Interview mit Miguel Gomez SV Wimmers Vorsitzender konnte nicht Nein sagen

Von Winfried Beckmann

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Treffpunkt Grillhütte: 1. Vorsitzender Miguel Gomez in seinem Element. Foto: Winfried BeckmannTreffpunkt Grillhütte: 1. Vorsitzender Miguel Gomez in seinem Element. Foto: Winfried Beckmann

Wimmer. Seine Frau empfiehlt ihm spaßig von Zeit zu Zeit, ein Feldbett mitzunehmen zum Sportplatz. Doch in Wirklichkeit gibt sie ihm den „Rückhalt“, ohne den Miguel Gomez nach eigenen Angaben nicht der „Antriebsmotor“ als 1. Vorsitzender des SV Wimmer sein könne, wie der 54-Jährige in unserer Interview-Serie mit den heimischen Vereinsvorsitzenden bekennt.

Herr Gomez, was hat einen gebürtigen Spanier ins norddeutsche Flachland verschlagen?

Mein Vater durch seine Arbeit ab 1960, zuerst bei Kamann, dann bei Dreyer und Rabe. Dann sind wir 1966 als Familie nachgekommen. Ich bin also hier in Wittlage groß geworden. Die Menschen in unserer Heimat nennen mich den Alemann. Ich habe mit Reisen nach Spanien den Jugendlichen aus Wimmer mein Land gezeigt.

Durch Schule in Lünne und Bad Essen, durch Ausbildung zum Maschinenschlosser, dann zum Industriekaufmann und jetzt als Techniker im Seniorenstift sind Sie hier heimisch geworden, sicher auch durch den Sport?

Ja. Die Integration klappte gut. Zum Verein und zum Fußball bin ich dann durch meinen Sohn gekommen, weil da ein Betreuer fehlte, obwohl ich nie Fußball gespielt habe und keine Ahnung vom Fußball hatte. Inzwischen verstehe ich auch Abseits, und an der Vereinsspitze des SV Wimmer wurde vor drei Jahren ein 1. Vorsitzender gebraucht. Der, der es eigentlich werden wollte, verzichtete kurzfristig. Da wurde ich vorgeschlagen und habe mir gesagt: Okay, dann machst du das.

Und Sie bewegen was, gerade auch mit der Sportwerbewoche, sichtbar mit dem Bau der Grillhütte neben dem Klubhaus auf der Sportanlage.

Die Sportwerbewoche ist unsere Haupteinnahmequelle. Wir haben Sponsoren eingebunden, eine kleine Gewerbeschau mit Firmen daraus auf dem Vorplatz gemacht. Man muss aktiv sein und auf Firmen zugehen und nicht nur Fußball zeigen, sondern auch den Zuschauern etwas bieten. Wir hatten Softdarts mit Plastikpfeilen, damit auch Kinder werfen können. Wir haben uns ein Fußball-Darts geliehen, der sehr gut ankam, ebenso ein Elfmeterschießen mit 32 Teams, teils kostümiert, das super lief bis um halb drei an der Grillhütte, die wir in Eigenarbeit gebaut und gerade eingeweiht haben.

Also halb Wimmer auf den Beinen und sicher auch Lintorfer, mit denen sie ja im Fußball als Spielgemeinschaft kooperieren. Eine runde Sache mit Perspektive und Zielen?

Mit Lintorf läuft es sehr gut. Auch die Vorstände treffen sich regelmäßig. Wichtig ist, dass wir die Jugend einbinden in die Vereinsarbeit, auch in die Verantwortung, die Jugend von der Straße holen, ihnen eine Alternative für das Internet geben. Denn ein Kind, dass du an das Internet verlierst, ist weg. Unsere Ziele? Mal aufsteigen in die Kreisliga wäre gut, aber wir sind und bleiben ein Dorfverein, was wichtig ist. Deshalb ist unsere Grillhütte auch so wichtig, die jedem Trainer mit seiner Mannschaft zur Verfügung steht.

Als relativ kleiner Verein mit 350 Mitgliedern stellen Sie einiges auf die Beine, auch eine Kostenfrage?

Klar, denn alle Preise steigen. Aber wir machen sehr viel selbst. Ich bin mir sicher: Wir sind finanziell der gesündeste Verein im Altkreis, was nur mit Ehrenamtlichkeit geht.

Und mit einem Vorsitzenden, der anstecken und mitreißen kann, wie es aussieht. Schon weitere Pläne, Ideen und Wünsche?

Pläne wofür? Ich hab andauernd Ideen. Es muss auch im Vorstand einen Antriebsmotor geben. Klar: Wir können eine Tribüne bauen, wie wir vor drei Jahren Spielerkabinen und Bänke gebaut haben. Wir hätten gern einen zweiten Rasenplatz und einen Ballfangzaun. In den angrenzenden Rapsfeldern liegen bestimmt 20 bis 25 Bälle. Was Pläne betrifft: Wir müssen behutsam sein, wenn man bedenkt, dass wir gerade einen neuen Rasenmäher kaufen mussten, gebraucht für 27000 Euro.

Neben Fußball lässt sich sicher nur wenig Programm den Mitgliedern anbieten bei einer kleinen und vielseitig genutzten Halle.

Ja, aber immerhin: Wir haben wieder Kinderturnen, nach einer Pause wieder Bauch Beine Po, außerdem Walking und Tischtennis. Mehr geht nicht und muss auch nicht sein, weil Nachbarvereine das bieten.


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