Yoga- und Gesundheitsfestival Meditative Klangreise im Bad Essener Schafstall

Von Christa Bechtel

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Arup Sen Gupta (links) und Yogendra entführten das Publikum im Bad Essener Schafstall mittels einer meditativen Klangreise in die musikalische Raga-Welt. Foto: Christa BechtelArup Sen Gupta (links) und Yogendra entführten das Publikum im Bad Essener Schafstall mittels einer meditativen Klangreise in die musikalische Raga-Welt. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Im Rahmen des Yoga- und Gesundheitsfestivals gastierten Yogendra, Sitar und Arup Sen Gupta, Tabla, im Schafstall an der Bergstraße. Unter dem Motto „Vom Färben des Geistes“ entführten sie das Publikum mittels einer meditativen Klangreise in die musikalische Raga-Welt. Veranstalter war der Kur- und Verkehrsverein

Yogendra, der im richtigen Leben Jens Eckert heißt, und Arup Sen Gupta kennen sich seit mehr als 25 Jahren, treten in unregelmäßigen Abständen gemeinsam auf.

Klassische indische Musik

Wie würden sie ihre Musik definieren? „Klassische indische Musik, Kunstmusik, Musik, um der Musik willen, aber konzertant“, zählte Gupta auf. Ursprünglich sei sie zur Mogul-Dynastie in den Höfen gespielt worden. Aber: „Die Wurzeln dieser Musik gehen schon ein paar Tausend Jahre zurück.“ Doch die Aufführungspraxis sei vielleicht etwa 150 Jahre alt „und entwickelt sich immer weiter“, stellte der Aachener dar.

Was den Geist färbt

Raga bedeute übersetzt „was den Geist färbt“, ging Gupta auf das Motto ein. Spannend sei sicher: „Dass wir vorher nicht voneinander wissen, was der andere spielt.“ Deshalb ist die Raga-Musik auch ein intensives aufeinander hören verbunden mit viel Improvisation.

Keine Tonartenwechsel

Raga heiße, eine Melodie zu gestalten, „die im Grunde genommen eine Stimmung transportiert, eine Geschichte erzählt. Wenn wir eine Raga spielen, versuchen wir, uns als Musiker in diese Stimmung einzuschwingen, sie in den Raum zu tragen und Sie und Euch da mit hineinzunehmen“, erläuterte Jens Eckert, der weiter verdeutlichte: „Im Gegensatz zur abendländischen Musik haben wir keine Tonartenwechsel, keine Modulation, sondern bleiben in einer Tonart, einer Stimmung, einer Farbe, mit der wir den ganzen Abend bestreiten.“

Gezupfte Langhalslaute

Eine Raga kann sogar mal anderthalb Stunden dauern. Dabei sind Sitar und Tabla die typischen Instrumente. Die Sitar ist eine gezupfte Langhalslaute in Indien, die das bekannteste Melodieinstrument der klassischen nordindischen Musik ist und über einen charakteristischen und obertonreichen Klang verfügt. Die Tabla ist ein Schlaginstrument der nordindischen Musik, das aus zwei Kesseltrommeln besteht.

Unverwechselbare Atmosphäre

Bereits mit den ersten Tönen der Raga „Purya Kalyan“ schaffte Yogendra mit den charakteristischen Klangfarben eine unverwechselbare Atmosphäre im Schafstall, die einige im Liegen auf Matten (zuvor hatte Wiebke Müller den Vortrag „Was ist eigentlich Yoga?“ mit Übungen gehalten) genossen. Mit der Sitar, ohne festes Metrum, entfaltete der Braunschweiger Stück für Stück die Töne der Raga.

Thema und Variation

Wie die Geschichte: Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter…, sodass nach und nach die verschiedenen Charaktere/Töne vorgestellt wurden, es immer dynamischer wurde. Irgendwann kam die Tabla dazu und mit ihr der Tala, ein erst langsam, dann immer schneller kreisender Rhythmus. Im improvisierten dialogischen Spiel von Thema und Variation verdichteten Sitar und Tabla das musikalische Geflecht immer weiter, bis es in ein mitreißendes virtuoses Final-Feuerwerk mündete.

Wer nach einer weiteren Raga noch mehr auf Klangreise gehen wollte, nahm noch eine CD mit nach Hause….


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