Erbe der Kohleförderung Bauherr aus Levern stößt auf riesige Löcher


Levern. Schreck für einen Bauherren an der Buchhofstraße in Levern. Bei ersten Bodenarbeiten habe sich riesige Löcher aufgetan. Ein Erbe der ehemaligen Kohleförderung in diesem Gebiet.

Im Stemweder Süden wurde im 19. Jahrhundert etwas Bergbau betrieben. Wirklich ergiebig waren die Vorkommen in Levern, Sundern und Destel nicht. Angesichts der großen Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet und Oberschlesien wurde der Bergbau um 1862 wieder eingestellt. Die Zeche in Destel ist noch erhalten, vereinzelt sind im Gelände noch Spuren zu sehen.

In Vergessenheit geraten

Manches ist aber auch in Vergessenheit geraten und taucht zufällig wieder auf. So geschehen an der Leverner Buchhofstraße: Hier möchte eine Familie ein Haus bauen und aus dem Niedersächsischen wieder zurück nach Stemwede ziehen. Bei Erdarbeiten stießen Arbeiter auf Löcher im Boden, eines wurde fast direkt neben der Buchhofstraße mit Beton verfüllt. Das Kohleflöz ist hier gut zu sehen.

Bezirksregierung in Arnsberg

Nach dem Fund der Löcher im Boden hätten die Bauherren Kontakt zum Bergamt aufgenommen. Das Bergamt ist bei der Bezirksregierung in Arnsberg angesiedelt und für ganz NRW zuständig. Hier gibt es Kartierungen und zu denen gehören auch Unterlagen zu den Bergbau-Versuchen im Stemweder Süden. Die Bauherren seien bei den Arbeiten an der Buchhofstraße offenbar auf Bergschäden gestoßen, so Abruszat.

Die Bauarbeiter sind auf einen ehemaliger Kohleflöz gestoßen. Foto: Gertrud Premke

Er habe umgehend das Kreisbauamt informiert und nun soll ein Gutachter der Frage nachgehen, welche Folgen die Bergschäden nicht nur für die Baustellen haben könnten, sondern auch für die Buchhofstraße.

Werterhalt der Straße

Für die Bürger bestehe keine Gefahr, der Gemeinde gehe es aber auch um Vorsorge und Werterhalt der Straße. Den Vorfall in Levern habe er zum Anlass genommen, sämtliche Kartierungen der Bergbehörden zu früheren Abbauflächen durch die Verwaltung prüfen zu lassen.

Nach Auffassung der Versicherung der Gemeinde besteht keine Schadensersatzpflicht. Zuständig der Kreis Minden-Lübbecke als Baugenehmigungsbehörde. Dem Bauherren solle rasch geholfen werden, betonte der Bürgermeister. Alle beteiligten Behörden müssten zusammenwirken.