Dialekte erhalten Sprachforscher wollen das Plattdeutsche retten

Von Gertrud Premke

Plattdeutschsprecher Wilfried Göker und Anneliese Fischer, beide aus Levern, Dr. Nadine Wallmeier,Uni Paderborn, Wilma Schmidt aus Destel , und Sebastian Meier, Uni Paderborn. Foto: Gertrud PremkePlattdeutschsprecher Wilfried Göker und Anneliese Fischer, beide aus Levern, Dr. Nadine Wallmeier,Uni Paderborn, Wilma Schmidt aus Destel , und Sebastian Meier, Uni Paderborn. Foto: Gertrud Premke

Levern. Im Heimathaus Levern waren jetzt Dr. Nadine Wallmeier, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Paderborn , sowie Sebastian Meier , ebenfalls wissenschaftlich tätig an der Universität Paderborn, zu Gast. Thema: das Plattdeutsche retten.

Eingeladen hatte Heinrich Rust, Sprecher des Heimathauses Levern, um die Arbeit des Forschungsprogramms „Dialektatlas Mittleres Westdeutschland“ unter der Leitung von Dr. Wallmeier vorzustellen. „ Ett is wichtig, datt wie datt behoalt , use plattdütske Sprauke, obwohl ett giegen denn gesellschaftlichen Trend iss. Düsse Abäit häve mer Uppmerksamkäit vodäint,“ so Heinrich Rust in seiner Einführung. Ebenfalls dabei waren Wilma Schmidt aus Destel , Anneliese Fischer und Wilfried Göker aus Levern, die bereits aktiv als Plattdeutschsprechende im Programm mitarbeiten.

Worum, geht es? Mitte 2016 hat das von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste geförderte Projekt Dialektatlas Mittleres Westdeutschland der Universitäten Bonn, Münster, Paderborn und Siegen seine Arbeit aufgenommen. Das Forschungsprojekt untersucht erstmals umfassend Dialekte in ganz Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und auch in Niedersachsen.

Dialektbestand dokumentieren

Ziel ist es, den noch fassbaren plattdeutschen Dialektbestand zu dokumentieren, analysieren und auf diese Weise als Kulturgut dauerhaft zu sichern. Das Ziel , ein digitaler, dynamischer und sprechender Dialektatlas, soll bis 2032 fertiggestellt sein. Es handelt sich also um ein langandauerndes Projekt über 17 Jahre. Befragt werden sollen Zielgruppen über 70 Jahre und jüngere Personen zwischen 30 und 45 Jahre , die der plattdeutschen Sprache noch mächtig sind, sie sprechen und „ortsfest“ sind. Dafür sollen von den Forscherinnen und Forschern im Laufe der Zeit 1200 Orte zwischen 500 und 800 0 Einwohner bereist und Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort zu Hause befragt werden . Bei der zwei- bis vierstündigen Befragung haben die Teilnehmer die Aufgabe, mithilfe von Fotos, Umschreibungen, Videos und Lückentexten Begriffe insbesondere aus dem Bereich Haus, Hof, Leben und Umwelt in ihren Dialekt zu übertragen. Als Grundlage für die Erhebung dient ein Fragebuch mit Aufgaben, um die regionalen Ausdrücke zu erfassen,zum Beispiel „dorp, dörp oder duorp“ für Dorf.

Das Erhebungsgebiet umfasst nicht nur Nordrhein-Westfalen, sondern auch den Osnabrücker Raum somit auch das Wittlager Land.

Kontakt: .Nadine Wallmeier ,Universität Paderborn, Tel. 05251 602834 oder per E-Mail: nadine.wallmeier@uni-paderborn.de


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN