Polizeipräsenz in der Fläche Guido Pott lädt „Pro-Polizei“ nach Hannover ein

Von Hubert Dutschek


Bohmte. Polizei-Präsenz und Sicherheitsgefühl – das sind zwei wichtige Themen, die immer wieder aufkommen, wenn es um Innere Sicherheit geht. Der Arbeitskreis Pro-Polizei im Wittlager Land hatte den Landtagsabgeordneten Guido Pott (SPD) nach Bohmte eingeladen. Ziel des Gesprächs war es, dem Politiker die Lage bezüglich der Polizeistärke in den drei Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln aufzuzeigen und für politische Unterstützung bei der Forderung nach einer stärkeren Polizeipräsenz zu gewinnen

In seiner Begrüßung dankte Ernst Busse als Sprecher der Initiative Guido Pott aus Wallenhorst, der imvergangenen Jahr in den Niedersächsischen Landtag eingezogen war, für seine Gesprächsbereitschaft. Busse berichtete über die laufende Unterschriftenaktion. Inzwischen unterstützen namentlich 2891 Personen die Forderung nach einer stärkeren Polizeipräsenz. Seit vielen Jahren habe es Gespräche auf verschiedenen Ebenen gegeben. Allerdings sei es zu keiner Verbesserung der Polizeistärke im Wittlager Land gekommen, so Busse.

Der gewünschte Effekt

„Den Mitgliedern der Initiative als auch mir liegt vor allem ein gutes Sicherheitsgefühl unserer Mitmenschen sehr am Herzen,“ erläuterte der SPD-Landtagsabgeordnete. Dies gelte natürlich auch für den ländlichen Raum, doch so einfach sei das leider nicht. Eine verstärkte Polizeipräsenz oder auch so positive Ergebnisse wie die der aktuellen Kriminalstatistik, in der Niedersachsen im bundesweiten Vergleich besonders gut dastehe, hätten nicht automatisch den gewünschten Effekt, dass die Bürger sich sicherer fühlten. Pott räumte ein, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in den vergangenen Jahren gelitten habe. Deshalb habe die gegenwärtige Landesregierung Finanzmittel für die Schaffung von insgesamt 3000 zusätzlichen Personalstellen im Polizeiwesen bereitgestellt – in diesem Jahr schon 750 Stellen. Ziel müsse es sein, tatsächlich mehr Polizeibeamte auf die Straße zu bekommen.

Weitere Stellen geplant

Die Regierungsfraktionen haben sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, diese bis Ende 2022 sogar auf 3.000 neue Stellen ausweiten.“ Darüber hinaus gebe es weitere Förderungen der Polizei: „Auch den Fuhrpark, die Trainingszentren sowie die Modernisierung der Ausstattung unserer Polizei unterstützen wir in Millionenhöhe.“ Wichtig sei es hierbei natürlich, dass diese Maßnahmen auch im ländlichen Raum ankommen.

Starke Zentralisierung

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Initiative ist der Erhalt und die Personalausstattung der Polizeistation Bohmte, negative Auswirkungen von einer zu starken Zentralisierung werden befürchtet. Auch hier gebe es weiteren Redebedarf, kommentierte der Landtagsabgeordnete nach dem Gespräch, daher habe er die Initiative Pro-Polizei zu weiteren Gesprächen nach Hannover eingeladen.

Ann Bruns, Arbeitskreismitglied aus Bad Essen, erläuterte, dass es bisweilen zu langen Wartezeiten auf die Polizeistreife käme. „Durch die Zentralisierung in Bramsche sind wir hier abgehängt“. Bruns kritisierte, dass es generell keine Erhebungen gebe, wie viel Zeit vom Absetzen eines Notrufes bis zum Eintreffen einer Streife vergehe.

Karin Helm aus Hunteburg machte deutlich, dass ein hilfeersuchender Bürger schnelle Hilfe durch die Polizei erwartet. Sich dafür einzusetzen, sei Pflicht der Abgeordneten als Vertreter des Volkes.

Subjektives Sicherheitsempfinden

Rolf Flerlage aus Bohmte bezeichnete das subjektive Sicherheitsempfinden als einen wichtigen Faktor hinsichtlich der Lebensqualität in den jeweiligen Wohnorten. Die Berechnungsverfahren bei der Verteilung der Polizeistellen müssten dahingehend verändert werden, dass eine Verbesserung in der Fläche erzielt werde.

Eine ständige zweite Streife

Die wesentlichen Forderungen fasste Busse zum Ende des Gesprächs zusammen. Es müsse wieder wie vor der Polizeireform eine ständige zweite Streife im Wittlager Land einsatzbereit sein. Bei der angekündigten Schaffung von zusätzlichen Stellen werde auch ein entsprechender Zuschlag zugunsten des Wittlager Landes erwartet. Der Erhalt der Polizeistationen in Bad Essen und Ostercappeln müsse garantiert werden.