Interview mit Thomas Fiedler Badminton in Bad Essen macht „einfach Spaß“

Von Winfried Beckmann

Thomas Fiedler ist 1. Vorsitzender des BV Bad Essen. Foto: Winfried BeckmannThomas Fiedler ist 1. Vorsitzender des BV Bad Essen. Foto: Winfried Beckmann

Bad Essen. Gerade wurde die Mitgliedsnummer 114 vergeben, was aber nicht genau der Zahl derer entspricht, die im BV Bad Essen aktiv sind. BV steht für Badminton, doch neben diesem rasanten Sport weiß 1. Vorsitzender Thomas Fiedler (52) das „Männerfitness 50+“ zu schätzen im Interview unserer Reihe mit den Vorsitzenden der Wittlager Sportvereine.

Herr Fiedler, wie kamen Sie zum Badminton? Und warum ist Badminton ihr Sport geworden und geblieben?

Ich bin durch einen Freund dahin gekommen und finde einfach nur Spaß daran seit 25/30 Jahren. Es ist herrlich, wenn man den Kopf voll hat, sich aufrafft und hingeht zum Training. Wenn man zehn Minuten dabei ist, ist alles wie weggeblasen. Das macht einfach nur Spaß.

Und das nicht nur einfach so zur Fitness, sondern auch im Spielbetrieb?

Es ist ein sehr, sehr schneller Sport. Man spielt eigentlich nur gegen sich selbst. Das macht den Reiz aus. Da ist die Tagesform entscheidend. Außerdem ist es ein sehr fairer Sport. Wenn einer sagt, dass der Ball aus war, dann ist er aus. Wir bieten bewusst beide Bereiche an, den Hobbysport und die Möglichkeit, als Mannschaftsspieler an Punktspielen teilzunehmen.

Also im Wettkampfsport eine friedliche Begegnung mit dem Gegner?

Ja. Es geht sehr freundschaftlich zu. Man kennt sich, man trifft sich zu gemeinsamen Trainingsabenden.

Apropos Training. Wiesind Sie mit Stundenbestückt bei geringerer Hallenkapazität in Bad Essen?

Im Sommer geht es, weil wir uns dann mit den Leichtathleten verständigen, die dann mehr draußen sind. Im Herbst wird es dann eng, gerade auch in der Grundschule auf einem Feld, wenn dann so zehn bis zwanzig und manchmal noch mehr Jugendliche kommen. Und zwar montags um 18 Uhr in der Grundschule und donnerstags um 20 Uhr im Gymnasium.

Jugendliche bei einem Sport, der nicht gerade im Rampenlicht steht in der Öffentlichkeit? Wie kommen Sie an Nachwuchs heran? Indem sie von Federball anstatt von Badminton sprechen, oder ist das nicht gern gehört?

Federball darf man sagen, weil dann jeder Bescheid weiß. Es war zu Zeiten, als wir Badminton noch im TuS gespielt haben, nicht leicht mit Training für Kinder. Kindertraining im TuS gab es, aber Schwierigkeiten mit Eltern, die nicht fahren wollten. Als Badmintonspieler beim TuS wollten wir nur einen fairen Jahresetat und Bezahlung unseres Trainers, was nicht passierte. Daraus resultierte letztendlich die Eigenständigkeit.

Deshalb also auch die Trennung und die Gründung des BV von drei Jahren?

Ja. Inzwischen hat sich alles beruhigt, und wir haben mit dem neuen Vorstand kein Problem.

Apropos Vorstand. Wie kamen Sie vor drei Jahren an den Posten des 1. Vorsitzenden heran? Weil Sie nicht Nein gesagt haben?

Zum einen durch Nicht-nein-sagen, zum anderen durch den Umstand, dass ich als Selbstständiger auch tagsüber mal zur Gemeinde konnte, um die Rahmenbedingungen abzustecken. Aber eben auch, weil mir Badminton so viel Spaß macht und gibt. Und das im Vorstand zusammen mit Anika Stein, Svenja Krüwel, Gerd Hagensieker und Dieter Grube. In den vielen Jahren sind daraus richtige Freundschaften geworden.

Noch Raum und Zeit für andere Inhalte und Angebote des BV in Sicht?

Wir haben ja auch jeden Freitag das Fitness Männer 50+ mit Gymnastik, Zirkel- und Konditionstraining unter professioneller Leitung vom Aktivita Gesundheitszentrum Bad Essen. Da wird dann hinterher Ball in jeder Form gespielt. Wir hatten auch mal eine Ballschule für drei- bis sechsjährige Kinder mit durch Bakos aus Osnabrück zertifizierten Trainern, in der man alles mit dem Ball machen konnte, aber das war dann leider nicht mehr finanzierbar. Außerdem brachten sich die Eltern nicht genug mit ein.

Thema Geld. Was muss man mitbringen bei Interesse für Badminton, wenn man mal im Training mitmachen will? Was kostet ein vernünftiger Schläger? Was kosten Bälle?

Wir bieten Interessenten zum Training kostenlos extra angeschaffte Schläger oder Zweitschläger von Mannschaftsspielern an, die man noch gut benutzen kann. Schläger kosten zwischen 40 und 180 Euro. Bälle kosten circa 10 Euro für sechs im Hobbybereich und circa 18 Euro für 12 Federbälle für den Mannschaftsbereich.


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