Fachdienste geben Einblick Barrieren abbauen in Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln

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Barrierefreiheit in Bohmte: Die oberen Geschosse des Rathauses Bohmte sollen zukünftig über einen Aufzug erreichbar sein. Foto: Oliver KratoBarrierefreiheit in Bohmte: Die oberen Geschosse des Rathauses Bohmte sollen zukünftig über einen Aufzug erreichbar sein. Foto: Oliver Krato

Altkreis Wittlage. Der Abbau von Barrieren ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der baulich-planerische Maßnahmen folgen müssen. Andreas Pante, Fachdienstleiter Umwelt, Planen und Bauen in Bad Essen, Alf Dunkhorst, Leiter des Fachdienstes Planen und Bauen in Bohmte, und Michael Borgmeier, Fachdienstleiter Planen-Bauen in Ostercappeln, geben Einblicke in ihre Arbeit – und erklären, vor welchen Herausforderungen die Gemeinden täglich stehen.

Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln arbeiten aktiv daran, bauliche Barrieren zu reduzieren: In Bohmte wird derzeit die Erich-Kästner-Schule mit einem barrierefreien Zugang ausgestattet, die oberen Geschosse des Rathauses Bohmte sollen zukünftig über einen Aufzug erreichbar sein.

Grobes Kopfsteinpflaster

In der Gemeinde Ostercappeln wurden Teile des groben Kopfsteinpflasters auf dem Kirchplatz entfernt und durch einen glatten Belag ersetzt. Menschen mit Gehhilfen, Rollstühlen oder auch Kinderwagen können den Platz so besser queren. Gute Beispiele gibt es auch aus der Wirtschaft: Das Ostercappelner Kaufhaus, die Standortinitiative von Einzelhändlern, Dienstleistern und Grundeigentümern, hat im Ortskern alle Ladengeschäfte mit einem barrierefreien Zugang versehen.

Taktile Leitsysteme

In Bad Essen werden in Abstimmung mit dem Schwerbehindertenverband taktile Leitsysteme im Bereich von Bushaltestellen eingelassen, die Blinden die Orientierung erleichtern. Außerdem wird die Stromversorgung auf dem Kirchplatz ausgebaut, um das Stolperrisiko von quer über den Platz verlaufenden Stromkabeln zu minimieren – damit entfernt die Gemeinde eine „Stolperecke“, die im Rahmen des Projektes „Barrieren abbauen“ des Ile-Regionalmanagements Wittlager Land von einer Bürgerin gemeldet wurde.

Nutzungskonflikte möglich

„Wir freuen uns, wenn Bürgerinnen und Bürger uns Stolperecken melden. Grundsätzlich berücksichtigen wir solche Rückmeldungen bei Planungsentscheidungen bzw. dann, wenn sowieso Wartungs- oder Umbaumaßnahmen anstehen“, erklären die Fachdienstleiter, denn: „Die Bauämter im Wittlager Land sind natürlich angehalten, barrierefrei zu planen. Das ist bei Neubauten aber leichter als im Bestand.“ Die Herausforderung sei außerdem, dass Barrierefreiheit für eine Personengruppe eine Barriere für andere Gruppen darstellen könne, verdeutlicht Andreas Pante: „Wir stehen tatsächlich vor Nutzungskonflikten: Abgesenkte Bordsteine ermöglichen Rollstuhlfahrern eine barrierefreie Fortbewegung, Sehbehinderte aber benötigen die Bordsteinkante zur Orientierung.“

Übergeordnete Vorgaben

Auch übergeordnete Vorgaben gilt es, zu erfüllen. Der Denkmalschutz, die Verkehrssicherheit, das Baurecht, der Naturschutz und auch die Erhaltung eines ortsbildprägenden Charakters seien gesetzliche Aspekte, die ebenfalls berücksichtigt werden müssten. Barrierefreiheit sei in dieser Reihe einer von vielen Bausteinen, die in einer Kompromisslösung vereint werden müssten. Nicht zuletzt lassen auch bauliche oder örtliche Gegebenheiten manchmal nicht zu, dass Barrieren abgebaut werden. „Gegen eine natürliche Gefällelage, in Bohmte zum Beispiel in der Bremer Straße, können wir nichts machen“, erklärt Alf Dunkhorst.

Aufgaben und Projekte

„Dennoch“, so Michael Borgmeier, „wir alle müssen uns tagtäglich bei allen Aufgaben und Projekten immer wieder fragen, ob wir alles getan und bedacht haben, was für Menschen mit Beeinträchtigungen wichtig ist. Beeinträchtigungen sind weit zu fassen, ein einfacher Beinbruch, eine rheumatische Entzündung, die Nutzung von Kinderwagen, schon morgen kann jeder von uns betroffen sein.“


Barrieren abbauen

Am gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Leben teilhaben, das geht alle an: Menschen mit Behinderung genauso wie Senioren oder Familien mit Kindern, ungeachtet ihres Geschlechts, ihres Alters oder ihrer Herkunft. Das Regionalmanagement Wittlager Land hat in Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln deshalb des Projekt „Barrieren abbauen“ initiiert, um für das Thema zu sensibilisieren, Perspektiven zu erweitern und Barrieren in den Köpfen abzubauen. Teil des Projekts ist eine vierwöchige Presseserie, in der verschiedene Menschen und Initiativen zu Wort kommen, die Barrieren abbauen – auf ganz unterschiedliche Weisen.

Mehr zum Thema auch unter www.wittlagerland.eu/barrieren-abbauen.

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