Das Hobby zum Beruf gemacht TC Bad Essens Vorsitzender Christian Langer im Gespräch

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Auf geht’s: Christian Langer startklar als Trainer mit seinem Ballwagen. Foto: Winfried BeckmannAuf geht’s: Christian Langer startklar als Trainer mit seinem Ballwagen. Foto: Winfried Beckmann

Bad Essen. Wie denkt und handelt ein 1. Vorsitzender im Sport bei welchen Themen im Alltag? In einem Interview äußert sich Christian Langer vom TC Bad Essen.

Im Erzgebirge geboren, in Wittlage heimisch geworden, nach Ausbildung zum Technischen Zeichner im Nachschub der Bundeswehr tätig und dann zum Tennislehrer umgeschult. Tennis ist ihr Leben?

Ja, herrlich. Tennis hat mein Leben geprägt. Erst in Bohmte, dann im Altkreis Melle und seit 1980 in Bad Essen mit bis zu 140 Kursen an der Volkshochschule und ab 1985 im TC als Jugendwart, ab 2001 als 1. Vorsitzender. Mit 32 Jahren war ich voll im Saft und hab 60 Stunden pro Woche auf dem Platz gestanden. Eine harte Zeit, darunter hat mein eigenes Spiel gelitten, aber es hat mir trotzdem viel Spaß gemacht.

Also das Hobby zum Beruf gemacht?

Ja, Tennis als mein großes Hobby. Ich war fast nur auf dem Platz, wenn ich nicht gerade mit meinem Hund unterwegs war. Darunter haben meine Frau und meine Kinder gelitten. Ich hätte mir mehr Zeit für meine Familie nehmen müssen. Ich bin meiner Frau Erika dankbar. Sie hat zu Hause alles gemacht.

Was ist der große Reiz, was die Faszination am Tennis damals als Spieler und dann als Trainer?

Man steht allein auf dem Platz und muss es machen. Ich hab mit 14 richtig angefangen und die Leidenschaft gespürt, viermal in der Woche gespielt, mit 16 schon mit 20 oder 30 Jahre Älteren. Früher war ich Defensivspieler, aber habe dann umgestellt, als es anderes Material gab. Ich habe dann gerne am Netz gespielt, weil man da was zwingen kann, auch Doppel mit eingespieltem Partner, was wir heute noch in einer Senioren-Doppelrunde hier in der Region machen.

Also von Müdigkeit keine Spur, von Aufhören als Spieler und Trainer mit 71 Jahren auch nicht.

Nein. Es ist herrlich, Hobby und Beruf in einem. Wenn ich kann, spiele ich bis zur Kiste weiter. Ich tue ja auch was dafür, gehe zweimal in der Woche zum Fitness und viel mit dem Hund raus.

Und dann spielen Sie ja auch die seltene Rolle, Trainer und 1. Vorsitzender im TC zu sein, und Sie verwalten und rechnen auch die Tennishalle ab, die Dieter Niederste-Hollenberg und Günter Ritter Ihrem Verein übergeben haben.

Die Situation mit der Halle ist ideal für uns. Wenn es regnet, können wir eben um die Ecke in die Halle gehen. Im Übrigen mache ich in Grundschulen noch Ballschule, für die Kinder im Verein spielorientiertes Training und bin beim Schnuppertennis im Kindergarten dabei.

Dann decken Sie ja alles ab – von Kindergärten über Grundschulen bis zu Kursen für Erwachsene. Was wollen und was können Sie sich als Leistungssport gönnen und leisten?

Wir haben ein Breitensport-System entwickelt. Bis zur Landesliga oder Verbandsliga wollen wir möglichst Spieler aus eigenen Reihen haben. Dafür gibt es ein sogenanntes drittes Training, das wir als besondere Förderung von Talenten, die Perspektive bieten und Leistung wollen. Das erste Training ist für alle Kinder kostenfrei. Für das zweite Training werden 5 Euro fällig, für das dritte zehn Euro. Wenn man in höheren Ligen wie wir früher in Nordliga oder Regionalliga spielen will, muss man sich von außerhalb bestücken. Das wollen wir nicht mehr.

Eine Anlage mit fünf Plätzen plus Halle – das sind ja auch stattliche Kosten für einen Verein mit fast 350 Mitgliedern. Dennoch irgendwelche Visionen?

Unsere Anlage ist dank Reinhold Raube als Platzwart in einem tollen Zustand. Sie müsste dennoch schon mal überholt werden. Der Zaun wäre auch mal dran. Ich bin zwar nicht amtsmüde, aber es wäre gut, wenn ich mal in die zweite oder dritte Reihe zurücktreten könnte. Ich will nicht immer präsent sein.


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