Sandra Lükes mobile Tierarztpraxis Von Harpenfeld zum Hausbesuch bei Bello und Mieze

Von Kerstin Balks

Auf zum mobilen Einsatz: Wenn Sandra Lüke unterwegs ist, hat Hofhund Nala zu Hause alles im Blick. Foto: Kerstin BalksAuf zum mobilen Einsatz: Wenn Sandra Lüke unterwegs ist, hat Hofhund Nala zu Hause alles im Blick. Foto: Kerstin Balks

Harpenfeld. Ein Besuch beim Arzt versetzt so manches Tier gehörig in Stress. Ebenso sein Herrchen oder Frauchen. Sandra Lüke schafft Abhilfe: Im Frühjahr hat sie ihre mobile Tierarztpraxis eröffnet und macht Hausbesuche bei gefiederten, gepanzerten, schuppigen und pelzigen Patienten.

Ein Besuch beim Tierarzt: Das Tier muss in ein Geschirr, einen Käfig oder eine Box, ein Auto muss bemüht werden; im Wartezimmer befinden sich andere Patienten, die vielleicht nicht unbedingt zu Fiffis bevorzugter Spezies gehören. Streicheleinheiten und ein Leckerli vom Doktor entspannen zwar die Situation, aber viel schöner wäre es doch, wenn der Arzt ins Haus kommen könnte. Doch was bei Nutztieren selbstverständlich ist, stellt bei Hund, Katze, Hamster, Schildkröte, Sittich und Co. noch eher die Ausnahme dar. Eine solche Ausnahme ist Sandra Lüke. Zum 1. April hat sich die erfahrene Veterinärin mit ihren mobilen Praxis selbstständig gemacht und sich damit einen Berufswunsch erfüllt.

Traumberuf

„Tierärztin wollte ich schon von Klein auf werden, einen anderen Beruf habe ich nie ins Auge gefasst“, bekennt die 41-Jährige, die aus Ostercapppeln stammt. Tierlieb sei sie halt schon immer gewesen und ihre Kinder seien es auch. Ganz selbstverständlich gehören neben einem Hund, einer Katze und zwei Meerschweinchen auch ein Pony und „Rentnerpferd“ Bobby zur Familie.

Studiert hat Sandra Lüke, deren Mann Guido als Hausarzt in Bad Essen tätig ist, in Berlin. In den vergangenen Jahren hat sie als angestellte Ärztin in der Praxis von Dietmar Helms in Espelkamp-Fiestel gearbeitet. Doch inzwischen sind ihre beiden Kinder acht und elf Jahre alt, was ihr neue berufliche Spielräume ermöglicht. Dennoch: Eine Tierarztpraxis einzurichten erfordere natürlich beträchtliche Investitionen, vieles könne man bei Hund, Katze, Maus aber ohne viel Hightech diagnostizieren, erläutert die Medizinerin.

Zusammenarbeit

Ihre Sprech- bzw. Besuchszeiten hat sie, hauptsächlich der Kinder wegen, auf die Zeit von 9 bis 12 Uhr gelegt, „selbstverständlich sind aber auch Terminvereinbarungen außerhalb des Vormittags möglich“, lässt sie wissen. Wenn sie gerufen wird, rückt Sandra Lüke mit Arztkoffer, „kleinem Besteck“, Verbandszeug und Medikamenten von ihrem Wohnort Harpenfeld aus in die Orte der Umgebung. „Und wenn ich nicht selbst diagnostizieren oder behandeln kann, weil ich eben nicht die Apparate einer stationären Praxis zur Verfügung habe, überweise ich an die niedergelassenen Kollegen und Tierkliniken weiter“, berichtet sie.

Palliativmedizin

Zu ihren Klienten gehören sowohl Tierhalter, die kein Auto zur Verfügung haben, wie auch solche, die sich und ihrem Tier den Stress des Praxisbesuchs nicht antun möchten. „Nicht zuletzt sind dies auch jene, deren Tier schon sehr geschwächt ist. Insofern stellt auch die Palliativmedizin beim Tier einen wichtigen Bereich meiner Arbeit dar“, sagt Sandra Lüke. Ansonsten bietet ihr tierärztlicher Hausbesuchsdienst aber all die Leistungen, die typisch für eine Kleintier-Praxis sind, wie etwa die Behandlung der entzündete Pfote, des verklebten Auges, Ohrenreinigungen, Blutentnahmen, Impfungen, Gesundheitsvorsorge, und vieles mehr.

Derweil schleicht sich Katze Maja an und kurz darauf wird aus dem Gebüsch ein Fiepen vernehmbar. Armes Mäuschen, du wirst dem Tiger nicht entwischen. So ist die Natur, da kann dir auch kein Tierarzt helfen. Und wie heißt es doch so schön? Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch.


Sandra Lüke ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr telefonisch unter 0176/46021378, darüber hinaus per E-Mail unter tieraerztin-lueke@web.de und im Internet unter www.tieraertztin-lueke.de erreichbar.

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