Jaguar-Limousinen auf Tour Ein Stück England auf dem Kirchplatz in Bad Essen

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Bad Essen. Von den klassischen Jaguar-Limousinen der 1950er Jahre lassen sich heute nur noch wenige Restexemplare finden. Einmal im Jahr allerdings, treten sie gemeinsam in einer großen Gruppe auf: Und zwar dann, wenn die „Big Saloons“ gemeinsam auf Tour sind. Am Freitag haben sie Halt auf dem Kirchplatz in Bad Essen gemacht.

Die Gentlemen tragen stilvollen Tweed. Die Ladies ein Sommerkleidchen, weiße Handschuhe und einen eleganten Hut. Bad Essen erlebt am Freitagvormittag eine kleine Zeitreise. Genauer gesagt: Eine Zeitreise in die 1950er Jahre des britischen Königreiches.

Es ist 10.20 Uhr als Gerrit Balken und seine Frau Maria mit ihrem Jaguar-Saloon Mark IX auf den Kirchplatz in Bad Essen zusteuern. Ihnen angeschlossen haben sich zwölf weitere Fahrzeuge – ebenfalls Oldtimer, ehemalige Jaguar-Limousinen, aus der britischen Nachkriegszeit. Balken und seine Frau sind die Organisatoren der diesjährigen Ausfahrt „Big Saloons on Tour“, einer Art Familientreffen unter Besitzern von alten Fahrzeugen der Jaguar Mark-Reihe. Das Ehepaar Balken wohnt in Lemförde. Sie wurden von den übrigen Teilnehmern vor einiger Zeit darin bestärkt, das Treffen rund um das Wittlager Land stattfinden zu lassen.

Achtes Treffen

Das Treffen im Wittlager Land ist das achte. Zuletzt sind die Besitzer der Jaguar-Limousinen in England zusammen gekommen, davor waren sie in den Niederlanden. „Wir hatten schon Treffen mit über 30 Fahrzeugen“, erinnert sich Gerrit Balken. In Holland waren seinerzeit Teilnehmer aus Finnland, die alleine für die An- und Abreise mehrere Tage freinehmen mussten.

In Bad Essen sind es am Freitag etwas weniger: „Insgesamt haben wir 13 Fahrzeuge vor Ort“, sagt Balken. Eines der Fahrzeuge sei zwar in Frankreich angemeldet, doch die Teilnehmer kommen alle aus Deutschland. „Viele nutzen die Treffen für einen kleinen Familienurlaub“, so Balken. Angereist sind die Besitzer am Donnerstag unter anderem aus Hamburg, Freiburg und Oberbayern. Auch Besitzer aus der Schweiz hatten sich angemeldet. „Doch die mussten wegen des Unwetters kurzfristig absagen“, erzählt Balken. So sind es am Ende rund 35 Personen, die aus den edlen Fahrzeugen auf dem Kirchplatz aussteigen.

Die klassischen Oldtimer hielten als beliebtes Fotomotiv her. Foto: André Partmann

Tägliche Ausfahrten

Das Motto der Teilnehmer bei der achten Auflage: „Wir wollen die Englische Landpartie nach Deutschland verpflanzen“, sagt Balken. Der Lemförder hat sich deshalb für seine Gäste über drei Tage ein ganz besonderes Programm ausgedacht: Neben täglichen Ausfahrten zwischen 120 und 140 Kilometern stehen einige Besichtigungen an, wie die Saurierspuren in Barkhausen oder das Schloss der Familie Hammerstein in Gesmold. „Die Ausfahrten sind immer etwas Einmaliges“, sagt Balken. Und der historische Ortskern von Bad Essen würde sich ideal als Ausflugziel eignen, um eine britische Teepause einzulegen.

Über die meiste Zeit des Jahres stehen die Oldtimer in der Garage, um keinen Schaden zunehmen. „Im Winter würde das Salz den Lack angreifen“. Deshalb sind die „Big Saloons“ vorrangig bei Sonnenschein auf Tour – und dann ziehen sie die Blicke der Menschen auf sich.

Fahrzeuge der „Upper Class“

Die Jaguar-Limousinen sind ausgestattet mit Walnussfurnier, herausklappbaren Teetischen und Conolly-Leder. Sie gelten heute noch als Fahrzeug für die britische „Upper Class“. Balkens Limousine, ein Jaguar Mark IX, bildet den Abschluss der 1954 vorgestellten Modellreihe Mark VII, deren Erscheinung an einen Bentley erinnern und entsprechend verkaufsfördernd wirken sollte. Von diesem wurden zwischen 1958 und 1961 rund 10.000 Stück gebaut.

In Bad Essen verweilen Gerrit Balken, seine Frau Maria und die übrigen Teilnehmer etwa eine Stunde. So schnell wie das britische Königreich der 1950er Jahre in Bad Essen Einzug hält, so schnell ist es auch wieder verschwunden. Bis Sonntag sind die Oldtimer noch gemeinsam unterwegs, dann trennen sich die Wege der Teilnehmer. Und für die meisten Autos geht es dann zurück in die Garage – so lange, bis die nächste britische Zeitreise ansteht. Vermutlich sind die „Big Saloons“ dann wieder im Ausland on Tour.


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