Post setzt auf Elektroautos 200. Streetscooter in Bad Essen in Dienst gestellt

Von Rainer Westendorf


Wehrendorf. Die Post setzt auf Elektromobilität. Am Montag wurde am Zustellstützpunkt Bad Essen im Gewerbegebiet Papenbreede in Wehrendorf der 200. Streetscooter der „Niederlassung Brief Münster“ der Deutschen Post in Dienst gestellt.

Die Niederlassung Münster ist zuständig für die Postleitzahlbereiche 48 und 49. Niederlassungsleiter Christoph Hollmann überreichte das Fahrzeug an Renè Peters, der mit dem Scooter nun Briefe und Pakete ausliefern wird.

1500 Fahrzeuge im Einsatz

Weitere Elektroautos werden folgen und die anderen Fahrzeuge Schritt für Schritt ersetzen. „Insgesamt sind im Postbezirk Münster 1500 Fahrzeuge im Einsatz“, erläutert Hollmann.

Für den Kurzstreckenverkehr

Die Streetscooter GmbH, die die Fahrzeuge produziert, ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Post. Namhafte Pkw-Hersteller sahen sich nicht in der Lage, ein solches Elektrofahrzeug ausdrücklich für den Kurzstreckenverkehr zu entwickeln. Daraufhin ist die Post selbst als Produzent tätig geworden. Mit einem Startup im Umfeld der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist der Scooter entwickelt worden und ging in die Produktion.

Anfahren und Anhalten

Die Deutsche Post hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 70 Prozent weniger CO2 ausstoßen als noch im Jahr 2007. Dieses Ziel lässt sich nur mit Elektroautos erreichen, weil Dieselmotoren für ständiges Anfahren und Anhalten weniger geeignet sind.

Bei Zustellern und Kunden kommen die Scooter hervorragend an. Wie Hollmann berichtet, dauerten die ersten Touren mit dem Scooter allerdings länger als zuvor. Der Grund: Zahlreiche Kunden haben die Zusteller angesprochen und wollten mehr wissen über das neue und geräuschlose Fahrzeug...

Dank Elektromotor ist das ständige Anfahren problemlos. Rund 250-mal täglich hält und startet ein Zusteller täglich auf seiner Tour – was für Benzin- und Dieselmotoren natürlich ein echter Belastungstest ist.

Nicht nur für die Post

„Die Streetscooter werden mittlerweile nicht nur für die Post hergestellt“, so Hollmann. Andere Unternehmen haben bereits Fahrzeuge gekauft. So zum Beispiel die Baumarktkette Obi.

Mehrere v erschiedene Modelle werden Aachen gefertigt. Bei dem in Bad Essen-Wehrendorf in Dienst gestellten Fahrzeug handelt es sich um das Modell „Work L“, ein frontangetriebenes Fahrzeug mit einer elektrohydraulische Servolenkung. Höchstgeschwindigkeit: 85 Stundenkilometer. Ihren Strom tanken die Streetscooter direkt auf dem Gelände am Zustellstützpunkt in der Papenbreede.


Streetscooter war ein Aachener Start-up-Unternehmen, das im Umfeld der RWTH Aachen gegründet wurde. Die Gründer hatten die Idee, Elektromobilität wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. 2011 entwickelte das junge Unternehmen das erste Elektroauto, das auf die Bedürfnisse der Postzusteller zugeschnitten war. Zwei Jahre später waren die ersten Elektroautos im Einsatz. Die Deutsche Post DHL hat die Firma Streetscooter 2014 übernommen, um die Elektromobilität auszubauen. Neben einer bestehenden Fabrik in Aachen mit mehr als 200 Beschäftigten wird in Kürze ein zweites Werk in Düren die Produktion aufnehmen.

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