Bislang größter Jahrgang 116 Abiturienten in Bad Essen verabschiedet

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Im Beisein ihrer Eltern und zahlreicher Gäste wurden jetzt 116 Abiturienten im großen Forum des Gymnasiums Bad Essen (GBE) feierlich verabschiedet. Als Motto hatten sie sich „Abu Dhabi – Scheiche gehen, Kamele bleiben“ gewählt.

„Soso, Scheiche also. Und Kamele? Kamele bleiben – sicherlich die Lehrer, wir bleiben hier. Also Kamele? Lehrer als Kamele der Nation, als Lastenträger der Gesellschaft?“, verband Schulleiterin Sylva Schlie in ihrer Ansprache ein Bild, das viele Assoziationen weckt. Sie konterte mit einem Zitat des deutschen Pädagogen und Dichters Friedrich Löchner: „Manchmal muss man ein gutes Kamel sein, um lange Durststrecken durchzustehen.“

Aber: „An einem Tag wie diesem sieht und spürt man dann, dass es sich gelohnt hat, dass sich die vielen Stunden, die vielen Gedanken, so manche Aufregungen und Durststrecken gelohnt haben.“ Wie ein roter Faden spann sich durch ihre weitere Rede ein Ausspruch des griechischen Mathematikers und Physikers Archimedes, der da sagte: „Gebt mir einen Punkt, wo ich stehen kann, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.“ Besonders legte Schlie den Entlassschülern aber die vier archimedischen Punkte von Erich Kästner ans Herz: das Gewissen, die Vorbilder, die Kindheit und der Humor.

Mehr als ein Stück Papier

Zuvor hatte die Begrüßung die Jahrgangskoordinatorin, Studiendirektorin Birgit Riepe, locker und humorvoll übernommen, die herausstellte: „116 erfolgreiche Schulabgänger; meines Wissens der größte Jahrgang.“ Dass das Abizeugnis deutlich mehr sei, als ein Stück Papier, formulierte Kreisrat Winfried Wilkens in seinem Grußwort so: „Es ist wahrscheinlich das letzte Schulzeugnis Ihres Lebens, es ist krönender Abschluss einer Serie von fast zwei Dutzend Zeugnissen, es ist der Schlusspunkt Ihres mehr als ein Jahrzehnt dauernden Schülerdaseins. Es ist auch die Anerkennung Ihrer Arbeit, Talente, Ihres Engagements – und es ist Ihre amtlich festgestellte Reife.“ Damit hätten die Abiturienten unendlich viele Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. „Nutzen Sie diese Freiheit, ergreifen Sie die Chancen“, wünschte Wilkens, der abschließend auf die hervorragenden Arbeitsmarktchancen, den starken Mittelstand und die leistungsfähigen Hochschulen in der Region wies.

Große Träume haben

„Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut“, zitierte Luise Freifrau von dem Bussche in ihrer Ansprache als Vertreterin der Eltern der Abiturientia 2018 Arthur Schnitzler. Dieses Zitat habe sie in ihrer Schulzeit begleitet. Sie unterstrich: „Ihr dürft große Träume haben, aber ihr müsst hart dafür arbeiten, wenn ihr sie umsetzen möchtet.“ Ihr Tipp: „Geht hinaus in die Welt. Lebt und erlebt andere Menschen, Länder, Mentalitäten und Sitten.“ Dadurch könne man den eigenen Horizont an Toleranz erweitern. Aber auch wer hier bleibe habe die Möglichkeit, Toleranz, Integration, Umsichtigkeit aktiv mitzugestalten und zu erleben. „Ergreift die Chance mit beiden Händen, euch selbst zu finden“, so ihr Wunsch.

Im Namen ihrer Mitschüler übernahmen Anna von dem Bussche und Jason Kilby die Dankesworte an die Lehrer, Tutoren, aber auch an ihre Eltern. Zuvor hatten beide launig auf die Anfänge als kleine Knirpse im großen Forum vor sieben Jahren, zehn Monaten und zwei Tagen geblickt. In dieser Zeit habe ihnen die Schule Werte gelehrt, „die unseren weiteren Weg nach der Schule zu einem erfolgreichen machen und uns in eine glückliche Zukunft weisen werden: Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Fehlbarkeit, Verantwortung, Toleranz– bei manchen sogar Pünktlichkeit.“

Der Jahrgangschor

Und last, not least übernahmen das musikalische Rahmenprogramm der Jahrgangschor sowie die Solisten Johanna Erdmann, Gesang/Klavier, Annalena Schwettlick, Jana Friedrichs, Gesang, und Anna von dem Bussche, Gesang/Klavier/Gitarre.


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