Weil’s so schön war, noch einmal Wittlager Landwirte bereisen Oberbayern

Von Ernst Hermeyer

Hoch hinaus ging es für die Reisegruppe am Bergisel bei Innsbruck. Foto: Sonja HörsemannlHoch hinaus ging es für die Reisegruppe am Bergisel bei Innsbruck. Foto: Sonja Hörsemannl

Altkreis Wittlage. Ihre diesjährige Bildungsreise führte die ehemaligen Schüler der landwirtschaftlichen Fachschule in Bohmte einmal mehr nach Oberbayern, auf eine Tour, die wie in den Vorjahren von Wilfried Hörsemann perfekt vorbereitet worden war.

Die Reisegesellschaft der früheren landwirtschaftlichen Fachschüler startete mit dem Bus von Gottlieb-Reisen zu einer sechstägigen Ausfahrt in den Chiemgau. Das Programm versprach viel Sehenswertes, sodass sich wieder eine Gruppe von 40 Teilnehmern zusammengefunden hatte, viele davon „Wiederholungstäter“. Von ihrem Quartier in Palling aus unternahm die Gruppe zahlreiche Ausflüge.

Bekannte Sprungschanze

Gleich der erste führte nach Innsbruck, wo natürlich ein Besuch des 746 Meter hohen Bergisel mit der bekannten Sprungschanze, die schon seit den 1950er-Jahren Austragungsort internationaler Skispringen war, auf dem Programm stand.

Anschließend ging es zum Glockenmuseum und der Glockengießerei Grassmayr, der letzten ihrer Art in Österreich. Eine Stadtrundfahrt durch die Tiroler Landeshauptstadt verschaffte den Teilnehmern einen guten historischen Überblick.

50 Sorten Senf

In Kirchweidach nahe Altötting konnte die Gruppe am nächsten Tag die Geschichte und Entwicklung eines Familienbetriebes vom früheren Senfherstellungsbetrieb zur heutigen Feinkost-Manufaktur , die allein 50 Sorten Senf herstellt, kennenlernen. Tomaten und Paprika hierfür stammen aus einem Geothermie-Gewächshaus in der Nachbarschaft; der Absatz der Produkte erfolgt weitgehend über den regionalen Lebensmittelhandel.

In der Hindenburghütte

Die Weiterfahrt hatte Reit im Winkl zum Ziel. Beim Alpengasthof „Hindenburghütte“ auf der Hemmersuppenalm in 1260 Meter Höhe entspannten sich die Ausflügler bei Brotzeit und zünftiger bayrischer Musik.

Das Bauernhofmuseum in Amerang stand am folgenden Vormittag auf dem Plan. Beim Vergleich mit ähnlichen Anlagen im heimischen Raum konnten die Teilnehmer trotz vieler Gemeinsamkeiten in den jeweiligen Funktionen wesentliche Unterschiede in Baustil und Bauweise erkennen. Ein Aussiedlungshof in der Nähe von Bad Feilnbach, der im Oktober 2015 nach Fertigstellung der Neubauten in Nutzung genommen werden konnte und jetzt als Bioland-Rindviehbetrieb geführt wird, war das nächste Ziel. Für die kundigen Landwirte besonders interessant: Die Flächen am neuen Hof sind anmoorig mit Tonboden im Untergrund, was bei starken Niederschlägen den Weidegang erschwert.

Entsprechend angelegte Gräben werden leider häufig durch das gestiegene Vorkommen des Bibers in den Bruchwäldern des umliegenden Bereiches „dichtgesetzt“. Die Familie hat die Hoffnung jedoch noch nicht ganz aufgegeben, dass man mit der Seite des Naturschutzes zu einvernehmlichen Lösungen kommt. Zu ihrem Betrieb gehört noch eine Alm – auf 1045 Meter Höhe und etwa 33 Kilometer entfernt, auf der das Jungvieh von Mitte Mai bis Anfang Oktober weidet.

Herzöge in Bayern

Am vorletzten Tag ging es mit vier überdachten Pferdekutschen vom Ort Kreuth aus auf Waldwegen am Ufer des Wildbaches zur Anlage „Wildbad Kreuth“. Der Gebäudekomplex wurde in früherer Zeit als Kurbad genutzt. Die Ursprünge stammen aus der Zeit um 1500. Das Bad befindet sich im Eigentum der Herzöge in Bayern aus dem Hause Wittelsbach.

Am Nachmittag stand der Besuch des Walchenseekraftwerkes an. Zunächst führte der Weg über eine Serpentinenstraße zum Walchensee hinauf, der 200 Meter oberhalb des eigentlichen Kraftwerkes liegt und als Speichersee für Wasser aus dem Isar-Einzugsgebiet fungiert. Über sechs jeweils 400 Meter lange Druckrohrleitungen stürzt das angestaute Wasser zu den Turbinen im Maschinenhaus, um dann nach der energetischen Nutzung in den Kochelsee abzufließen. Das zwischen 1918 und 1924 erbaute Speicherseekraftwerk, seinerzeit eines der größten Wasserkraftwerke der Welt, zählt auch heute noch mit einer Jahreserzeugung von 300 Gigawattstunden zu den wichtigsten Speicherkraftwerken in Deutschland. Von Bedeutung ist der hohe Wirkungsgrad von ca. 90 Prozent, der von keiner anderen regenerativen Stromquelle erreicht wird.

Nächstes Ziel: Kehl

Am Rückreisetag startete die Reisegruppe schon frühmorgens, um nach einer Mittagspause in Fulda pünktlich zum Abschluss-Abendessen im Gasthaus Tönsmeyer in Brockhausen, einzutreffen, wo die Reisegruppe dem Reiseleiter Wilfried Hörsemann für die gelungene Fahrt dankte. Für die Tour im kommenden Jahr hat dieser bereits erste Vorbereitungen getroffen: Es soll nach Kehl am Rhein gehen, um von dort aus wiederum interessante Ziele in der Umgebung aufzusuchen.

Aus den Reaktionen der Mitfahrer war zu erkennen, dass auch diese Fahrt wieder viel Zuspruch finden dürfte. Anmeldungen werden von Wilfried Hörsemann telefonisch unter 05471/1463 schon jetzt entgegengenommen.


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