Raps hat unter Frost gelitten In Dahlinghausen ist Mangel an Wasser kein Problem

Von Karin Kemper


Dahlinghausen. Woran liegt es, dass der Raps, der derzeit in Blüte steht, teilweise erhebliche Probleme hat? Die Teilnehmer der Feldbegehung in Dahlinghausen erfuhren, dass der Frost im Februar und März dafür verantwortlich sein dürfte.

Treffpunkt des zweiten Feldbegangs des Ortslandvolkvereins Bad Essen war das Feuerwehrhaus in Dahlinghausen. Einen zweiten Begang hatte es am Tag zuvor auf dem Essener Berg gegeben. Vorsitzende Anna Schlukat übernahm die Begrüßung der Berufskollegen und gab das Startzeichen.

Angesteuert wurden verschiedene Felder in der Umgebung des Wasserwerks. Als Fachberater gab Dieter Kantelberg (BASF) eine Vielzahl von Informationen. Unterwegs sagte er: „Das ist meine letzte Saison mit abendlichen Feldbegängen.“ Zudem verwies er darauf, dass längst nicht alle Flächen die gleiche Bodenqualität wie die in Dahlinghausen hätten: „Es sind nicht alle im gelobten Land wie hier.“. Er erinnerte die Landwirte daran, auf die Förderung des Wurzelwerks zu achten, wenngleich auf den guten Böden fehlendes Wasser kaum das Thema sei.

Genügend Stickstoff

Der Experte zeigte sich mit dem, was er sah, zufrieden. Er erinnerte daran, dass die Pflanzen nach Blüte gar nicht genügend Stickstoff auf dem Boden beziehen könnten, wie sie für die Anlage der Ähren brauchten. Deshalb reduziere die Pflanze schwächere Triebe und gewinne so Nährstoffe.

Wie wichtig Aussaatzeitpunkt und Saatdichte sind, zeigten zwei Weizenfelder. Es gelte, bei einem späteren Saattermin die Körnerzahl zu erhöhen. Kantelberg: „Das hat sich in der Vergangenheit bewährt.“ Er lobte die Feldbesitzer: „Gut, dass Kali gedüngt wurde. Es gibt viele Flächen, die unterversorgt sind. Und dann kann nicht der gewünschte Ertrag kommen.“

Bodenuntersuchung anschauen

Der Experte machte einen Vergleich auf: „Das ist bei dem Boden wie bei einem Sparbuch. Wer nicht nachzahlt, sondern immer nur abhebt, stellt irgendwann fest, dass da Konto leer ist.“ Er forderte die Landwirte auf, die Ergebnisse der Bodenuntersuchung anzuschauen und „der Pflanze ins Maul zu düngen“. Auf diese Art könnten selbst bei restriktiver Düngung die Erträge gehalten werden.

Bor als wichtiger Nährstoff

Und während bekannt sei, dass Bor für das Wachstum von Mais und Raps wichtig seien, wüssten viele nicht, dass das auch für Getreide gelte – wenngleich in verhältnismäßig winziger Dosierung.

Dass Anfang Mai bei der Gerste die Grannen geschoben seien, sei vor drei Wochen nicht absehbar gewesen. Kantelberg: „In den vergangenen zwei Wochen sind die Bestände Marathon gelaufen.“ Er ergänzte: „Das Getreidehähnchen wird bei der Gerste keinen Schaden mehr anrichten, aber ein hochtoxischer Pilz, der es liebe, dass es nachts feuchtkühl und tagsüber sehr warm sei, könne die Blätter innerhalb von zwei bis drei Tagen zerstören. Für ihn sei das Wetter „ genau richtig gewesen“.

Nicht die Rapsglanzkäfer sind schuld

Zweifelnde Blicke erntete Kantelberg bei den Landwirten, als er darauf hinwies, dass der Raps in diesem Jahr ein Riesenproblem habe. Die oftmals für guten Ertrage zu geringe Schotenzahl sei durch die Knospenwelke entstanden, nicht durch den Befall von Rapsglanzkäfern. Der Frost im Februar und März habe die Pollen erfrieren lassen, und wenn keine Pollen zur Befruchtung da seien, könnten auch keine gut gefüllten Schoten wachsen. Der Fachmann, der eine gut gewachsene Rapspflanze aus dem Bestand geholt hatte: „Einen leichten Schaden haben wir hier auch, aber es ist noch alles im grünen Bereich.“ Insgesamt seien Frühsaaten stärker betroffen. Helfen könne die Ausbringung von Bor, um die Pollenausschüttung noch lange hochzuhalten. Schließlich blühe der Raps noch geraume Zeit.