Ensemble Musica Sacra begeistert Spielfreude und Klangpracht in St. Nikolai Bad Essen

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Spannungsreiche, packende und hörenswerte Musik präsentierte das „Musica Sacra Ensemble in der St.-Nikolai-Kirche Bad Essen.

„War das ein Genuss. Ich freue mich richtig, dass ich hierhin gegangen bin“, schwärmte eine Besucherin. Damit sprach sie sicher etlichen anderen aus der Seele, die gerade die spannungsreiche, packende und hörenswerte Musik mit dem „Musica Sacra Ensemble“ – Benjamin Pfordt, Orgel, Florian Kubiczek, Trompete – aus Münster und Herford so sehr genossen hatten, dass sie das Duo nicht ohne Zugabe gehen ließen.

Gut gefülltes Gotteshaus

Für die Kirchengemeinde hatte Barbara Kleyer erneut das Konzert organisiert, die sich in ihrer Begrüßung über das gut gefüllte Gotteshaus freute. Das „Musica Sacra Ensemble“ gründete sich 2010. Florian Kubiczek ist im Übrigen auch Kreisposaunenwart im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland. Ihre abwechslungsreiche Mixtur vom Barock bis zur Moderne eröffnete das Duo mit Joseph Turrins „Two Miniatures“ 1. Psalm, der ein vielseitiger und international erfolgreicher Komponist ist. Den Psalm durchzieht eine gesangliche Trompetenstimme begleitet von einer sich wiederholenden Klavierstimme – einmal nahm Pfordt hier am E-Piano Platz, die sich mit ruhigen Passagen und Kadenzen für die Trompete abwechselt. Später folgte vom selben Komponisten „In Memoriam“.

Blitzblanke Virtuosität

Zwischendurch glänzte Benjamin Pfordt mit blitzblanker Virtuosität auch solistisch. Erst mit der Partita „Christ, der du bist der helle Tag“, ein selten zu hörendes Jugendwerk des Orgelmeisters Johann Sebastian Bach, das aus sieben Teilen besteht.

Sodann mit Bachs „Toccata und Fuge in d-Moll, die auch als „Dorisch“ bezeichnet wird. Sie beginnt mit einem motorischen Sechzehntel-Motiv, das sich fast ununterbrochen bis zum Schluss fortsetzt und das ungewöhnlich kunstvolle Concertato-Effekte enthält. Der kraftvollen Toccata folgt eine lange und komplexe Fuge, die ein recht archaisch klingendes Thema beinhaltet, sodass der Organist im wörtlichen Sinn alle Register zog und eine Vielzahl von Klangfarben auf der Königin der Instrumente, der Orgel, bot.

Das letzte solistische Werk, das Pfordt zu Gehör brachte, war das „Praeambulum ex G“ von Vincent Lübeck, der als Organist in Stade und Hamburg wirkte und dessen Orgelspiel Einfluss auf die Werke von J. S. Bach hatte. Das „Praeambulum ex G“ ist in drei Teilen konzipiert, die durch freie, improvisationsartige Teile abgegrenzt sind.

Zugabe „Come and go“

Kubiczeks mal silberhell strahlender, mal warmgolden glänzender Trompetenton und Pfords großartiges Orgelspiel setzten weitere Glanzpunkte im Programm mit Christian Friedrich Witts „Sonata C-Dur“, dessen Werke zu Beginn des 18. Jahrhunderts zwar sehr weite Verbreitung fanden, jedoch ist sein kompositorisches Schaffen nur unvollständig erhalten. Perfekt aufeinander abgestimmt erklang als Schlusspunkt das bekannte, wunderschöne Largo aus der Oper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel.

So wurde durch Spielfreude und Klangpracht dieses Konzert zu einem besonderen Erlebnis, das mit der Zugabe „Come and go“ von Traugott Fünfgeld endete.


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