„Ende einer Ära“ Lintorfs Schulleiterin Hannelore Brokamp verabschiedet

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Lintorf. Ein Quiz, ein Alphabet, Geschenke, Musik und Kinderlachen sowie die berühmte Träne im Knopfloch: Es war ein bewegender Abschied, den die Grundschule Lintorf ihrer scheidenden Schulleiterin bereitet hatte. Nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst, davon allein 34 in Lintorf, geht Hannelore Brokamp in den Ruhestand.

Als einen „Glücksfall für die Grundschule“ bezeichnete Schuldezernent Uwe Schönrock die Geehrte und zählte kurz die Stationen ihrer Laufbahn auf. Nach dem Abitur im Jahre 1972 am Osnabrücker Käthe-Kollwitz-Gymnasium studierte die geborene Linnerin an der Uni Osnabrück die Fächer Biologie, Mathematik und Erdkunde für das Lehramt an Volksschulen. 1976 ging sie in den Schuldienst. Als Ende der Siebzigerjahre nur noch wenige Lehrer übernommen wurden, war sie vier Jahre als Vertretungslehrerin an verschiedenen Schulen in Bad Essen, Bohmte und Melle tätig. „Sie hat sich nicht entmutigen lassen“, lobte Schönrock. 1984 kam Hannelore Brokamp an die damalige Grund- und Hauptschule Lintorf, 1996 trat sie dort das Amt der Konrektorin an, 2006 schließlich übernahm sie die Schulleitung. Kraft, Ideen, Geduld, Innovationsbereitschaft und pädagogischer Sachverstand seien Kennzeichen von Hannelore Brokamps Arbeit und hätten in vielen Projekten wie Lese-, Sprach- und musischer Förderung, in Umweltaktionen und Bewegungsangeboten Niederschlag gefunden, sagte Schönrock.

Unruhestand

„Das Ende einer Ära“, nannte Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer den Abschied einer „privat und beruflich mit dem Standort und der Gemeinde eng verbundene Schulleiterin“, deren Anliegen es immer gewesen sei, gleiche Bildungschancen für alle zu schaffen. Mit einem Augenzwinkern ließ er sie wissen, dass Schulen immer Ehrenamtliche bräuchten. – „Sprechen Sie mich gerne an!“ Auch Pastor Karsten Vehrs, Angelika Wegner vom Familienzentrum, Gabriele Spang, die selbst erst vergangene Woche in den Ruhestand verabschiedet worden war und die die anderen Bad Essener Schulen vertrat, sowie Vertreter des Schulfördervereins, des Kollegiums und des Schulelternrats überbrachten Geschenke und fanden herzliche Abschiedsworte.

Attribute

Die Schüler buchstabierten „Frau Brokamp“ so: Freundlich und fröhlich, Ratschläge und Rechnen, Alles im Blick, aber auch manchmal extra Aufgaben, Ungenauigkeiten sind untersagt, beliebt, ordentlich, korrekt, mutig und mitfühlend – die perfekte Lehrerin mit persönlicher Note. Sie überreichten einen selbstgemachten Kalender. Viele mitreißende musikalische Beiträge hatte Musiklehererin Sabine Kohake mit Schülern und Lehrerkollegen einstudiert, allen voran ihre Version von Mark Forsters „Und die Chöre singen für dich“, bei dem die ganze Aula der Schulleiterin ein lautstarkes Ständchen sang.

Nachteilsausgleich

In ihrer Abschiedsrede ließ Hannelore Brokamp einen typischen Arbeitstag einer Schulleiterin Revue passieren – mit all seinen großen und kleinen Katastrophen, von der kaputten Fensterscheibe über den im Bus vergessenen Schulranzen, kleine Blessuren, klemmende Reißverschlüsse und andere Malheurs, Sorgen und Nöte, bis hin zu den Gardinen der Mensa, die die Rektorin am Abend noch zu bügeln hat. Und selbst am Tage ihrer Verabschiedung wartete noch eine Herausforderung auf sie: Ein Musikquiz war zu lösen, bei dem zur großen Erheiterung aus den mehr oder weniger schrägen gesanglichen Vorträgen schulintern bekannter Handpuppen verschiedene „Fußballhymnen“ zu erraten waren. Der Rektorin, die nach eigenem Bekunden nicht viel von Fußball versteht, wurde großzügig „Nachteilsausgleich“ gewährt.

Nachfolge

„Ist da jemand, der mir immer hilft, der unsere Schule leitet und an alles und jedes denkt?“ Die Frage aus Adel Tawils bekanntem Lied „Ist da jemand?“ hatten die Schüler passend auf Hannelore Brokamp umgetextet – und auch am Ende positiv beantwortet, denn da ist jemand, besser gesagt, da wird jemand sein: Eine Nachfolgerin im Amt der Schulleiterin an der Grundschule Lintorf steht schon fest, Janina Kaase, Lehrerin an der Oberschule Bad Essen, folgt im Amt auf Hannelore Brokamp. Allerdings ist eine andere Stelle in Lintorf vakant, denn Konrektorin Barbara Pechthold wird eine Stelle näher ihrem Wohnort Rahden antreten.


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