) für die gesamte Gemeinde Bad Essen.

Zunächst am Ortsrand

Der Festredner verwies abschließend darauf, dass die Jubiläumsschule bei ihrer Gründung am Ortsrand gelegen habe. Heute sei sie wesentlicher Bestandteil der Struktur der Gemeinde Bad Essen umrahmt von Wohnbebauung, Einzelhandel und gewerblichen Betrieben. Harmeyer: „Diese Situation prägt sicherlich immer wieder unterschwellig die pädagogische Arbeit und die Aufenthaltsqualität der Schüler im Ort Bad Essen, auch wenn das besondere Auswirkungen wie den Schulbusbetrieb hat.“


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