Stehende Ovationen GBE-Theater Bad Essen brilliert mit „Die Welle“

Von Christa Bechtel


Bad Essen. Stehende Ovationen eines sichtbar beeindruckten Publikums und Blumen für alle Akteure: Damit endete die ausverkaufte Premiere des GBE-Theaters, das in diesem Jahr „Die Welle“ im Forum des Gymnasiums Bad Essen spielt.

Doch nach Rücksprache mit dem Rowohlt Theater Verlag kann das GBE zwei Zusatzvorstellungen am 4. und 8. Juni jeweils um 19.30 Uhr anbieten, für die noch Karten erhältlich sind.

Wahre Begebenheit?

„Ein Inhalt, der auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, die sich in den 1960er Jahren in den USA in einer Highschool abgespielt haben soll. Ein vielfach adaptierter Inhalt, der verfilmt worden ist, als Vorlage zu einem Roman von Morton Rhue und auch als Vorlage einer deutschen Theaterfassung gedient hat. Was Sie heute Abend hier sehen, ist eine Neubearbeitung (durch Alexander Wichers) dieses Inhalts auf Grundlage des Romans und der deutschen Theaterfassung“, erklärte Schulleiterin Sylva Schlie in ihrer Begrüßung. Danke sagte sie dem Leiter des GBE Theaters, Alexander Wichers. „Der mit unermüdlichem Einsatz, enormem Engagement und auch immerwährender Theaterbegeisterung unsere Schüler immer wieder ansteckt und zu Höchstleistungen motiviert.“

In kurzen Sequenzen

Um es vorweg zu nehmen: Höchstleistungen ist das ‚Zauberwort‘, denn die Schülerinnen und Schüler brillierten geradezu. Zwar nicht auf der Bühne, sondern in einem Klassenraum, der sich mitten im Forum befindet. Dort versucht Geschichtslehrer Michael Bach (Thorben Welling) der Klasse das Dritte Reich, Hitler und den Holocaust nahe zu bringen. In kurzen Sequenzen stellen sich nebenbei einige Schüler nicht nur namentlich vor, sondern auch ihre Vorlieben, Beziehungen oder Hobbys. „Kann man Menschen zu Fanatikern machen?“, fragt Bach abends seine Lebensgefährtin Fiedler (Sarah Rosenthal), die auch Schulleiterin ist. Er plant ein Experiment, mit dem er seine Klasse stärken möchte.

Gestreckte Körperhaltung

Am nächsten Morgen übt Bach zum Begriff „Disziplin“ mit seinen Schülern verschiedene Positionen wie gestreckte Körperhaltung, bei Antworten müssen sie aufstehen und mit „Herr Lehrer“ enden – der Drill beginnt und der Großteil ist begeistert. „Krass, endlich mal kein Chaos mehr. Wir waren eine Gemeinschaft, das war eine Energie“, schwärmen die Schüler. Auch Bach zeigt sich am Abend begeistert. „Das war fast wie eine Huldigung.“ Doch seine Frau und Chefin meint nur: „Hör lieber auf, bevor du Monster schaffst.“ Aber das Experiment geht weiter….

Sieg durch Gemeinschaft

„Wir brauchen ein Motto, ein Erkennungszeichen.“ „Ein Kreis mit Welle. Denn von jetzt an wird unsere Bewegung durch die Welle gekennzeichnet“, so Bach, der sich inzwischen als Anführer bezeichnet und alle auffordert, sich stets mit der Welle zu begrüßen. Das Motto „Stärke durch Disziplin! Sieg durch Gemeinschaft!“, erklingt ständig lautstark. Da war es nicht verwunderlich, dass eine ältere Besucherin in der Pause – hier übernahm Steinkühler aus Melle das Catering - sagte: „Das läuft einem kalt über den Rücken.“ Großes Lob bekam das GBE Theater dagegen von den anwesenden Ensemblemitgliedern der Probebühne Osnabrück: „Die machen das ganz hervorragend.“

Bis zur Selbstaufgabe

Denn eindringlich dokumentieren die jungen Nachwuchsschauspieler, wie schnell man manipuliert werden kann, wie Jeder Jeden bespitzelt, wie sich Fanatismus ausbreitet – bis zur Selbstaufgabe, sodass letztendlich sogar einer der Schüler bereit ist, seine Mitschülerin zu ermorden. Doch nachdem Lehrer Bach das Experiment für beendet erklärt, neue Regeln ganz im Sinne des Grundgesetzes ausgibt, eskaliert „Die Welle“ und endet in einer Katastrophe….


Beteiligte „Die Welle“: Michael Bach, Lehrer – Thorben Welling, Frau Fiedler, Schulleiterin – Sarah Rosenthal/Inga Joerges, Laura – Rike Bühning/Franziska Vohnicky, Robert – Erik Schönleber, Jule – Viktoria Witkowski/Sonja Kinkartz, David – Nikita Vassiljev, Bernd – Jan-Matthis Niermann, Luka – Marek Witte, Janet – Lena Sonnengrün/Chiara Kruse, Alex – Thorben Heske, Annika – Jantje Oltmer, Greta – Nancy Zilke, Meike – Carlotta Fahrmeyer, Lisa – Helena Apolke, Hanna – Sarah Teupe, Kathrin – Juliane Neumann, Isabelle – Elisa Breimhorst, Klara – Melissa Fischer, Marie – Merle Kleine-Heitmeyer/Annalena Ketteler, Lennard – Leonhard Thiemann, Laurenz – Jean-Piere Neils. Für Licht/Ton sorgten Simon Erdmann (auch technische Leitung) und Jonathan Uhlmann; die Plakatentwürfe im Bühnenbild übernahmen die Klasse 9F2 (Christina Garde) sowie die Klasse 9FL2 (Katharina Nuxoll).

Für die Kostüme und Requisiten zeichneten Mikolt Marie Görner – auch Regieassistenz und Entwurf des Symbols für „Die Welle“ – und Rike Bühning verantwortlich. Leitung, Regie und das Plakat übernahm Alexander Wichers. Großartige Unterstützung leisteten zudem Corinna Maifeld, Julia Ogrodnik, Frederike Stolzenburg, Laurenz Bäthke, Lars Notzon, Angelika Schölzel, der gesamte Förderverein des GBE sowie die Hausmeister Michael Bührmann und Johann Hirsch. Ein Dank gilt allen Ensembleeltern sowie der Schulleitung.