Gärten locken viele Gäste an Blütenpracht und lauschige Oasen im Wittlager Land

Von Christa Bechtel

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Altkreis Wittlage. Blütenpracht in Hülle und Fülle, lauschige Oasen der Ruhe und Stille oder Gestaltungsideen, die kreativ und mit grünem Daumen umgesetzt wurden: Das ist Jahr für Jahr der Gartentraumsonntag im Wittlager Land, der nicht nur Gartenfreaks anlockt, sondern auch Besucher, die sich an der Schönheit im Grünen erfreuen.

Etwas Besonderes war die Veranstaltung in diesem Jahr aber schon, auch wenn nicht unbedingt strahlender Sonnenschein herrschte. Denn anlässlich der Landesgartenschau in Bad Iburg hatten die Gärten überwiegend erstmals am Samstag und Sonntag ihre Pforten geöffnet, sodass es ein Gartentraum-Wochenende mit insgesamt 74 Gärten im Osnabrücker Land wurde. Für unsere Leser haben wir zwei im Wittlager Land besucht.

Heckenlabyrinth auf 2000 Quadratmetern

Erste Station ist der „Meyerhof“ mit Labyrinth und Garten in Brockhausen. Hier begrüßt mich sogleich eine Ziege mit einem freundlichen „Mäh“. Etwas weiter sind der Sohn des Hauses Ian und sein Freund Niclas dabei, für die Besucher leckere Waffeln zu backen - und schon kommen die Gartenbesitzer Airine und Heinz Werner Meyer auf mich zu. Das Besondere an ihrem Garten ist ein Heckenlabyrinth auf 2000 Quadratmetern. „Es hat nur einen Ein- und Ausgang; jetzt sind innen auch unsere fünf Gärtchen wie „Aschenputtel“, „Dornröschen“ oder „Alice im Wunderland“ fertig“, sagt die Hausherrin. „Vorher war dort nur Ackerland, dann eine Wiese mit Gänsen.

Doch vor zehn Jahren haben wir gesagt, dass wir daraus gerne etwas Besonderes machen möchten.“ So bestehe das Labyrinth aus sehr vielen verschiedenen Heckenpflanzen wie Feuer- und Weißdorn, Blut- und Hainbuche, Liguster, Kirschlorbeer, „den wir sehr groß haben wachsen lassen, sodass man dort wie durch einen Tunnel geht“, erläutert Airine Meyer. Worauf sie besonders achtet: „Ich nehme nur winterharte Pflanzen.“

Eine kleine Oase

Als wir durch das Labyrinth an der Kirschlorbeerhecke starten, wird es erst einmal sehr dunkel. Doch schon kurze Zeit später eine kleine Oase. In einem alten Silo, das das Ehepaar Meyer einfach umgedreht hat, befinden sich nun ein Tisch nebst Bank, etliche Teelichter und ein zauberhafter Ausblick ins Grüne. Es folgt ein Naschgarten mit Stachel-, Johannis- und Erdbeeren. Und oh – im Labyrinth verbirgt sich sogar ein Gruselkabinett. Eine alte Kutsche wurde gar zum Rosenspalier. Nebenbei erfahre ich, dass zum Meyerhof noch acht Ferienwohnungen gehören. Wer ebenfalls das Heckenlabyrinth genießen möchte, zum Beispiel als Gruppe oder für Hochzeitsfotos, kann sich bei Meyers unter 05472/7119 anmelden.

Stauden und Kletterpflanzen

Weiter geht´s zu Sia’s Garten, der sich am Rande von Ostercappeln im Ortsteil Haaren befindet. Von 1977 bis 2000 wurde das etwa 5000 Quadratmeter große Hanggelände zu einem Drittel als Spielfläche von Astrid Sias Kinder genutzt. Der übrige Teil war Pferdekoppel und Weide. Aber: „In den letzten 10 Jahren reifte in mir der Wunsch, unter Wahrung der bestehenden Bepflanzung die Gesamtfläche in einen gärtnerisch gestalteten Landschaftsraum zu verwandeln. Blühende Blumen, Stauden und Kletterpflanzen sollten Farbe in das dominierende Grün bringen und so Freude für die Augen im Lauf der Jahreszeiten bringen“, erklärt Astrid Sia.

Eine Rhododendron-Bepflanzung

Der Beginn sei ein Rosengarten gewesen, den sie in der Form an barocke Vorlagen anlehnte. Rosen mit Begleitstauden bilden dort Farbharmonien nebst Buchsbaumeinfassung. Als Nächstes legte sie einen Naturteich an, an dessen Rändern eine sich ausbreitende Trauerweide, Gräser, Binsen, Wildkräuter und viele buntblühende Pflanzen das Auge erfreuen. Es folgte an der Ostseite eine Rhododendron-Bepflanzung, die verschiedenen Vogelarten Nist- und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Im Westen legte sie einen flachen Wall an, den sie mit Vogelschutz- und Nährgehölzen bepflanzte. „Dann kamen mein Mohnbeet, ein Umbau im Gemüsegarten – und tausend Kleinigkeiten“, zählt die Gartenliebhaberin auf, deren Garten mit ihr wächst und lebt. Ein Tipp für unsere Leser: ein Beet mit alten Dachziegeln einfassen.

Seinen Charakter behalten

„Es macht immer wieder Spaß, auch aus Urlauben ein Samenkorn mitzubringen, wie ein Kaffeebäumchen aus Namibia“, erzählt Astrid Sia, die schon etliches in ihrem Garten ausprobierte, dadurch schon mal Rückschläge hinnehmen musste. Vor dem Gartentraumsonntag hat sie übrigens jeden Tag sechs bis acht Stunden im Garten verbracht, um ihn „auf Vordermann“ zu bringen. Ihr letzter Schritt wäre jetzt: „Dass mein Garten pflegeleichter wird, aber trotzdem seinen Charakter behält.“


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