100 Jahre Schullandheim Gästebücher aus Barkhausen sind auch Zeitzeugen

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Blick in das Gästebuch mit Einträgen aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs. Foto: Ehlerding StiftungBlick in das Gästebuch mit Einträgen aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs. Foto: Ehlerding Stiftung

Barkhausen. Das Schullandheim Barkhausen feiert dieser Tage sein 100-jähriges Bestehen. Es ist seit der Rettung vor dem finanziellen Aus durch die Ehlerding Stiftung im Jahr 2000 zu einem Ort des außerschulischen Lernens, der Persönlichkeitsbildung und der Entspannung geworden. Zudem ist die Einrichtung mit ihrer langen Geschichte ein wichtiger Zeitzeuge.

Die seit 1918 erhaltenen Gästebücher rufen zum Teil schmerzhafte Erinnerungen wach. Denn während zu Beginn des Zweiten Weltkrieges Barkhausen noch schwärmerisch als „friedliche Insel im Weltkrieg“ bezeichnet wurde, bekam man spätestens ab Sommer 1943 auch dort die Auswirkungen des Krieges zu spüren. Die Luftangriffe auf die umliegenden Städte waren in Schullandheim deutlich zu hören und zu sehen.

Angsterfüllte Stunden

Während eines Alarms mussten die Schüler in der Diele sitzen, da es keine Luftschutzräume gab. Es müssen angsterfüllte Stunden gewesen sein. 1944 kam eine 7. Klasse für eine unerwartet lange Zeit ins Barkhausener Heim: Niemand konnte bei der Anreise am 14. September ahnen, dass daraus sieben Monate Aufenthalt wurden. Die Luftangriffe auf das heimische Wesermünde am 18. September 1944 machten eine Rückkehr monatelang unmöglich.

Auch Gutes berichten

Dennoch gab es selbst zu dieser Zeit auch Gutes zu berichten. So finden wir einen Eintrag über die damalige Heimleiterin Anna Knefelkamp, die es mit ihrer Fürsorge und ihrer Kochkunst immer wieder schaffte, die hungrigen Kinder satt, zu bekommen. „Die Verpflegung, die trotz des fünften Kriegsjahres vorzüglich war, die ruhigen Nächte (mit Ausnahme des 12./13. August), das friedliche Land konnten uns vergessen lassen, daß wir im Kriege leben…“ (gekürzter Eintrag von 1944).


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