Bei Sprung drohen 35 Euro Bußgeld Warum das Brückenspringen am Mittellandkanal verboten ist

Von Frederik Tebbe


Bad Essen. Abkühlung und Adrenalin-Kick: Das Baden im Mittellandkanal ist für viele eine kostenlose Abkühlung an heißen Sommertagen. Wer dazu noch Action braucht, springt von der Brücke ins Wasser. Legal ist dies allerdings nicht – und es ist Vorsicht geboten. Über die Gefahren des Brückenspringens klären Wasserschutzpolizei und Wasserstraßenamt auf.

„Im Kanal gibt es trübes Wasser, das ist ja kein Schwimmbad“, sagt Heinz Anderke, Dienststellenleiter der Wasserschutzpolizeistation in Bergeshövede. Er warnt davor, von einer Brücke aus in den Mittellandkanal zu springen, „weil es gefährlich ist“. Im trüben Wasser können sich – nicht sichtbar – Gegenstände befinden, an denen sich der Springer verletzen kann. Das können scharfkantige Dinge sein, die dort entsorgt wurden – vom Fahrrad bis zum Einkaufswagen landet so manches Objekt im Wasser, das dort nicht hingehört. „Es kann sich aber auch ein abgebrochener, spitzer Ast mit Wasser vollsaugen und auf dem Grund liegen, an dem man sich genau so verletzen kann“, sagt er. Laut Matthias Pusch vom Bramscher Außenbezirk des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Minden werde einmal pro Jahr eine Peilung im Kanal durchgeführt, um dort Untiefen festzustellen. Dabei werde auch überprüft, wo sich gefährliche Gegenstände im Wasser befinden. Diese werden dann entfernt.

Springen verboten

35 Euro Bußgeld seien zu zahlen, wenn die Wasserschutzpolizei jemandem beim Sprung von der Brücke erwischt. Gezielt danach suchen tun die Beamten allerdings nicht. „Wir sind ja eigentlich für die Schifffahrt zuständig“, sagt Anderke. „Um Leute ausschließlich für die Springer einzusetzen, fehlen uns die Kapazitäten.“ Stattdessen führt oft das eine zum anderen: Vorbeifahrende Schiffe, die die Springer bemerken, melden sich bei der Polizei und machen sie darauf aufmerksam.

Baden erlaubt

Das grundsätzliche Baden im Kanal ist erlaubt. Doch auch hier sei laut Matthias Pusch Vorsicht geboten. Es ist zu beachten, nicht in die Nähe der Brücke zu schwimmen. „Die Sichtverhältnisse an Brücken sind stark eingeschränkt“, sagt er. „Sowohl für die Schwimmer als auch für die Schiffe.“ Deshalb gelte laut Heinz Anderke ein Schwimmverbot 50 Meter vor und hinter einer Brücke. Wenn ein Schiff das Wasser durchquert, kann darüber hinaus der Sog, den die Schiffsschraube erzeugt, lebensgefährlich sein. Pusch empfiehlt, dann am besten das Wasser zu verlassen. Auch am Rand des Kanals könne der Schwimmer durch das Schiff stark an die Wand gedrückt werden.

Den generellen Aufenthalt am Kanal sieht Heinz Anderke allerdings nicht als bedenklich. Bei größeren Gruppen gelte es höchstens als Problem, dass dabei Müll liegen bleibt. „Die westdeutschen Kanäle sind eben ein beliebtes Freizeitangebot und die Leute sollen sich auch hier entspannen.“